Stocker: «Gut, habe ich das Handy in der letzten Woche zur Seite gelegt»

jar

18.6.2019

Nach einer chaotischen Woche mit dem Rücktritt von Sportchef Marco Streller startet der FC Basel in die Saison-Vorbereitung. Was denken die Spieler über die aktuelle Situation? Valentin Stocker und Ricky Van Wolfswinkel geben Auskunft.

Mit dem Cupsieg und nur einer Niederlage in der Rückrunde machte der FC Basel im Frühling so etwas wie eine Kampfansage an die Young Boys: Mit den Bebbi ist in der neuen Saison wieder zu rechnen. Umso mehr überraschte es, dass es in Basel nur wenige Tage vor Start in die Saisonvorbereitung  einen grossen Knall gab: Am Freitag trat Marco Streller per sofort als Sportchef zurück, weil «zwei, drei Sachen passierten, die ich nicht akzeptieren kann».

Welche Sachen dabei genau gemeint sind, will der FCB in der Medienkonferenz vom Dienstag nicht verraten. Offensichtlich ist jedoch, dass Streller den Trainer wechseln wollte und von Präsident Burgener dafür kein grünes Licht bekam. Burgener sagt dazu nur, dass Marcel Koller nie eine Kündigung erhalten hat. 

Nun müssen die Bebbi einen neuen Sportchef suchen – und das so schnell wie möglich. Schliesslich ist Transferzeit und damit die wichtigste Zeit überhaupt für einen Sportchef. Bis auf Weiteres werden die Aufgaben von einer Taskforce, der CEO Roland Heri vorsteht, übernommen.

«Die Stimmung im Team ist super»

Es sind chaotische Tage, durch welche die FCB-Führung geht. Wie haben sie die Spieler, die bis am Montag in ihren Ferien weilten, erlebt? «Ich habe nur den wichtigsten Punkt mitbekommen: Dass Streller weg ist. Was sonst noch berichtet wurde, habe ich nicht mitgekriegt», sagt Ricky van Wolfswinkel zu Teleclub. «Ich hatte mit Marco eine gute Beziehung, und es freut mich nicht, dass er nicht mehr da ist.»



Auch Valentin Stocker sagt, dass er sich in den letzten Tagen erst einmal über den neuesten Stand beim FCB habe informieren müssen. «Natürlich habe ich mitgekriegt, was los war, aber ich habe mein Handy bewusst zur Seite gelegt und einfach abgeschaltet», sagt Stocker. «Ich denke, ich habe alles richtig gemacht», lacht der Flügelspieler, der sich vom Rücktritt seines engen Vertrauten Streller nicht allzu sehr beunruhigt zeigt. 

Er wolle sich nun auf seine eigenen Aufgaben konzentrieren, sagt Stocker: «Als Spieler können wir solche Entscheide, die gefallen sind, nicht wirklich beeinflussen. Aber wir können unsere Leistung auf dem Platz beeinflussen. Und deshalb ist es wichtig, dass wir jetzt eine gute Vorbereitung haben und weitermachen können, wie wir aufgehört haben.»

Was auf jeden Fall gleich bleiben wird wie am Ende der letzten Saison, das ist der Trainer. Marcel Koller hat den Machtkampf gegen Streller gewonnen und wird den FCB auch in der nächsten Saison coachen. «Ich denke, der Präsident will einfach das Beste für den Klub», sagt Van Wolfswinkel. Auch für den niederländischen Stürmer ist es jetzt «nicht schwierig», mit der Situation umzugehen. «Wir müssen nur Fussball spielen, ganz einfach. Was im Klub passiert, liegt nicht in unseren Händen.»



Und wie war die Stimmung im Team beim ersten Training nach den Sommerferien und den chaotischen Tagen? «Super», sagt van Wolfswinkel, «wir hatten alle schöne Ferien und es ist schön, die Kollegen wieder zu sehen und mit dem Training zu beginnen». Worte, die nicht den Anschein machen, als habe die Mannschaft zum Trainingsauftakt einen neuen Trainer erwartet.

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