Rasend durch die Röhre

Erste Passagiere reisen in Hyperloop-Kapsel

dpa/uri

9.11.2020

In Zukunft soll es noch viel schneller gehen: Erstmals sind zwei Virgin-Mitarbeitende mit 170 Sachen in einer «Hyperloop»-Kapsel durch eine Röhre des geplanten Transportsystems gerast.

Eine Reisegeschwindigkeit von bis zu 1’000 Stundenkilometern erreichen derzeit in der Regel nur Flugzeuge. Doch in Nevada wird an einem Transportsystem gearbeitet, das Personen ebenso schnell ans Ziel bringen soll – und zwar durch eine Röhre.

In der Wüste von Nevada haben nach Angaben des Unternehmens Virgin Hyperloop die ersten Passagiere eine Testfahrt an Bord einer Kapsel durch eine Unterdruckröhre zurückgelegt.

Zuvor 400 unbemannte Tests

Mit einer Geschwindigkeit von rund 170 Stundenkilometern absolvierte die Kapsel ihre erste bemannte Fahrt durch eine rund 500 Meter lange Röhre in 15 Sekunden, wie Virgin Hyperloop mitteilte.

Bevor die Mitarbeiter Josh Giegel und Sara Luchian auf einem Testfeld in der Wüste von Nevada in die Kapsel einstiegen, hatten dort bereits rund 400 unbemannte Tests stattgefunden. Ziel von Virgin Hyperloop ist es, mit den Kapseln des geplanten Transportsystems eines Tages Geschwindigkeiten von mehr als 1’000 Stundenkilometern zu erreichen.

Mit Hyperloop will das Unternehmen Virgin den Personentransport revolutionieren. 
Foto: Virgin Hyperloop/PA Media/Keystone

Ursprünglich war es die Idee des Automobil- und Raumfahrtpioniers Elon Musk (Tesla/SpaceX), Menschen mit nahezu Schallgeschwindigkeit in einer Kapsel wie eine Art Rohrpost zu transportieren und damit den Personenverkehr zu revolutionieren.

Zukünftig sollen 28 Personen in einer Kapsel Platz haben

Der Gründer der britischen Virgin Group, zu der auch Virgin Hyperloop gehört, Richard Branson, trieb die Entwicklung kommerziell voran. «Mit dem erfolgreichen Test haben wir den Geist der Innovation gezeigt, die die Art und Weise verändern wird, wie Menschen überall in der Zukunft leben, arbeiten und reisen werden», sagte Branson laut Mitteilung.

Die für den Test genutzte Zweisitzer-Kapsel dient Virgin lediglich dazu, zu demonstrieren, dass das Reisen in der Kapsel für Menschen sicher genug ist. Für den kommerziellen Betrieb in einigen Jahren strebt Virgin Kapseln mit 28 Sitzplätzen an. Virgin Hyperloop ist nicht das einzige Unternehmen, das an solchen Transportsystemen arbeitet. Auch andere Firmen entwickeln ähnliche Konzepte.


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