Neue Studie: Streamen doch nicht so umweltschädlich wie gedacht

tsha

28.2.2020 - 20:22

Der Netflix-Film «The Irishman» dauert dreieinhalb Stunden. Das Streamen des XXL-Gangsterepos verursacht einer neuen Studie zufolge weniger CO2 als bislang angenommen.
Bild: Keystone

Streamen ohne Reue: Einer neuen Studie zufolge ist das kein Problem.

Gute Nachrichten für Freunde von Netflix und Co.: Laut einer neuen Studie ist das Streamen von Filmen und Serien weniger umweltschädlich als gedacht. Dabei hatte vor wenigen Monaten erst eine Untersuchung aus Frankreich das Gegenteil behauptet: Wissenschaftler des Thinktanks «Shift Project» hatten ausgerechnet, dass das Schauen eines Films bei Netflix etwa so viel CO2 ausstosse wie eine 25 Kilometer lange Autofahrt.

Wie nun aber Forscher der Northwestern University, des Lawrence Berkeley National Laboratory und von Koomey Analytics in einem in der Zeitschrift «Science» veröffentlichten Artikel schreiben, seien die Zahlen weit übertrieben. Das berichtet der «Spiegel».



Demnach kritisiert der neue Bericht, dass bislang veraltete Zahlen verwendet worden seien. Die bisherigen Untersuchungen hätten ausser Acht gelassen, dass es in den vergangenen Jahren grosse Fortschritte bei der Energieeffizienz gegeben habe.

«Anderes Bild unseres digitalen Lebensstils»

Obwohl zwischen 2010 und 2018 der Datenverkehr um das 6,5-fache zugelegt und die Zahl der Rechenzentren um das 26-fache gestiegen sei, habe der Energieverbrauch nur um sechs Prozent zugenommen.

«Weniger detaillierte Analysen haben ein schnelles Wachstum des Energieverbrauchs in Rechenzentren vorhergesagt, ohne jedoch die historischen Effizienzfortschritte der Branche vollständig zu berücksichtigen», so Studienautor Arman Shehabi. «Wenn wir das mit einbeziehen, ergibt sich ein anderes Bild unseres digitalen Lebensstils.»

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