Schule

Zürcher Schüler sollen mindestens eine Woche in die Romandie

fn, sda

11.1.2021 - 17:42

Zürcher Schülerinnen und Schüler sollen künftig alle mindestens eine Woche in die Romandie. Nun muss sich der Regierungsrat mit dieser Forderung befassen. Im Bild die Stadt Lausanne. (Archivbild)
Keystone

Die Zürcher Schülerinnen und Schüler sollen künftig alle mindestens eine Woche in einem anderssprachigen Landesteil verbringen, vorzugsweise in der Romandie. Der Kantonsrat hat am Montag ein entsprechendes Postulat an den Regierungsrat überwiesen.

Ein Postulat der GLP wurde ganz knapp mit 79 zu 78 Stimmen an den Zürcher Regierungsrat überwiesen. Demnach sollen die Zürcher Schülerinnen und Schüler künftig alle mindestens eine Woche in einem anderssprachigen Landesteil verbringen, vorzugsweise in der Romandie.

Der Regierungsrat muss nun bis in zwei Jahren ein Konzept für einen solchen Pflicht-Austausch ausarbeiten. Dann kommt das Geschäft erneut in den Kantonsrat.

Gemäss einem Austausch-Ranking der Kantone ist der Kanton Zürich nach wie vor das Schlusslicht, was die Sprachaufenthalte betrifft. Auch mit den Französisch-Kenntnissen steht es bei den Zürcher Schülerinnen und Schülern bekanntlich nicht zum Besten.

«Es braucht ein Erfolgserlebnis»

Natürlich lerne man innerhalb einer Woche keine Sprache, sagte GLP-Kantonsrat Christoph Ziegler (Elgg) zum Vorstoss, den er mit eingereicht hatte. Ziegler, der selber als Lehrer arbeitet, betonte, dass es hier eher um eine Motivation gehe, die Sprache zu lernen. Es brauche ein Erfolgserlebnis, etwa im Restaurant bestellen zu können.

Dagegen war etwa die FDP. Nur schon weil es grosse Probleme geben würde, Austauschklassen zu finden. Dieses Problem sieht auch Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP).

Jedes Jahr müssten 13'000 Zürcher Schüler aus rund 650 Klassen einen Austausch absolvieren. Bereits beim noch freiwilligen Modell stünden die Schulen aber vor dem Problem, dass sie keine Austauschklasse in einem anderssprachigen Landesteil fänden, sagte Steiner.

«Wir haben ungleich grosse Sprachräume. Das kann auch mit Geld und Personal nicht behoben werden,» sagte Steiner. Zudem sei dieses Austausch-Ranking, das Zürich zum absoluten Schlusslicht machte, nicht richtig. Da sei falsch gezählt worden.

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