Sportwissenschaften

Individuelle Sportberatung hilft laut Studie aktiver zu werden

stsc, sda

3.5.2022 - 11:14

Wer zu wenig Sport treibt, hat möglicherweise einfach die richtige Aktivität noch nicht entdeckt: zwei Jogger rennen über einen Feldweg bei Zürich. (Archivbild)
Keystone

Ein Team der Uni Bern hat ein Beratungskonzept für mehr Motivation beim Sport entwickelt. Auch unter widrigen Alltagsumständen könnten Personen danach ihr sportliches Vorhaben umsetzen, sagte die Sportwissenschaftlerin Nina Schorno laut einer Mitteilung vom Dienstag.

stsc, sda

3.5.2022 - 11:14

Sport schützt nicht nur vor Fettleibigkeit, sondern beugt auch Krebs- und Herzerkrankungen sowie psychischen Erkrankungen vor. Dennoch betätigt sich ein Teil der Schweizer Bevölkerung sportlich zu wenig.

Wie aus der vom Bundesamt für Sport (Baspo) veröffentlichten Studie «Sport Schweiz 2020» hervorging, zählt zwar gut die Hälfte der rund 14'000 befragten Personen zu den sehr aktiven Sportlerinnen und Sportlern. Doch immerhin 16 Prozent bezeichneten sich als Nichtsportlerinnen und Nichtsportler. Als Gründe wurden demnach fehlende Zeit, fehlende Lust oder gesundheitliche Ursachen angegeben.

Konzept zahlt sich aus

Um Sportabstinenzler dabei zu unterstützen, die für sie passende Bewegungsaktivität zu finden, entwickelten die Berner Forschenden ein Sportberatungskonzept. Dieses sieht unter anderem vor, das persönliches Motiv- und Zielprofil zu identifizieren, Probetrainings zu absolvieren sowie zu ermitteln, wie sich die Sportaktivitäten in den Alltag eingliedern lassen.

In einer kürzlich im Fachmagazin «Journal of Sport and Exercise Psychology» erschienen Studie berichtet das Team um Nina Schorno, dass sich das Konzept auszahle. Die Sportberatung half den Teilnehmenden demnach, ihr durchschnittliches Sportvolumen zu vervierfachen, von 30 auf 120 Minuten pro Woche. Demnach scheint das «Dranbleiben» leichter, wenn die Sportaktivität zum Motiv- und Zielprofil passt.

Möglicher Einsatz in Reha

Teilgenommen haben an der Studie insgesamt 129 Personen, zwei Drittel waren Frauen. Während die Hälfte der Studienteilnehmenden die Beratung erhielt, diente die zweite Hälfte als Kontrollgruppe. Bei dieser zeigte sich keine Veränderung im Sportverhalten während des Studienzeitraums.

Laut der Forscherin Schorno kann das Konzept nicht nur eine aktive Freizeitgestaltung fördern, sondern auch im Rahmen von Rehabilitationsprogrammen nach Herzinfarkten oder gewichtsreduzierenden Operationen eingesetzt werden, «um die Patientinnen und Patienten zu selbstständigem und regelmässigem Sporttreiben hinzuführen.»

https://doi.org/10.1123/jsep.2021-0018

stsc, sda