Geht die Zauber-WM von Rumpler Scherwey auch gegen Deutschland weiter?

#Von Marcel Allemann und Martina Baltisberger

3.6.2021

Switzerland's forward Tristan Scherwey passes the puck, during the IIHF 2021 World Championship preliminary round game between Switzerland and Russia (ROC), at the Olympic Sports Center, in Riga, Latvia, Saturday, May 29, 2021. In compliance with sanctions of the CAS, the Russian team performs under the title and flag of the Russian Olympic Committee (ROC) and the game is played behind closed doors due to the coronavirus COVID-19 pandemic. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)
Lässt es rumpeln und sorgt für Skorerpunkte: Tristan Scherwey.
Bild: KEYSTONE

Flügel-Fräse Tristan Scherwey ist nach Gregory Hofmann der zweitbeste Skorer im Schweizer WM-Team. Ein Wunder, wenn man bedenkt, wie mühevoll er in die Saison startete.

#Von Marcel Allemann und Martina Baltisberger

3.6.2021

Beobachtete man den Freiburger anfangs Saison im Dress des SC Bern und sieht man ihn dieser Tage im Trikot der Schweizer Nationalmannschaft, so könnte man meinen, es handle sich um zwei verschiedene Spieler. Im Herbst konnte er einer miserabel auftretenden Berner Mannschaft kaum Impulse geben und gehörte zu den grössten Enttäuschungen im kriselnden Team. Nun ist er an der WM einer der wichtigsten Taktgeber in der erfolgreichen Schweizer Nati.

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02.06.2021

Wie ist so etwas möglich? «Ich brauchte lange, um in die Saison zu finden, es war schwierig für mich», gesteht Scherwey rückblickend. Von Aussen sah es so aus, als hätte er seine körperbetonte, aufsässige Spielweise plötzlich verloren und als hätte er diese zuerst wieder finden müssen. «Das stimmt schon», gesteht der 30-Jährige und erklärt dazu: «Wenn es nicht läuft, beginnt man nachzudenken und dann ist man jeweils ein, zwei Sekunden zu spät, um die Checks anzubringen. Es ist eine Kopfsache.»

Es drohte der Verlust des Nati-Platzes

Scherwey befand sich in einer sehr schwierigen Phase seiner Karriere und musste auch befürchten, dass er seinen Platz in der Nati verlieren könnte. «Die Konkurrenz wird immer grösser», weiss er auch selbst. Doch einerseits gelang es ihm einen «Steigerungslauf» hinzulegen, wie er selbst sagt. Und andererseits weiss auch Patrick Fischer, was er an «Trische» hat.



Der Nationaltrainer braucht seinen Entscheid, auch nach einer schwierigen Saison an der WM weiterhin auf den SCB-Stürmer zu setzen, nicht zu bereuen. Scherwey bezahlte ihm das Vertrauen mehr als zurück, seine dritte WM ist die klar beste. Ihm gelang das so wichtige Tor zum 3:1 im Startspiel gegen Tschechien, das den Weg zum 5:2-Sieg ebnete. Fünf weitere Tore hat er im Verlauf dieses WM-Turniers vorbereitet. 



So kommt es, dass Scherwey mit sechs Skorerpunkten nach Gregory Hofmann (acht) und gemeinsam mit Christoph Bertschy sowie den NHL-Stars Nico Hischier und Timo Meier der beste Schweizer Skorer ist und mit fünf Assists diese Sparte zusammen mit Andres Ambühl und Enzo Corvi sogar als  Leader anführt. Und das alles als Spieler der vierten Sturmlinie. 

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Noch eine Rechnung mit Deutschland offen

Doch dieser läuft es formidabel. Nicht nur ihm, sondern auch seinem Center Bertschy, der wie Scherwey zu den herausragenden Spielern im Schweizer Team gehört. Und natürlich ist diese starke vierte Formation auch eine enorm wertvolle Waffe im Spiel der Nati für den heutigen Viertelfinal gegen Deutschland. «Der Trainer möchte von uns, dass wir simpel und direkt spielen», führt Scherwey aus, «ich hoffe, wir können auf diesem Weg weiterfahren und so dem Team helfen.»



Mit den Deutschen hat Scherwey ohnehin noch eine Rechnung offen. Er gehörte zu jenen elf Spielern aus dem aktuellen WM-Kader, die bei der bitteren 1:2-Niederlage an den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang gegen den grossen Rivalen mit von der Partie war und anschliessend eine schwere Enttäuschung zu verarbeiten hatte. «Das haben wir natürlich nicht vergessen», sagt Scherwey. Und natürlich wird er alles daran setzen, dass seine Zauber-WM nicht ausgerechnet an diesem Punkt endet. 

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