Fink ruft den Abstiegskampf aus

sda/bam

9.11.2018

Die Grasshoppers sind in der Realität angekommen. Nach dem Fall ans Tabellenende der Super League und vor dem Kellerduell mit Neuchâtel Xamax am Sonntag hat Trainer Thorsten Fink den Abstiegskampf ausgerufen.

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Auch bei den Grasshoppers? Mit forschen Tönen und Europacup-Ambitionen in die Saison gestartet, findet sich der Rekordmeister nach einem guten Drittel der Saison am Tabellenende wieder. Zwar sind sie auf dem GC-Campus auch wegen der kleinen Abstände nach wie vor davon überzeugt, am Ende weiter oben zu stehen, vielleicht auf einem Europa-League-Platz, doch nun verkennen sie die Realität nicht mehr. Das machte Thorsten Fink vor dem Gastspiel beim punktgleichen Tabellenvorletzten Xamax in aller Deutlichkeit klar.

«Wenn man sich unser Spiel am letzten Samstag anschaut, muss man eingestehen: Wir sind im Abstiegskampf. Da kann ich nichts beschönigen», sagte Fink. Der Gegner hiess YB; gegen den nach wie vor dominanten Meister darf man durchaus auch zuhause verlieren. Die Art und Weise des 0:3 stiess dem deutschen Trainer aber sauer auf. Er vermisste Biss und Galligkeit, die Bereitschaft, dem Gegner weh zu tun, ohne unfair zu sein – also die Einstellung, die er vor dem Spiel von seinen Schützlingen eingefordert hatte und auf die es in Situationen wie dieser oft ankommt.

Eine Zwischenbilanz – sie fiele nach aktuellem Stand auch wegen der vielen Verletzten ernüchternd bis besorgniserregend aus – lässt Fink zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu. Seine Forderung ist aber eindeutig: «In den nächsten Spielen müssen wir punkten!» Bis zur Winterpause treten die Hoppers nach Xamax noch gegen St. Gallen, Zürich, Luzern und Thun an – Gelegenheiten genug, um die Realität wieder etwas näher an die Utopie zu rücken. Allerdings muss dafür vor allem von den Leistungsträgern mehr kommen. Bisher vermochten diese den Karren ebenso nicht aus dem Dreck zu ziehen wie Fink, unter dem GC von 18 Spielen nur vier gewann, der aber nach wie vor im Verein viel Rückendeckung geniesst. 

«Kontinuität schadet keinem Verein»

Philippe Montandon findet es wichtig, dass GC weiterhin auf den deutschen Trainer setzt. In der Talk-Sendung «Kick-off» erklärt der ehemalige Fussballer: «Kontinuität schadet keinem Verein. Man ist sich ja auch bewusst, dass man kein Kader für die ersten drei Ränge hat. EinTrainer-Wechsel verspricht nicht immer Erfolg – das sieht man ja auch bei anderen Super-League-Klubs.» GC hat die Lage lange schön geredet. «Man will Ruhe in den Verein bringen, deswegen schirmt man das Ganze auch medial ab.» Auch Teleclub-Experte Daniel Gygax glaubt, dass Fink der richtige Mann ist. «Es wird zwar ganz schwierig, aber Fink kennt diese Situation: Er ist zu GC gekommen und musste den Klub in der letzten Saison retten.» Wird ihm das erneut gelingen? Bis zur Winterpause soll Fink jedenfalls fest im Sattel sitzen.

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