Canepa

Canepa: «Bei mir kommen keine Spieler zurück, die den FCZ ablösefrei verlassen haben»

SB10

4.11.2019

Im Teleclub Fussball-Talk «Heimspiel» redet sich FCZ-Präsident Ancillo Canepa in Rage und verkündet, bei ihm gebe es keine Rückkehr für Spieler, die den Klub mit einem auslaufenden Vertrag ablösefrei verlassen haben.

Die Freude über den 1:0-Auswärtserfolg beim Tabellenletzten Thun und die sensationellen Paraden von Goalie Yanick Brecher währte beim FCZ-Präsident Ancillo Canepa nur kurz. Als er im Teleclub-Talk «Heimspiel» auf seine Philosophie bei Transfers zu sprechen kam, erklärte Canepa: «Spieler, die wir bei uns für viel Zeit und Geld jahrelang ausgebildet haben, und uns nachher ablösefrei verlassen, kommen bei mir nicht mehr zurück.» Teleclub-Experte Rolf Fringer pflichtet ihm bei und meint, er würde es genauso handhaben.

Canepas ehemaliger Angestellter Kay Voser sieht es dagegen ganz anders, so sei beispielsweise bei seinem Freund Oli Buff die Ausgangslage eine andere gewesen und überhaupt, solange die Verträge eingehalten werden, könne man doch nicht so argumentieren. «So ist der Markt, so ist der Fussball», meint Voser. 

Fringer erzählt, als Trainer bei Aarau habe er sogar frühzeitig seinen Vertrag mit dem damaligen Präsidenten Ernst Lämmli verlängert, obwohl die Bundesliga lockte. Aber so habe der Verein später Geld für ihn kassiert, erzählt er, auch wenn er natürlich auch die andere Seite sehe. 

Verhalten von Sanogo störte Canepa

«Nau»-Fussballchef Michel Wettstein offenbart die eigenwillige Politik von Ancillo Canepa am Beispiel von Ex-YB-Mittelfeldpuncher Sékou Sanogo, der nach seinem Abstecher nach Saudi-Arabien ablösefrei zu haben wäre, jedoch aus persönlichen Gründen für Canepa nicht infrage kommt. «Ich habe mich früher bei unseren Spielen einige Male fürchterlich über Sanogo aufgeregt, einmal hat er Kevin Rüegg mit seinem hohen Ellbogen ‹fast umgebracht›. Ein gewisses Verständnis für Fair Play braucht es, weshalb er für mich kein Thema ist», erläutert er.

Die fehlenden Leader beim FCZ seien nicht unbedingt ein Problem, wenn dafür die Stimmung stimme – momentan fehle es aber im Klub noch bei beiden Faktoren, stellt Voser fest. Fringer gibt sich optimistisch und traut gleich mehreren Spielern eine grössere Leaderrolle zu. Auch Wettstein sieht eine Entwicklung bei den Zürchern. «Man stemmt sich inzwischen gegen eine Niederlage und lässt sich nicht mehr abschlachten», meint er.

Canepa verteidigt seinen Trainer Ludovic Magnin, der in der Öffentlichkeit kritisch beäugt wird: «Man darf nicht vergessen, dass es seine erste Profistation ist, da muss man sich wie im normalen Arbeitsleben stetig entwickeln. Aber er ist lernwillig und hat das Feuer.» Und stellt klar: «Ich will Nachhaltigkeit und Konstanz.» Die emotionalen Ausbrüche von Magnin sind für die Runde kein Problem, solange es noch einigermassen im Rahmen bleibe.

Seit 2006 ist Ancillo Canepa als Präsident bei den Zürchern am Ruder und hat immer noch Freude an seiner Rolle. Wettstein ebenfalls, schliesslich leben die Medien von solchen Figuren. Auch Ex-Profi Voser schätzt, dass mit Canepa Konstanz an der Vereinsspitze herrscht. Trotz Tabellenrang 4 will Canepa noch nicht zu fest nach oben schielen, solange die Liga noch so ausgeglichen sei. Dennoch macht Canepa klar: «Ich würde gerne mit dem FCZ wieder in der Europa League spielen.»

Heimspiel – Der Fussball-Talk in voller Länge:

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