WM-Ticker vom 20. Juni WM-Ticker: Otter-Orakel macht Deutschen Hoffnung +++ Ronaldo hat jetzt einen Ziegenbart ++ Moskau in Biernot

Teleclub

20.6.2018

Was gibt in Russland zu Reden? Wir bleiben für Sie am Ball, damit Sie nichts Wichtiges verpassen.

Die Spiele des heutigen Tages

Costa rettet Spanien drei Punkte

Spanien ging gegen den Iran eigentlich als haushoher Favorit ins Rennen. Und dennoch tat man sich gegen die gut organisierte Abwehr der Iraner lange Zeit schwer. Lediglich ein glücklicher Abpraller sorgte dafür, dass die Spanier trotzdem ein wichtiges 1:0 für sich verbuchen konnten.

Den gesamten Spielbericht zum Knorz der Spanier finden Sie hier.

Immerhin das Otter-Orakel macht Deutschland Hoffnung

Wie so üblich hat auch die WM in Russland ihr tierisches Orakel. Harry heisst der kleine Otter, welcher die Partien jeweils vorauszusagen versucht. Mit den beiden Russen-Siegen hat er die Härteprobe bereits bestanden. Jetzt darf sich auch an andere Spiele wagen und das wird vor allem den deutschen Fans Hoffnung machen.

Das kleine Kerlchen prognostiziert nämlich einen Sieg der Löw-Truppe gegen die Schweden am Samstag.

Schon heute Mittwochabend wird Harry womöglich aber einen herben Dämpfer erleiden. Den Spaniern traut er gegen Iran nämlich nur ein Remis zu. Ein sehr unwahrscheinliches Ereignis. Sollte er aber Recht behalten, kann er es definitiv mit Krake Paul aufnehmen, der bei der WM 2010 in Höchstform war.

Harry, der kleine Otter, orakelt während der WM in Russland. Bisher mit guten Ausgängen.
Harry, der kleine Otter, orakelt während der WM in Russland. Bisher mit guten Ausgängen.
Bild: Twitter

«Urus» mit Magerkost in den Achtelfinal

Es war vielleicht das bisher schwächste Spiel dieser WM. Doch ein mageres 1:0 durch Luis Suarez reicht den Urugayern schliesslich, um sich vorzeitig für die Achtelfinals zu qualifizieren. Dennoch hätten die Saudi Araber einen Ausgleich nur schon für ihren beherzten Auftritt mehr als verdient gehabt.

Den ganzen Matchbericht zum Gruppenspiel finden Sie hier.

Cristiano Ronaldo beantwortet GOAT-Frage auf seine Weise

Die ewige Diskussion geht in die nächste Runde: Wer ist der beste Fussballer aller Zeiten, Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi? Mit seinem heutigen Auftritt machte Ronaldo gleich im doppelten Sinne Werbung in eigener Sache.

Einerseits verhalf der Portugiese mit seinem vierten WM-Treffer den eigenen Landsleuten zum ersten Vollerfolg an der diesjährigen Weltmeisterschaft (1:0 gegen Marokko) und stellte damit einen neuen europäischen Rekord auf. Mit seinem 85. Länderspieltor überflügelt er den bisherigen Rekordhalter Ferenc Puskas, der in seiner Karriere zwischen 1945 und 1956 insgesamt 84 Mal für Ungarn traf. 

Was beim Spiel gegen die Marokkaner auffiel: Nachdem Ronaldo gegen Spanien beim Torjubel noch einen Ziegenbart imitierte, liess er sich nun tatsächlich einen wachsen. Es ist ein weiteres Statement von CR7 in der GOAT-Debatte, die Messi vor wenigen Tagen selbst lancierte, indem er sich mit einer Ziege ablichten liess.

Ob Ronaldos kurzerhand wachsen gelassene Ziegenbärtchen nun die Diskussion beenden vermag, oder ob sich Messi eine passende Antwort ausdenkt, wird sich in naher Zukunft zeigen. 

