Brian verklagt Kanton Zürich auf 40'000 Franken

kl, sda

9.3.2021 - 14:08

Gerichtszeichnung von Linda Graedel anlaesslich des Prozesses von Jugendstraftaeter
«Carlos» beschäftigt die Justiz seit Jahren: Gerichtszeichnung aus dem Jahr 2017. 
Bild: Keystone/Zeichnung Linda Gaedel

Der wohl bekannteste Zürcher Straftäter, Brian alias «Carlos», klagt gegen den Kanton: Wegen unmenschlicher Haftbedingungen fordert er 40'000 Franken. Am Donnerstag wird der Fall vor Gericht verhandelt.

kl, sda

9.3.2021 - 14:08

Das Bezirksgericht Zürich befasst sich morgen Donnerstag mit einer Staatshaftungsklage des jungen Straftäters Brian, der unter dem Pseudonym «Carlos» bekannt geworden ist. Dabei geht es um die Haftbedingungen im Gefängnis Pfäffikon ZH von Ende 2016 bis Anfang 2017, wie sein Anwalt Markus Bischoff sagt. Er bestätigt damit eine entsprechende Meldung von «20 Minuten». 

Wegen der Haftbedingungen hatte es eine Administrativuntersuchung gegeben. Diese stellte fest, dass Brian in der Untersuchungshaft «objektiv diskriminierend und erniedrigend» behandelt worden sei. 

Er musste unter anderem teils ohne Matratze auf dem Boden schlafen, immer Fussfesseln tragen und durfte nicht duschen. In der Folge wurde der Leiter des Untersuchungsgefängnisses Pfäffikon ersetzt.



Bei der Verhandlung vor dem Bezirksgericht geht es laut Anwalt darum, dass das Unrecht festgestellt wird und um eine Entschädigung von 40'000 Franken. Brian klagt gegen den Kanton Zürich. 

Brian war durch einen SRF-Dokumentarfilm im Sommer 2013 landesweit bekannt geworden. Nach der Ausstrahlung entflammte eine hitzige Diskussion darüber, wie teuer die Behandlung junger Straftäter ist. Besonders zu reden gab sein «Sondersetting» mit Thaibox-Training, das schliesslich abgebrochen wurde.

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