Hoffenheim-Geldgeber Hopp zeigt 33 BVB-Anhänger an

lbe

21.9.2018

Hopp gegen die BVB-Fans.
BIld: Keystone

Dietmar Hopp wird am letzten Spieltag der abgelaufenen Bundesliga Opfer von wüsten Beschimpfungen der BVB-Fans. Der Hoffenheim-Mäzen lässt sich das nicht gefallen und stellt nun einen Strafantrag gegen 33 Anhänger. 

Keine guten Nachrichten für einige BVB-Fans vor dem Auswärtsspiel in der Bundesliga morgen Samstag in Hoffenheim: Wegen mutmasslicher Beleidigung beim letzten Besuch in der Wirsol Rhein-Neckar-Arena verhängt die TSG Hoffenheim gegen 33 Anhänger der Gäste ein Stadionverbot für Samstag. Gleichzeitig hat die Behörde in Baden-Württemberg ein Ermittlungsverfahren eröffnet.

Dortmund war zuletzt zum Abschluss der letzten Saison in Hoffenheim zu Gast und verlor die Partie mit 1:3. Der Gästesektor fiel dabei schon während der Partie mit Schmähgesängen gegen den Hoffenheim-Geldgeber Dietmar Hopp negativ auf. Wüste Beschimpfungen wie «Dietmar Hopp, du Sohn einer Hure!» schallten lautstark durch das Stadion. Aus Sicht mancher BVB-Anhänger steht Hoffenheim mit Dietmar Hopp für die Kommerzialisierung des Fussballs und diente auch in der Vergangenheit als Zielscheibe der Kritik. Gesänge gegen den TSG-Gesellschafter gab es nahezu bei jedem Spiel.

Diese Aufnahme stammt zwar aus dem Jahr 2013, der Spruch ist aber derselbe...

Quelle: Youtube

Mit Zivilbeamten und Kameras überführt

Was die Gäste-Anhänger offenbar nicht wussten: Im eigenen Fanblock waren nach Informationen der deutschen «Bild» auch Zivil-Beamte, welche die Szenen aus nächster Nähe beobachteten. Ausserdem wurden hochauflösende Kameras angebracht, worauf die Verdächtigen durch die Polizei identifiziert werden konnten. Auf Anfrage dieser stellte Hopp dann einen Strafantrag gegen 33 Personen.

Hopps Anwalt Christoph Schickhardt erklärt diesen Schritt gegenüber «Bild» als ein Zeichen gegen «jene Sorte Fans, die meint, die Kurve sei ein rechtsfreier Raum. Es wurde immer schlimmer. Irgendwann ist dann auch mal Schluss.» Ob und wie die Botschaft bei den Fans angekommen ist, wird sich morgen Samstag wohl schnell zeigen. Dortmunder Fangemeinden haben jedenfalls bereits Widerspruch erhoben: «Hausverbote, die sich allein auf die Einleitung eines Strafverfahrens stützen, werden von uns nicht akzeptiert.» Das Bündnis «SÜDTRIBÜNE DORTMUND», dass sich aus der aktiven Dortmunder Fanszene zusammensetzt, spricht von einem Versuch Hopps, die Fans mundtot zu machen:

«Unsere Meinung über Dietmar Hopps Mutter ist mittlerweile selbst dem letzten Menschen in dieser Republik bekannt und wird von uns auch nicht mehr geändert. Wobei selbst szenefremden Menschen bewusst sein wird, dass uns seine Frau Mutter herzlich egal ist und es vielmehr darum geht, unsere Ablehnung gegenüber dem Retortenclub TSG Hoffenheim kurz und drastisch kundzutun. Man kann von der Ausdrucksweise halten, was man möchte, aber Fussball war schon immer ruppig und wird auch entgegen der Wünsche der Funktionäre allerorten immer ruppig bleiben. Und dass hinter der derben Sprache begründete Kritik am Modell Hoffenheim steht, ist ebenfalls kein Geheimnis, auch wenn das meistens weit weniger Gehör findet

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