Wer ist hier die Ziege? Cristiano Ronaldo liefert ein auffallendes Argument.
Wer ist hier die Ziege? Cristiano Ronaldo liefert ein auffallendes Argument.
getty images

Harsche Kritik auch aus der Heimat: «Neymar schadet dem Team»

Weil er beim 1:1 gegen die Schweiz häufig am Boden lag, ging Neymar hierzulande vielen Fussball-Fans ziemlich auf die Nerven. Kritik kassiert der brasilianische Superstar auch aus der Heimat. Mehr dazu finden Sie hier.


Portugal dank Ronaldo auf Achtelfinal-Kurs

Portugal zittert sich mit einer bestenfalls durchwachsenen Leistung zu einem 1:0-Erfolg über Marokko und hat damit in Gruppe B beste Aussichten auf das Achtelfinale! Dort werden sie mit einem solchen Auftritt allerdings nicht viel zu melden haben. Nach dem frühen Treffer von Cristiano Ronaldo kam vom amtierenden Europameister überhaupt nichts mehr und es war lediglich Keeper Rui Patrício und der Abschlussschwäche der Marokkaner zu verdanken, dass unter dem Strich ein Sieg für die Mannschaft von Fernando Santos steht (zum Matchbericht).


In Moskau geht das Bier aus!

Die Weltmeisterschaft 2018 ist noch nicht einmal eine ganze Woche alt und schon droht die grosse Dürre. Das Bier geht aus. Besitzer verschiedener Moskauer Bars und Pubs befürchten, dass der Biervorrat noch vor Ende der Gruppenphase zu Ende gehe.

«Wir haben einfach nicht erwartet, dass die nur Bier wollen.» so ein Kellner einer Moskauer Bar, deren Biervorrat bereits am Montag ausgegangen sein soll. Kein Wunder, eröffneten doch die als besonders trinkfest geltenden Engländer am Montagabend ihre WM-Kampagne mit einem 2:1-Erfolg über Tunesien. Aber nicht nur die Engländer trinken fleissig Bier, auch die südamerikanischen Fans sollen ordentlich Durst haben. 

Nicht nur bei Anhängern aus Panama steht Bier hoch im Kurs.
Nicht nur bei Anhängern aus Panama steht Bier hoch im Kurs.
Getty Images

Dabei haben die russischen Gastwirte in Sachen Alkohol eigentlich vorgesorgt. Blöd nur, vom Wodka lassen die ausländischen Besucher die Finger. Vielleicht aber müssen die Fussballfans bald auf das berüchtigte russische «Wässerchen» umstellen.


Felix Brych leitet Schweiz gegen Serbien

Der Deutsche Felix Brych leitet am Freitag den zweiten Schweizer WM-Auftritt in Kaliningrad gegen Serbien. Der 42-Jährige pfiff bereits mit dem Playoff-Rückspiel gegen Nordirland (0:0) vor Kurzem einen Match der Schweiz.

Brych, der seit 2004 in der Bundesliga im Einsatz steht, leitete den vorletzten Champions-League-Final zwischen Real Madrid und Juventus Turin (4:1) und gehörte schon bei den vergangenen beiden Endrunden (EM 2016 und WM 2014) zum Schiedsrichter-Aufgebot.

Gutes Omen? Felix Brych leitete im November schon das WM-Playoff-Rückspiel der Schweiz gegen Nordirland.
Gutes Omen? Felix Brych leitete im November schon das WM-Playoff-Rückspiel der Schweiz gegen Nordirland.
Keystone

Island-Beau wird zum weltweiten Sex-Symbol

Island-Kicker Rurik Gislason ist seit seinem WM-Debüt gegen Argentinien ein Social-Media-Star. Wie Medien aus Island am Dienstag berichten, schoss die Zahl seiner Instagram-Follower seit dem historischen 1:1 gegen Messi und Co. von rund 40'000 auf – Stand Mittwochmorgen – mehr als 600'000! Als Gislason gegen die Argentinier in der 63. Minute eingewechselt wurde, explodierten seine Follower-Zahlen regelrecht.

