Strenge Kontaktverbote reduzieren R-Wert deutlich

dpa

30.3.2021 - 12:22

Ein Praeventionsplakat zum Coronavirus (Covid-19) des Bundesamtes fuer Gesundheit (BAG), aufgenommen am Samstag, 21. Maerz 2020, in einem Wohnraum mit drei anwesenden Kindern in Daillens. Auf dem Plakat steht: "Stop Corona. Bleiben Sie jetzt zuhause. Retten Sie Leben." (KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Bleibt man zuhause, hilft das, die Verbreitung des Coronavirus zu stoppen, wie nun eine neue Studie bestätigt. 
Bild: Keystone

Wie lässt sich die Verbreitung des Coronavirus am besten bremsen? Forscher der Universität Oxford sagen: mit Kontaktbeschränkungen. Aber die müssen auch wirklich rigoros sein.

dpa

30.3.2021 - 12:22

Die Politik ruft zur Eindämmung des Coronavirus immer wieder dazu auf, die sozialen Kontakte zu reduzieren – und erhält nun Rückendeckung aus der Wissenschaft: Denn strenge Kontaktbeschränkungen gehören einer neuen Studie zufolge zu den wirksamsten Corona-Massnahmen.

Das geht aus einer Auswertung von Forschern der Universität Oxford und anderen europäischen Wissenschaftlern hervor, die noch nicht von Fachleuten begutachtet und in einem Fachmagazin veröffentlicht wurde.

Die Studie untersucht, wie stark verschiedene sogenannte nicht-pharmazeutische Interventionen den R-Wert beeinflussen – also inwiefern sie die Verbreitung des Virus bremsen.

Bei zwei Haushalten lässt der Effekt schon nach

Strenge Kontaktverbote, etwa die Begrenzung aller Treffen auf maximal zwei Personen, hat demnach einen sehr grossen Effekt und reduziert den R-Wert um geschätzt rund 26 Prozent. Bei weniger strengen Kontaktbeschränkungen, etwa erlaubten Treffen von zwei Haushalten mit mehreren Angehörigen, reduzierte sich die Wirkung der Massnahme aber deutlich.



Nächtliche Ausgangsbeschränkungen sind den Forschern zufolge auch eine wirksame Massnahme, ihr Beitrag zur Reduktion des R-Werts wird auf rund 13 Prozent geschätzt. Die Schliessung der Gastronomie liegt mit zwölf Prozent Reduktion in einem ähnlichen Bereich.

Impfungen in Studie ausgeklammert

Um diese geschätzten Werte berechnen zu können, haben die Wissenschaftler die Corona-Fallzahlen sowie die verhängten Massnahmen aus dem Zeitraum August 2020 bis zum 9. Januar 2021 in mehreren europäischen Ländern analysiert und auf die einzelnen Massnahmen heruntergerechnet. Anders als in der ersten Welle sei es in der zweiten Corona-Welle leichter gewesen, den Beitrag einzelner Massnahmen zu errechnen, da nicht alle gleichzeitig verhängt worden seien.

Dennoch empfahlen die Forscher politisch Verantwortlichen, auch andere Aspekte bei der Verhängung von Corona-Massnahmen einzubeziehen. So könne die Studie etwa keine Aussagen dazu machen, wie sich Impfungen sowie die zunehmende Ausbreitung von Corona-Varianten auswirke.

Die Forscher haben sich bei ihren Analysen auf den Zeitraum beschränkt, in dem die hochinfektiöse britische Variante B.1.1.7 noch nicht in den untersuchten Regionen vorherrschend war.