Was nur ein Grad globale Erwärmung in unseren Breiten angerichtet hat

SDA

12.12.2018

Der Rhein tritt bei Wallbach AG im Januar 2018 über die Ufer: Derlei Bilder wird es wegen des Klinmwandels immer häufiger geben.
Keystone

Eine neue Klima-Studie schaut nicht in die Zukunft, sondern untersucht, wie sich extreme Wetterlagen bisher verstärkt haben. Ergebnis: Bei uns gibt es 25 Prozent mehr heftige Niederschläge.

Der Klimawandel führt zu mehr extremen Niederschlägen in Europa, den USA und Russland. Zu diesem Ergebnis kommt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in einer neu veröffentlichten Studie. Demnach dürfte es in den Regionen künftig vermehrt Überflutungen und grosse landwirtschaftliche Ernteverluste geben.

Der Klimawandel in Bildern:

Umgekehrt komme es aber auch zu mehr Dürren, vor allem in Afrika. «Eine zentrale Schlussfolgerung unserer Studie ist, dass die Landregionen in den Tropen und Subtropen im Allgemeinen mehr Trockenrekorde und die nördlichen mittleren bis hohen Breiten mehr Nässerekorde erleben», erklärte der Koautor der Studie, Dim Coumou.

25 Prozent mehr Rekordniederschläge

Für die Studie analysierten und quantifizierten die Autoren systematisch die Veränderungen der monatlichen Rekordniederschlagsereignisse aus aller Welt – basierend auf Daten von rund 50'000 Wetterstationen weltweit. Demnach stiegen die rekordnassen Monate in den östlichen und zentralen Regionen der USA zwischen 1980 und 2013 um mehr als 25 Prozent an.

Trockenrekorde gab es hingegen in der Sahelzone und südlich der Sahara, wo die Trockenextreme um bis zu 50 Prozent zunahmen. «Das bedeutet, dass etwa jeder dritte rekordtrockene Monat in diesen Regionen nicht ohne langfristigen Klimawandel stattgefunden hätte», so Coumou.

So trifft der Klimawandel die Schweizer Städte:

In ihrer Studie verglichen die Wissenschaftler die Wetterextreme mit Extremen, die ohne eine langfristige Klimaveränderung zu erwarten wären. «Es ist bedenklich, dass wir bereits bei nur einem Grad globaler Erwärmung einen so deutlichen Anstieg solcher Extreme sehen», sagte der Autor Jascha Lehmann.

Studie bestätigt aktuelle Schweiz-Ergebnisse

Die Wissenschaftler forderten von den Teilnehmern der Uno-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz eine Lösung zur Begrenzung der Erderwärmung. Ohne eine Einigung steuere die Erde noch in diesem Jahrhundert auf eine Erwärmung von drei bis vier Grad Celsius zu. «Die Physik sagt uns, dass dies die Niederschlagsextreme noch weiter verstärken würde», erklärte Lehmann.

Das deckt sich auch mit den neuesten Prognosen für die Schweiz, welche Forschende von MeteoSchweiz, der ETH Zürich und vom Oeschger-Zentrum der Universität Bern erarbeitet und kürzlich vorgestellt hatten.



Demnach werden Starkniederschläge häufiger und heftiger: Seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat die Niederschlagsmenge einzelner Starkniederschläge in der Schweiz bereits um zwölf Prozent zugenommen, so der Bericht «Klimaszenarien Schweiz». Bis Mitte des 21. Jahrhunderts könnten noch einmal zehn Prozent dazukommen.

Was der Klimawandel für den Bergtourismus bedeutet:

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