Bauprojekt

Industriegebiet in Altdorf UR soll «Herz und Lunge» erhalten

kad, sda

25.1.2023 - 09:57

Investor Christoph Schoop (rechts) bei der Unterzeichnung des Baurechtsvertrags für das Areal auf der Urner Werkmatt.
Investor Christoph Schoop (rechts) bei der Unterzeichnung des Baurechtsvertrags für das Areal auf der Urner Werkmatt.
Keystone

Der Aargauer Investor Christoph Schoop will im Urner Industriegebiet Eyschachen ein Business-Hotel mit 80 Zimmern und ein Gewerbegebäude für hunderte Arbeitsplätze erstellen. Der Kanton stellt ihm ein Areal im Baurecht zur Verfügung – und gewisse Bedingungen.

kad, sda

25.1.2023 - 09:57

Die Werkmatt im Gebiet Eyschachen in der Gemeinde Altdorf ist zwölf Hektaren gross und eine der letzten wichtigen Landreserven im Urner Talboden. Entsprechend umsichtig will der Kanton mit seinem Grund umgehen, Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind (CVP) sprach am Mittwoch vor den Medien von einem «Generationenprojekt». Er hatte soeben den Baurechtsvertrag für zwei rund 8400 Quadratmeter grosse Baufelder unterzeichnet.

Diese stehen nun für 75 Jahre dem Investor Christoph Schoop zur Verfügung. Er sei, sagte der Aargauer, über ein kleines Inserat auf das Bauland gestossen. Seine Vision sei es, dem Industriegebiet «ein Herz und eine Lunge» zu verpassen.

Überzeugt hat er den Kanton Uri mit der Idee, eine ehemalige Kornlagerhalle zu sanieren, aufzustocken und dort ein Hotel, Restaurant, Fitnesscenter, Kulturräume, Einkaufsmöglichkeiten und Co-Working-Space einzurichten. Gegenüber auf der grünen Wiese in Richtung Autobahn soll ein fünfstöckiges Gewerbegebäude entstehen. Insgesamt sind rund 9000 Quadratmeter Geschossflächen geplant.

«Zahlbarer Boden»

Der Standort sei mit dem Bahnhof in Altdorf und der Autobahn bestens erschlossen, begründete Schoop seinen Entscheid, hier zu investieren. Zudem gebe es im Urner Talboden, anders als etwa in der Region Zug oder Zürich, überhaupt noch Platz für solche Projekte. Und gleichzeitig sei es hier auch noch zahlbar.

Die Investitionssumme dürfte im hohen zweistelligen Millionenbereich liegen, eine Zahl wollte Schoop noch nicht nennen. Auch über den Baurechtzins schwiegen sich Kanton und Investor aus.

Camenzind gab allerdings zu bedenken, dass wegen des gültigen Quartiergestaltungsplans in dem Gebiet Vorgaben zum Bau gelten, die andere Investoren abgehalten hätten. So muss eine bestimmte Anzahl Arbeitsplätze angesiedelt werden, der Kanton geht von 1500 für das gesamte Eyschachen-Areal aus, laut dem Investor könnten es auch bis zu doppelt soviele sein.

Wer dereinst in den Gewerbeneubau einziehen soll, darüber führt Schoop Gespräche. Denkbar sei, dass sich auch Einheimische in Räumen einmieten. Erst wenn klar sei, was die künftigen Mieter bräuchten, werde der Gewerbebau im Detail geplant. Dieser dürfte bis zu fünf Geschosse mit einer Geschosshöhe von fünf Metern haben.

Altes Gebäude erhalten

Ein länglicher Park trennt den geplanten Gewerbeneubau vom ehemaligen Kornlager. Dieses ist anders als das benachbarte Sackmagazin und das Silomagazin, die zu Kunstlagern umgerüstet wurden, nicht denkmalgeschützt. Trotzdem will es der Investor erhalten.

Regierungsrat Camenzind begrüsste, dass der Investor mit «eigenem Geld» komme und auch selber das Risiko trage. Er habe dem Kanton aufzeigen können, was man auf dem Areal machen könne. Zudem zeigte er sich erfreut über ein modernes Hotel im Urner Unterland. 2017 hatte der Kanton eine erste Parzelle der Werkmatt an den Pistenfahrzeughersteller Kässbohrer veräussert.

Noch in diesem Jahr würden die Gespräche mit interessierten Betreibern für die Infrastruktur vertieft, als Zeitpunkt für den Baustart nannte Schoop das Jahr 2026.

Der Spross einer Aargauer Spengler-Familie hat gemäss eigenen Angaben in den letzten 20 Jahren im Raum Baden rund 5000 Arbeitsplätze angesiedelt. Er ist in der Geschäftsleitung der nach ihm benannten Immobiliengruppe.

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