Grosse Chance für die Schweiz – das erwartet uns am Final-Four-Turnier

Luca Betschart

4.6.2019

Gewinnen Granit Xhaka (links) und Xherdan Shaqiri mit der Schweiz die erste Austragung der Nations League?
Bild: Keystone

Ab Mittwoch steigt in Portugal erstmals die Finalrunde der besten vier Mannschaften der Nations League. «Bluewin» erklärt, was die Fans bis am Sonntag erwartet und weshalb Vorfreude durchaus angebracht ist.

Im vergangenen September wurde mit der Nations League ein neuer internationaler Wettbewerb lanciert, der diese Woche in Portugal seinen Höhepunkt findet. Die UEFA will so bedeutungslose internationale Freundschaftsspiele verhindern, stiess mit den Anpassungen vor allem zu Beginn aber auf gemischte Reaktionen.



Viele Klubs befürchteten etwa, dass die zusätzlichen Pflichtspiele für die Spieler und die Vereine eine zusätzliche Belastung darstellen. Während angeschlagene oder verletzte Spieler bei Freundschaftsspielen pausieren konnten, werden diese in der Nations League nicht mehr geschont. Ausserdem wurde der UEFA vorgeworfen, in erster Linie finanzielle Interessen zu verfolgen. Karl-Heinz Rummenigge, Klubvorstand im FC Bayern, gehörte zu den Kritikern und verlangte, dass es weniger um das Finanzielle und Politische gehen müsse, sondern mehr um den Fussball selbst.

Dieser dürfte in der anstehenden Finalrunde tatsächlich im Vordergrund stehen. Zwar gehen die Meinungen nach wie vor auseinander, ob die Nations League ein sinnvoller Ersatz für die Freundschaftsspiele oder eben doch nur Geldmacherei ist. Fakt ist aber, dass über die sechs Spieltage hinweg viele fussballerische Highlights und spannende Partien mit viele Toren zu bestaunen waren. Insbesondere aus Schweizer Sicht machten die Spiele der Nations League viel Freude – mehr als die zahlreichen Testspiele ohne echte Bedeutung in der Vergangenheit. Die 5:2-Gala gegen Belgien werden wohl auch die Spieler oder Vladimir Petkovic nicht so schnell vergessen.

Kane: «Wollen unseren Fans den Pokal schenken»

Dass der junge Wettbewerb bei Direktbeteiligten bereits einen bedeutenden Stellenwert geniesst, zeigen die Aussagen von Harry Kane, der mit England ebenfalls beim «FinalFour» vertreten ist. Der Stürmer von Tottenham, der am vergangenen Samstag noch den Champions-League-Final bestritt, will trotz einer erst kürzlich wiedergenesener Verletzung auflaufen: «Wir wollen unseren Fans diesen Pokal schenken. Wenn wir diesen Titel holen, kann das das Fundament für weitere Erfolge sein.» Es sei zwar noch ein junger Wettbewerb, doch er biete den Engländern die Chance, seit 1966 endlich wieder einen Titel zu gewinnen.

Auch für die Schweizer Nationalmannschaft, die bis anhin noch gar keinen Titel gewinnen konnte, ist die Finalrunde eine grosse Chance. An Grossanlässen scheiterte man zuletzt bekanntlich in Partien mit Endspiel-Charakter – also Matches, die kein Training simulieren kann. Genau deshalb sind die kommenden zwei Spiele von hoher Bedeutung, in denen man wichtige Erfahrungen sammeln und diese für das nächste grosse Turnier mitnehmen kann. Zum Auftakt wartet Gastgeber Portugal im ersten Halbfinal – das müssen Sie sonst noch über die Finalrunde wissen:



▶ Die Teilnehmer

England, Holland, Portugal und die Schweiz

▶ Die anstehenden Spiele

1. Halbfinal am Mittwoch in Porto: Portugal – Schweiz (20.45 Uhr)
2. Halbfinal am Donnerstag in Guimarães: England – Holland (20.45 Uhr)

Kleiner Final am Sonntag in Guimarães (15:00 Uhr)
Final am Sonntag in Porto (20.45 Uhr)

▶ Der Modus

Bei Untentschieden nach 90 Minuten gibt es eine halbstündige Verlängerung und anschliessend ein Penaltyschiessen.

▶ Zwei Besonderheiten

1. Erstmals wird international auf den Videobeweis gesetzt
2. Kommt es zur Verlängerung, ist ein zusätzlicher vierter Wechsel erlaubt

▶ Die Top-Stars

- Cristiano Ronaldo (Portugal)
- Harry Kane (England)
- Frenkie de Jong (Holland)
- Matthijs de Ligt (Holland)
- Virgil van Dijk (Holland)

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