Dabei konnte der Profi des deutschen Zweitligisten SV Sandhausen nicht wirklich mit einer überragenden Leistung glänzen. Vor allem in Südamerika gewann der muskulöse Mann mit zu einem kleinen Zopf gebundenen blonden Haar und dem Bart zahlreiche neue Fans.

Gislason scheint auf bestem Weg zum globalen Sexsymbol – wie einst David Beckham. Ein argentinischer Reisenanbieter macht schon Werbung mit einem Bild des badenden Wikingers. «Mädchen, bei uns gibt es Flüge nach Island. Wer will?», schreiben die Argentinier. 

Schon als Gislason an der Aussenlinie für seine Einwechslung bereit stand, postete eine der berühmtesten Schauspielerinnen Brasiliens, Gabriela Lopes, in den sozialen Netzwerken: «Wie ist das nur möglich, dass man so schön ist?» Südamerikanische Mädchen decken den Blondschopf auf dessen Instagram-Account seither mit Liebeserklärungen ein. 

Gislason hat mit nun auch schon deutlich mehr Follower als Island Einwohner (334'000). Dem 30-jährigen Stürmer ist der Hype dem Vernehmen nach etwas peinlich – dazu geäussert hat er sich zumindest in der Öffentlichkeit noch nicht.

«Unfähiger Trainer!» – Heftige Kritik am Ägyten-Coach

Nach den enttäuschenden WM-Auftritten der ägyptischen Nationalmannschaft ist in der Heimat vor allem Trainer Héctor Cúper in den Mittelpunkt der Kritik gerückt. «Mr. Cúper, ich bitte Sie zu gehen», schrieb der Chefredakteur der privaten Zeitung «Al-Masry al-Youm», Hamdi Risk, am Mittwoch in der Überschrift seines Kommentars. Es müsse künftig einen ägyptischen Trainer für das Nationalteam geben. Cuper sei ein «unfähiger Trainer», der beim Team-Management versagt habe.

Ägypten hatte sich erstmals seit 28 Jahren wieder für eine WM qualifiziert. Der Argentinier Cúper hat mit seinem Team aber sowohl gegen Uruguay (0:1) als auch Russland (1:3) verloren.

Héctor Cúper wird in Ägypten heftig kritisiert.
Héctor Cúper wird in Ägypten heftig kritisiert.
Getty Images

Das Nationalteam stehe in Russland zum Verkauf, schrieb Kolumnist Ihab al-Chatib in der Zeitung «Al Watan». Die Spieler hätten ihren Fokus und ihre Konzentration wegen des Medienrummels verloren. «Die Nationalmannschaft ist zu einem Produkt für Werber und Sponsoren geworden. Sogar einige Spieler haben das weltweite Event ausgenutzt, um in TV-Werbungen aufzutauchen. Alle haben mit dem Nationalteam Geschäfte gemacht, nur die Fans haben die Mannschaft umsonst unterstützt.»

Vorbildlich: Senegal-Fans räumen im Stadion den Müll weg

Die schönste Szene des Dienstags erreignete sich im Spartak-Stadion von Moskau: Dutzende Senegal-Fans räumten nach dem 2:1-Sieg ihres Teams gegen Polen ihren Abfall weg. Da können sich viele andere Anhänger ein Beispiel nehmen...

FIFA «extrem zufrieden» mit WM-Debüt des Videobeweises

Der Fussball-Weltverband hat ein positives Zwischenfazit über die Premiere des Videobeweises bei der WM in Russland gezogen. Die FIFA zeigte sich in einer Mitteilung am Mittwoch «extrem zufrieden mit dem Niveau der Schiedsrichter und der erfolgreichen Einführung des Systems der Video-Assistenten, die insgesamt sehr positiv aufgenommen» worden sei. «Es ist anerkannt, dass es weiterhin Diskussionen und geteilte Meinungen um bestimmte Entscheidungen geben wird.»

