Ein umstrittener Penalty, der von Kai Havertz verschossen, anschliessend aber wiederholt und verwandelt wird, entscheidet letztlich das Duell zwischen Chelsea und Dortmund. Der Frust beim BVB ist riesig.
Nur kurz nach dem Seitenwechsel stoppt Dortmunds Verteidiger Marius Wolf eine Flanke von Ben Chilwell mit seiner Hand. Während die Pfeife von Schiedsrichter Danny Makkelie stumm bleibt, schaltet sich mit etwas Verzögerung der Videoschiedsrichter ein.
Makkelie schaut sich die Szene noch einmal an und gibt den umstrittenen Penalty. Kai Havertz bietet sich so die grosse Chance, Chelsea mit 2:0 in Führung und damit auf Viertelfinal-Kurs zu schiessen. Doch der deutsche Nationalspieler scheitert am Pfosten.
Der Jubel von Kobel-Ersatz Alexander Meyer und seinen Teamkollegen verstummt aber schnell. Weil sich mehrere Dortmunder zu früh in den eigenen Strafraum begeben, wird der Strafstoss unter grossen BVB-Protesten wiederholt. Havertz dagegen behält kühlen Kopf, macht seine Sache im zweiten Anlauf besser und verwandelt abgeklärt zur 2:0-Führung. Weil Dortmund in der Folge nicht mehr reagieren kann, ist der Treffer gleichbedeutend mit Chelseas Viertelfinal-Qualifikation.
Jaccottet: «Der einzig richtige Entscheid»
Für Adrien Jaccottet, Schiedsrichter-Experte bei blue Sport, ist der Entscheid gerechtfertigt. «Ich habe das Gefühl, in der Schweiz hat man in letzter Zeit strengere Hands-Penaltys gepfiffen. Dieser ist für mich relativ klar, die Hand ist draussen.»
Der Spieler mache nicht viel falsch. Eine Sache aber könne man BVB-Verteidiger Marius Wolf vorwerfen. «Er muss damit rechnen, dass eine Flanke kommt», so Jaccottet, für den der Penaltypfiff der einzig richtige Entscheid ist. «Wenn es solche Bilder gibt, aus diesem Winkel und man sieht, dass die Hand nicht am Körper ist, dann ist die Konsequenz im modernen Fussball, dass es Penalty gibt.»
Sammer und Can werfen dem Schiedsrichter Arroganz vor
Die Meinungen darüber gehen allerdings auseinander. blue Experte Mladen Petric findet: «Wolf sieht nicht, dass der Ball dorthin kommt. Ich sehe auch keine Absicht dahinter.» Deutlicher wird BVB-Berater Matthias Sammer als Experte bei Amazon Prime Video: «Der Elfmeter plus die Wiederholung, das ist ein handfester Skandal. Mir braucht auch kein Regelhüter kommen. Für solche Situationen gibt es Persönlichkeiten. Makkelie ist ein sehr, sehr arroganter Mensch.»
Auch Emre Can nervt sich im Interview über den Unparteiischen: «Der war das ganze Spiel arrogant. Wir haben trotzdem ein ordentliches Spiel gemacht. Ich bin stolz, ein Teil dieser Mannschaft zu sein. Wir müssen uns nicht schämen. Wir haben unverdient wegen des Schiedsrichters verloren. Er hat vielleicht Angst vor den Fans, dann soll die UEFA einen anderen Schiedsrichter schicken. Das tut extrem weh.»
Dass der verschossene Penalty wiederholt wird, ist für die Experten allerdings regelkonform. Jaccottet erklärt: «Es gibt ein schlagendes Argument, nämlich, dass einer der Spieler, die zu früh in den Strafraum rannten, anschliessend klärt. Das erklärt, wieso der VAR zwingend eingreifen muss.»