«Machbar und durchsetzbar» – der Salary Cap als mögliche Rettung?

bam

19.5.2020 - 11:28

HCD-Präsident Gaudenz Domenig unterhält sich mit seinem Sportchef Raeto Raffainer.
Keystone

Durch die Corona-Krise sind die Schweizer Eishockey Klubs gefordert, die hohen Lohnkosten zu senken. Der Salary Cap ist eine Variante davon. Kommt es zur Revolution?

Im amerikanischen Profisport haben sich Klubs, Spielergewerkschaften und Fans längst an den Salary Cap gewöhnt. In Europa herrschte bisher die Meinung, die Beschränkung der Löhne sei ein zu schwerer Eingriff in die freie Marktwirtschaft. Die Ligen dürften den Klubs nicht vorschreiben, wie viel Geld sie für Löhne ausgeben.

Aber in Zeiten, in denen plötzlich dringend gespart werden muss, verändern sich die Blickwinkel. Im Schweizer Eishockey soll die Möglichkeit eines Salary Caps (mit einer Übergangsfrist von mindestens drei Jahren) an den nächsten Ligaversammlungen im Juni und August diskutiert und allenfalls beschlossen werden.



«Es sind besondere Massnahmen gefordert», sagt Ligadirektor Denis Vaucher zu «SRF». Er bestätigt: «Wir müssen Kosten reduzieren. Und so kommt der Salary Cap wieder auf den Tisch.»

Ligadirektor Denis Vaucher wird mit den Klubverantwortlichen über den Salary Cap am 17. Juni diskutieren.
Keystone

Es droht die «Luxussteuer»

Wie «watson» schreibt, müssten die Klubs in Zukunft mindestens fünf Millionen Franken und höchstens sieben Millionen Franken für die Löhne ausgeben, sollte ein Salary Cap tatsächlich eingeführt werden. Mit der Untergrenze soll die Konkurrenzfähigkeit gewährleistet werden. Wer trotzdem mehr ausgibt, müsste eine sogenannte «Luxussteuer» zahlen. Diese Abgaben werden schliesslich in einem Fonds gesammelt und an alle Klubs gleichberechtigt verteilt.



Der Davoser Eishockey-Präsident Gaudenz Domenig, ein Wirtschaftsanwalt, befürwortet das Vorhaben. «Der HCD wird sich für die Einführung stark machen», sagt Domenig und hält eine Gehaltsobergrenze für «machbar und durchsetzbar».

Klar ist: Wenn der Salary Cap im europäischen Sport eine Chance hat, dann jetzt. Wenn es die Klubs im Moment der grössten Krise nicht schaffen, eine Gehaltsobergrenze einzuführen, dann werden sie es wohl niemals schaffen.

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Ist der Salary Cap die richtige Lösung, um die Lohnkosten zu senken?
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