Spielorte, Teams, Modus … und warum heisst das Turnier eigentlich Euro 2020?

Von Patrick Lämmle

4.6.2021

Bald können Fussball-Fans an der EM wieder mit ihren Teams mitfiebern.
Bild: Getty

Am 11. Juni eröffnen die Schweizer Gruppengegner Italien und Türkei die EM. Wer ist sonst noch alles dabei, wo wird gespielt, wer muss am meisten Kilometer zurücklegen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Von Patrick Lämmle

4.6.2021

Die EM hätte bereits im letzten Jahr stattfinden sollen, doch aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie wurde sie um ein Jahr verschoben. Das führt uns auch gleich zur ersten Frage.

Was ist korrekt: Euro 2020 oder Euro 2021?

Darüber haben wir auch auf der Redaktion debattiert. Der offizielle Name des Wettbewerbs lautet «Uefa Euro 2020». Auf den ersten Blick tut das weh in den Augen, sind wir doch längst im Jahr 2021 angekommen. Aus vielerlei Hinsicht macht es allerdings Sinn, alles beim Alten zu belassen. So können etwa bereits produzierte Fanartikel und lizenzierte Produkte auch in diesem Jahr genutzt werden – das schont den Geldbeutel und die Umwelt gleichermassen. Medien und Fans nutzen dennoch oft die Bezeichnung «Euro 2021» und das tut am Ende des Tages auch niemandem weh.

Wann findet die Euro 2020 statt?

Sie beginnt am 11. Juni 2021 (21 Uhr) in Rom mit dem Eröffnungsspiel zwischen der Türkei und Italien. Der Final findet einen Monat später am 11. Juli (21 Uhr) im Wembley-Stadion in London statt.

Wo findet die EM statt?

Ursprünglich hätte das Turnier in zwölf Städten stattfinden sollen, nun sind es deren elf. Kurzfristig wurden Bilbao und Dublin als geplante Austragungsorte gestrichen, weil sie keine Zusage machten, dass Fans ins Stadion gelassen würden. Als Spielort hinzugekommen ist Sevilla, zudem werden in London und St. Petersburg zusätzliche Spiele stattfinden.

Spielort / Stadion / Spiele / Zuschauerkapazität

  • London / Wembley Stadion / 3 GS, 2 AF, 2 HF, Final / 90'000
  • Rom / Olympiastadion Rom / 3 GS, 1 VF / 72'698
  • Baku / Nationalstadion Baku / 3 GS, 1 VF / 69'870
  • München / Allianz Arena / 3 GS, 1 VF / 69'344
  • St. Petersburg / Krestowski-Stadion / 6 GS, 1 VF / 68'134
  • Budapest / Neues Nationalstadion / 3 GS, 1 AF / 65'000
  • Sevilla / Olympiastadion Sevilla / 3 GS, 1 AF / 57'619
  • Bukarest / Arena Nationala /3 GS, 1 AF / 55'600
  • Amsterdam / Johan-Cruyff-Arena / 3 GS, 1 AF / 54'990
  • Glasgow / Hampden Park / 3 GS, 1 AF / 51'886
  • Kopenhagen / Telia Parken / 3 GS, 1 AF / 38'065

Wann und wo spielt die Schweizer Nati?

Die Schweiz bestreitet ihr erstes Spiel am 12. Juni in Baku (Aserbaidschan) gegen Wales. Vier Tage später spielt die Nati im über 4000 Kilometer entfernten Rom gegen Italien. Wiederum vier Tage später gilt es im letzten Gruppenspiel, erneut in Baku, gegen die Türkei ernst. Die Schweizer Meilensammler werden damit zu den grössten Umweltsündern des Turniers, keine andere Mannschaft hat mehr Kilometer zu überwinden. Bleibt zu hoffen, dass die Reiserei keine müden Beine verursacht, denn die wichtigsten und erst noch klimaneutralen Kilometer haben die «Herren der Lüfte» auf dem Platz zurückzulegen.

Gar nicht reisen müssen in der Gruppenphase übrigens Italien, Dänemark, die Niederlande, England, Spanien und Deutschland.

Warum sind die Spiele über den ganzen Kontinent verteilt?

1960 wurde die erste Fussball-Europameisterschaft ausgetragen. Zum 60-jährigen Jubiläum wollte man deshalb etwas ganz Besonderes bieten. Besonders war dann am Ende nur, dass die EM aufgrund einer Pandemie nicht wie geplant stattfinden konnte. Wie wir alle wissen, ist es in Zeiten von Corona nicht die beste Idee, rund um die Welt zu reisen. Und deshalb hagelte es auch immer wieder Kritik, dass die Uefa an den Plänen der paneuroäischen EM festhielt. Doch was die Herren entscheiden, hat befolgt zu werden.

Welche Mannschaften sind dabei?

Die Crème de la Crème des europäischen Fussballs sagen die einen, alle die wollten die anderen. Beide Standpunkte würden einem Fakten-Check nicht standhalten. Einziger Wermutstropfen: Gastgeber Aserbaidschan, das einzige Team an dieser Euro, das wirklich gerne in Baku gespielt hätte, hat sich nicht qualifiziert. Die Frage ist damit aber noch nicht ansatzweise beantwortet, doch das folgt sogleich.

