Englands «Tutanchamun-Grab» lag gleich hinterm Aldi-Supermarkt

AFP/uri

10.5.2019

Bei Strassenbauarbeiten in der englischen Grafschaft Essex wurde 2003 bei einem Supermarkt eine alte Begräbnisstätte entdeckt. Inzwischen hat sich der Fund als Grab eines angelsächsischen Prinzen herausgestellt.

Britische Wissenschaftler haben eine bei Bauarbeiten in der Grafschaft Essex entdeckte königliche Grabstätte aus der Zeit der Angelsachsen als «britisches Gegenstück zum Tutanchamun-Grab» gewürdigt.

Es handele sich um das älteste christliche Prinzengrab aus angelsächsischer Zeit, sagte Sophie Jackson vom Londoner Museum für Archäologie am Donnerstag bei der Vorstellung der bisherigen Forschungsergebnisse zu dem in Prittlewell bei Southend-on-Sea gefundenen Grab.

Grabstätte lag zwischen Pub und Supermarkt

Die Grabstätte war 2003 bei Strassenbauarbeiten zwischen einem Aldi-Supermarkt und einem Pub entdeckt worden. Nach 15-jährigen Forschungsarbeiten gehen die Experten davon aus, dass es die Gebeine von Seaxa, dem Bruder von König Saeberht von Ostanglien enthielt.



Der Bau der Grabkammer habe vermutlich 113 Tage gedauert. Enthalten waren rund 40 Grabbeigaben, teilweise aus fernen Ländern. Darunter war eine Leier, eine 1400 Jahre alte bemalte Holzkiste und ein Krug, der offenbar aus Syrien stammte.

Zunächst hatten die Experten das Grab sogar für das von König Saeberht selbst gehalten. Dieser war im Jahr 616 gestorben. Radiokarbonmessungen ergaben jedoch, dass der darin beigesetzte Mann zwischen 575 und 605 gestorben war. Die wahrscheinlichste Hypothese ist deshalb, dass es sich um das Grab von Saeberhts Bruder Seaxa handelt.

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