«Der Videoschiedsrichter geht mir einfach auf die Nerven»

Von Jan Arnet

17.10.2021

St.Gallen – Servette 2:1

St.Gallen – Servette 2:1

Credit Suisse Super League, 10. Runde, Saison 21/22

17.10.2021

Nachdem sich bereits am Samstag die Young Boys über einen klaren Fehler des Videoschiedsrichters geärgert hatten, schäumen am Sonntag auch die Genfer wegen des (fehlenden) VAR-Einsatzes.

Von Jan Arnet

17.10.2021

Servette-Trainer Alain Geiger ärgert sich nach der 1:2-Pleite in St. Gallen gleich über zwei umstrittene Situationen, in denen die Schiedsrichter für den Gegner entschieden haben. «Ich kann das nicht verstehen. Bei der Penalty-Szene war Rodelin klar vor dem St. Galler am Ball», sagt Geiger im Interview mit blue Sport. In der 69. Minute hatte Basil Stillhart den Genfer im Strafraum zu Fall gebracht, die Pfeife von Schiedsrichter Luca Piccolo blieb aber stumm (im Video oben ab 1:40).

Für «Übeltäter» Stillhart war es kein Penalty-würdiges Foul: «Ich habe ihn schon berührt, aber er kommt auch dem Ball entgegen und letztlich treffe ich den Fuss und den Ball. Deswegen denke ich nicht, dass es ein Foul war.» Ein höchst umstrittener Entscheid.



Fast noch mehr ärgert sich Geiger aber über den nicht abgepfiffenen Zweikampf zwischen Ousmane Diakite und Alex Schalk, Sekunden vor dem 2:1-Siegestreffer der Ostschweizer in der Nachspielzeit. «Diakite trifft Schalk mit dem Ellenbogen im Gesicht, für mich ist das ein klares Foul», so der Servette-Coach. Diesmal schaltete sich der VAR ein und Piccolo schaute sich die Szene nochmals an, kam aber zum Schluss, dass alles regulär war (im Video oben ab 2:28).

Servette-Trainer Alain Geiger: «Der VAR macht einen Riesenfehler»

Servette-Trainer Alain Geiger: «Der VAR macht einen Riesenfehler»

Alain Geiger ist mit den Leistungen des Video-Schiedsrichters höchst unzufrieden. Ausserdem spricht er auch die mangelnde Kommunikation mit den Unparteiischen an.

17.10.2021

«Die Schiedsrichter und der VAR machen Riesenfehler. Wir wurden jetzt schon zum zweiten Mal klar benachteiligt», lamentiert Geiger und bemängelt auch den Austausch mit den Unparteiischen. «Wir haben fast keinen Kontakt mit dem Schiedsrichter, die Kommunikation ist nicht gut. Es ist schwierig, mit diesen Leuten zu sprechen.»

Görtler: «Endlich hat mal einer die Eier»

Aber auch auf der Gegenseite ist man alles andere als restlos zufrieden mit dem VAR. «Der Videoschiedsrichter geht mir einfach auf die Nerven», sagt FCSG-Captain Lukas Görtler, der nicht verstehen kann, warum Piccolo von den Assistenten einen Hinweis bekam, dass er sich den Zweikampf zwischen Diakite und Schalk nochmals anschauen soll.

Görtler macht dem Schiedsrichter auf dem Platz dafür ein grosses Kompliment: «Grösster Respekt vor Schiri Piccolo. Endlich hat mal einer die Eier, zu sagen, dass die Entscheidung auf dem Platz die richtige war. Denn das war kein klarer Fehlentscheid.»

Görtler: «Der Videoschiedsrichter nervt einfach»

Görtler: «Der Videoschiedsrichter nervt einfach»

Lukas Görtler kassiert in den Schlussminuten noch die gelbe Karte, weil er mit dem VAR hadert. Im Interview erklärt er seinen Aussetzer.

17.10.2021

Nicht alle sind da gleicher Meinung. «Ich habe gedacht, dass er auf Foul entscheidet, als er sich das nochmals angeschaut hat. Es war ein sehr harter Zweikampf», sagt etwa blue-Experte Marco Streller. «Aber man muss auch sagen, dass die St. Galler in Vergangenheit auch viel VAR-Pech hatten. Jetzt haben sie mal Glück gehabt. In der Summe haben sie sich das verdient.»

VAR-Probleme schon am Samstag

Bereits am Samstag hatte der Videoschiedsrichter in Bern für Aufregung gesorgt. «Wir wurden um den Sieg gebracht», beklagte sich YB-Trainer David Wagner nach dem 1:1 gegen Luzern über den VAR, der bei einem Treffer der Berner ein Abseits gesehen hat, das keines war. Mehr dazu hier.