Die Nati-Startelf stellt sich von selbst auf – oder doch nicht?

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4.6.2019

So startete die Schweizer Nati beim 5:2 gegen Belgien. Bis auf Timm Klose sind in Portugal alle mit dabei.
Bild: Keystone

Die Nati hat diese Woche die Chance, erstmals überhaupt einen Titel zu holen. Coach Petkovic stehen beim Finalturnier der Nations League fast alle «Lieblingsspieler» zur Verfügung. Er könnte aber auch auf andere setzen.

Breel Embolo musste kurzfristig fürs Final-Four-Turnier in Portugal absagen. Der Schalke-Stürmer sei «nicht 100-prozentig einsatzfähig», gab der SFV in einer Medienmitteilung bekannt. Embolo ist der einzige Spieler im Stamm von Vladimir Petkovic, der das Finalturnier in Portugal verpasst.

Durch Embolos Ausfall wird ein Platz im Team frei. Der 19-jährige Basler Noah Okafor rückt nach und könnte der erste Spieler mit Jahrgang 2000 werden, der für die Nati debütiert. Dass Okafor im Halbfinal gegen Portugal am Mittwoch von Beginn an zum Einsatz kommen wird, ist aber ziemlich unwahrscheinlich. 



Wie stellt Petkovic die Nati auf? Wirft man einen Blick auf die letzten Schweizer Spiele, lässt sich die Startelf mehr oder weniger zusammenreimen: Im Tor wird natürlich Yann Sommer stehen, vor ihm dürften Kevin Mbabu, Fabian Schär, Manuel Akanji und Ricardo Rodriguez verteidigen. Granit Xhaka ist im zentralen Mittelfeld gesetzt, um den Platz neben ihm streiten sich Remo Freuler und Denis Zakaria. Oder beide kommen zum Einsatz, was bedeuten würde, dass Xherdan Shaqiri von seiner bevorzugten 10er-Position auf rechts ausweichen muss.

In der Sturmspitze ist Haris Seferovic nach seiner überragenden Saison nicht wegzudenken. Über links aussen dürfte Steven Zuber aufgestellt werden. Rechts könnte Edimilson Fernandes spielen, der schon beim 5:2 gegen Belgien zum Einsatz kam und überzeugte. Oder eben Shaqiri. 

Nations League ist nicht gleich EM-Quali

Petkovic könnte aber durchaus auch anderen Spielern eine Chance geben. «Ich habe fünf gute Mittelfeldspieler, die um einen Platz kämpfen», sagt er im Vorfeld des Halbfinals gegen Portugal. Die Nichtnominierung von Captain Stephan Lichtsteiner kommentiert er mit den Worten: «Wir haben andere Spieler zum Testen. In einem Jahr ist die EM, und Lichtsteiner wird auch nicht jünger.» 



Lichtsteiner hat in der Nations League kein einziges Spiel bestritten. Kevin Mbabu, Albian Ajeti, Djibril Sow, Christian Fassnacht und Yvon Mvogo hingegen feierten ihre Nati-Debüts. Tatsächlich schien Petkovic die Partien des neuen Wettbewerbs mehr als Testspiele zu sehen. Selbst bei der Gala gegen Belgien kamen sechs Spieler zum Einsatz, die noch keine zehn Länderspiele absolviert hatten.

Das zeigt aber auch, dass sich die Nati in den letzten zwölf Monaten seit dem bitteren Aus im WM-Achtelfinal gegen Schweden bereits entwickelt hat. Petkovic testete auch ein neues Spielsystem und kann nun gegen spielstarke Gegner auch in der 3-5-2-Formation spielen. Setzt der Nati-Trainer in Portugal seine Experimente fort? Gibt er Nati-Neuling Okafor gleich beim ersten Aufgebot eine Chance – und verhindert damit, dass der Teenager vom nigerianischen Fussballverband noch abgeworben werden kann? Wir dürfen gespannt sein.

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