SNB-Chef verteidigt Negativzinsen – Verschärfung nicht ausgeschlossen

SDA

18.12.2019 - 05:48

Der Chef der Schweizerischen Nationalbank Thomas Jordan ist von der Zinspolitik der Notenbank überzeugt. 
Source: Keystone/ANTHONY ANEX

Nationalbank-Präsident Thomas Jordan hält an der Niedrigzinspolitik der SNB fest. Eine Anhebung der Zinsen würde zu seiner starken Aufwertung des Franken führen. Problematisch sei auch, dass zu viel gespart werde.

«Die Teuerung würde negativ, das Wachstum würde deutlich verlangsamt», warnte Thomas Jordan. Dies würde weder dem Sparer noch den Pensionskassen nützen, sagte der Chef der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am in der Mittwochsausgabe des «Blick».

Der SNB-Präsident erwartet mit den Negativzinsen nunmehr nicht, dass viel Bargeld gehortet wird. «Die Aufbewahrung von Bargeld ist anspruchsvoll. Man muss nur wenig verlieren, damit die Kosten viel höher sind als möglicherweise die effektiven Negativzinsen», erklärte er.

Als eine der Ursachen für das niedrige Zinsniveau gibt Jordan zudem an, dass derzeit zu viel gespart werde. «Die Menschen leben länger, sie sparen viel mehr. Das lässt die Zinsen sinken», sagte er. Die Lebensphase nach der Pensionierung werde immer länger und für diese Zeit müssten die Menschen mehr sparen.



Gleichzeitig sei der Ertrag auf dem investierten Kapital aber geringer als noch vor ein oder zwei Jahrzehnten. Kämen beide Faktoren – also die längere Lebenserwartung und die niedrigen Erträge – zusammen, führe dies zu einem tieferen Zinsniveau, erklärte Jordan. «Das hat nichts mit der Geldpolitik zu tun», betonte er.

Eine weitere Verschärfung der Negativzinsen schloss der SNB-Präsident zudem nicht aus. Im Moment sei zwar eine weitere Senkung nicht nötig. Doch falls eine Kosten-Nutzen-Analyse diesen Handlungsbedarf ergäbe, würde die SNB auf noch tiefere Negativzinsen setzen.

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