Insgesamt wurden bei diesem Turnier bereits vier Elfmeter nur durch die Intervention der Video-Assistenten gegeben. Mehrfach sorgte das System auch für Diskussionen: Beispielsweise forderten die Brasilianer vor dem 1:1-Ausgleichstreffer der Schweiz einen Foulpfiff. Das englische Team wollte beim 2:1-Sieg über Tunesien einen Elfmeter nach einem angeblichen Foul an Harry Kane. 

Das bringt der 7. WM-Tag

Der Mittwoch bringt den zweiten Auftritt von Cristiano Ronaldo. Wie jubelt der Superstar diesmal, sollte er erneut treffen? Auch die Spanier sind wieder gefordert, Uruguay kann schon das Achtelfinal-Ticket lösen.

Nach ihrem spektakulären 3:3 im direkten Duell zum WM-Auftakt bestreiten Europameister Portugal und Spanien am Mittwoch ihre zweiten Vorrundenspiele der Gruppe B. In Gruppe A steht der Vergleich zwischen Uruguay und Saudi-Arabien an. Die DFB-Elf trainiert erstmals in Sotschi.

JUBEL: Nach drei Toren von Cristiano Ronaldo im bisher packendsten Spiel der WM zwischen Portugal und Spanien (3:3) sorgte der Jubel des Weltfussballers für Diskussionen. Bei seinem Dreierpack hatte sich Ronaldo – wohl in Anspielung auf die Übersetzung der englischen Abkürzung GOAT («Grösster aller Zeiten»/Ziege) – beim Jubeln am Kinn gekratzt. Portugals Nationaltrainer Fernando Santos sprach am Tag vor dem Spiel gegen Marokko im Moskauer Luschniki-Stadion (14.00 Uhr) lächelnd von einer «normalen Geste in Portugal».

JUBILÄUM I: Im 100. Länderspiel von Uruguays Topstürmer Luis Suárez soll der zweite Sieg her, um die Chancen auf den Gruppensieg vor dem abschliessenden Duell mit Gastgeber Russland zu erhalten. Die erste Partie hatten die Südamerikaner etwas glücklich 1:0 gegen Ägypten gewonnen, nun geht es in Rostow am Don (17.00 Uhr) gegen Saudi-Arabien. Dort ist die Euphorie nach dem beachtlichen 1:2 im Test gegen Deutschland durch das 0:5 im Auftaktspiel gegen Russland komplett dahin.

JUBILÄUM II: Auch für den spanischen Abwehrspieler Piqué vom FC Barcelona steht das 100. Länderspiel an. Gegen den Iran (20.00 Uhr) ist der Weltmeister von 2010 in Kasan klarer Favorit, auch wenn beim Gegner nach dem 1:0-Sieg gegen Marokko und dem erst zweiten WM-Erfolg überhaupt in der Historie des Landes die Euphorie riesig ist. «Sie haben eine klare Idee davon, was sie tun wollen. Sie sind physisch sehr stark, es wird sehr hart», sagte Spaniens Neu-Coach Fernando Hierro. Bayern-Profi Thiago könnte für Koke in die Startformation rücken.

JAMMERN VERBOTEN: Für die DFB-Elf ist die Situation nach dem 0:1 gegen Mexiko und vor dem Spiel gegen Schweden am Samstag prekär. Bei einer Niederlage droht sogar der Vorrunden-K.o. Am Mittwoch wird der Weltmeister erstmals nach dem temporären Umzug von Watutinki nach Sotschi in dem Olympia-Ort an der Schwarzmeerküste trainieren. «In einem Turnier gibt es Widerstände. Die muss man annehmen», sagte Bundestrainer Joachim Löw nach dem Fehlstart. «Angekommen in Sotschi, wo wir die Wende schaffen müssen», schrieb Abwehrspieler Mats Hummels am Dienstagabend auf Twitter. Köpfe frei bekommen und Krisenstimmung vertreiben lautete der Auftrag für Löw und seine Mannschaft.

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