Die EM-Gruppen im Überblick

  • Gruppe A: Schweiz, Türkei, Italien, Wales
  • Gruppe B: Dänemark, Finnland, Belgien, Russland
  • Gruppe C: Niederlande, Ukraine, Österreich, Nordmazedonien
  • Gruppe D: England, Kroatien, Schottland, Tschechien
  • Gruppe E: Spanien, Schweden, Polen, Slowakei
  • Gruppe F: Portugal, Frankreich, Deutschland, Ungarn

Wie ist der EM-Modus – wie viele Mannschaften kommen weiter?

Es gibt sechs Vierergruppen. In diesen Gruppen spielt jeder gegen jeden einmal. Die Achtelfinals erreichen die sechs Erst- und Zweitplatzierten jeder Gruppe. Zudem erreichen die vier besten Gruppendritten die K.o.-Phase.

Wie werden die vier besten drittplatzierten Mannschaften bestimmt?

Wer jetzt auf eine einfache Antwort hofft, der wird bitter enttäuscht. Na ja, so kompliziert ist es nun zwar auch wieder nicht.

Kriterien zur Bestimmung der vier besten Drittplatzierten

  • Anzahl Punkte
  • Tordifferenz
  • Anzahl erzielter Tore
  • Anzahl Siege
  • Fair-Play-Wertung
  • Position in der Schlussrangliste der EM-Qualifikation

Wer ist amtierender Europameister?

Portugal hat 2016 den Titel geholt, dies, obwohl Ronaldo im Final gegen Frankreich bereits in der ersten Halbzeit verletzt ausgewechselt werden musste. Den Siegtreffer erzielte Éder in der 109. Minute, angetrieben vom an der Seitenlinie wild gestikulierenden Ronaldo.

Der verletzt ausgewechselte Ronaldo peitscht seine Teamkollegen im EM-Final 2016 an.
Bild: Keystone

Welche Superstars sind nicht dabei?

Wer jetzt an Messi denkt, der liegt nicht falsch. Aber wir sprechen hier nur von Europäern, von Fussballern also, die theoretisch hätten dabei sein können. Da wären zum Beispiel die norwegische Tormaschine Erling Haaland oder Real-Raubein Sergio Ramos. Warum die beiden nicht dabei sind und wer sonst noch alles so fehlt, das kannst du hier nachlesen.



Wer ist im Schweizer Kader?

Vladimir Petkovic hat auf «Experimente» verzichtet und viele altbekannte Gesichter aufgeboten. Dass Gregor Kobel nicht im Kader figuriert, das nimmt man wohl nur mit der deutschen Brille überrascht zur Kenntnis. Wenn du ganz genau wissen willst, wer alles dabei ist, dann schau dir unseren grossen Nati-Check an.




Nati-Aufgebot
Hättest du Gregor Kobel ins EM-Kader berufen?

Wo sehe ich die Spiele?

Wenn du zu Hause bist, dann kannst du dich vor die Flimmerkiste werfen, denn SRF zeigt alle Spiele der Uefa Euro 2020 live. Die luxeriöseste aller Varianten: Ein EM-Spiel im Kino schauen. Alle Spiele der Schweizer Nati sowie das Finale (wenn es ganz schiefläuft, findet dieses Spiel ohne Schweizer Beteiligung statt) siehst du in unseren «blue Cinema» Kinos. Ach komm, wir leiten dich gleich mal weiter, dann kannst du Nägel mit Köpfen machen. Lass unsere Popcorn-Maschinen nicht im Stich!

Wenn du den ultimativen Nervenkitzel suchst, dann setz auf die Karte Public Viewing. Vielleicht nicht die schlauste Idee, aber das ist ja die über ganz Europa verstreute EM auch nicht. Geimpfte sind im Vorteil …



Wo informiere ich mich, wenn ich im Büro sitze oder unterwegs bin?

Dann kannst du natürlich alle 51 Spiele bei uns live im Ticker verfolgen. Matchberichte, Nati-Noten, Experten-Analysen, alles wirst du auf «blue News» finden. Für das Gespräch an der Kaffeemaschine wirst du bestens gerüstet sein, selbst als Fussball-Laie. Denn im Vorfeld der EM werden wir dir auch noch die wichtigsten Fussballbegriffe erklären – doch das machen wir nicht mehr heute. Am besten setzt du gleich noch ein Lesezeichen für unsere Euro-Seite, dann bist du gerüstet.

Freust du dich überhaupt auf die EM?

Wie gross ist die Vorfreude im Land? «blue News» hat sich Ende Mai in Basel umgehört. Wie du bei Betrachtung des Videos schnell bemerken dürftest, handelt es sich dabei nicht um eine repräsentative Umfrage (Fehlerbereich +/- 75 Prozentpunkte).

Wie gross ist die Vorfreude auf die EM?

Wie gross ist die Vorfreude auf die EM?

Am 11. Juni wird in Rom die Fussball-EM angepfiffen und auch die Nati mischt mit. Wie gross ist die Vorfreude im Land? «blue News» hat sich in Basel umgehört.

28.05.2021

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