Gemeinsame Initiative

Google und Apple stärken Datenschutz bei Corona-Apps

dpa/twei

24.4.2020

Gemeinsam mit Konkurrent Google entwickelt Apple Massnahmen für einen besseren Datenschutz bei Corona-Warn-Apps. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Im Kampf gegen das Coronavirus lassen Apple und Google ihre Konkurrenz ruhen. Für mehr Datenschutz bei Corona-Warn-Apps machen die Unternehmen gemeinsame Sache. 

Google und Apple verstärken die Datenschutz-Vorkehrungen bei ihrer geplanten Infrastruktur für Corona-Warn-Apps. Die Nachbesserungen sollen es noch schwieriger machen, einzelne Nutzer zu überwachen. Dazu gehöre, dass nun auch mit dem Bluetooth-Funk verbundene Zusatzdaten wie etwa die Signalstärke verschlüsselt werden, erklärten die Unternehmen am Freitag. Dadurch soll es unmöglich werden, einzelne Geräte-Modelle an solchen Merkmalen zu erkennen.

Die Corona-Apps sollen helfen, die Ansteckungen einzudämmen, wenn die Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind – und Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten.

Messung per Bluetooth

Die Entfernung soll beim Konzept von Apple und Google anhand der Bluetooth-Signalstärke gemessen werden. Die Smartphones sollen zudem per Bluetooth Krypto-Schlüssel austauschen, die sich alle 10 bis 20 Minuten ändern. Damit soll man Begegnungen nachvollziehen können, ohne dass ein Einzelner nachverfolgbar wäre. Diese Schlüssel sollen nun für mehr Sicherheit gänzlich zufällig erzeugt werden. Die maximale gemessene Begegnungszeit wird auf 30 Minuten beschränkt.



Von Google kommt das dominierende Smartphone-System Android, Apple entwickelt die iOS-Software seiner iPhones. Damit sind die US-Konzerne als einzige in der Position, die nötigen Schnittstellen direkt in die Betriebssysteme einzubauen.

Ein Kernpunkt des Konzepts von Apple und Google ist, dass die Feststellung, ob man sich in der Nähe eines infizierten Nutzers aufhielt, ausschliesslich auf den Smartphones erfolgen soll. Aktuell gibt es auch in Deutschland Streit unter Entwicklern von Corona-Apps, weil einige einen Ansatz mit zentraler Datenspeicherung bevorzugen.

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