«Final» gegen Belgien ist die grosse Chance für Petkovic und die Nati

Jan Arnet

13.11.2018

Für Vladimir Petkovic könnte es eine perfekte Woche werden.
Bild: Keystone

Diese Woche bietet sich der Nati die Chance, dem ganzen Wirbel rund um die WM ein für alle Mal ein Ende zu setzen. Die zahlreichen Abwesenheiten sorgen vor dem «Final» gegen Belgien aber für Sorgenfalten.

Ein 1:0 am Sonntag reicht der Schweiz, um Belgien in der Nations League hinter sich zu lassen, die Gruppe 2 als Sieger abzuschliessen und im Juni 2019 beim Finalturnier mit den besten Nationen Europas um den Titel zu spielen. Aber Ball flach halten. Die Nati empfängt in Luzern den WM-Dritten, ein Team gespickt mit Stars, das von seinen letzten 30 Spielen nur eines verlor – den WM-Halbfinal gegen den späteren Weltmeister Frankreich. 

Das Team von Vladimir Petkovic steht also vor einer Herkulesaufgabe. Zumal der Nati-Coach mit Captain Stephan Lichtsteiner, Manuel Akanji, Breel Embolo, Admir Mehmedi (alle verletzt) und Fabian Schär (gesperrt) gleich auf fünf Spieler, die zum Stammpersonal gehören, verzichten muss. Zudem fehlt auch Ersatzgoalie Roman Bürki verletzungsbedingt.



Das erste Duell gegen die Belgier vor einem Monat macht aber Hoffnung. Bei der 1:2-Niederlage konnte die Schweiz über weite Strecken gut mithalten und kassierte Romalu Lukakus Siegtor erst in der 84. Minute. Weder Lichtsteiner, noch Akanji, Embolo, Mehmedi oder Bürki kamen da zum Einsatz. Im Vergleich zu diesem Spiel – und auch zum 2:1 gegen Island drei Tage später – muss Petkovic also nur für Schär einen Ersatzmann finden.

Vertraut Petkovic wieder auf das 3-5-2-System?

Und dieser Ersatzmann wird mit grosser Wahrscheinlichkeit Timm Klose heissen. Das letzte Nati-Spiel des grossgewachsenen 30-Jährigen liegt zwar schon über ein Jahr zurück, doch Klose hätte sich einen Einsatz durchaus verdient. Er spielt bei Norwich City bisher eine überragende Saison, ist unumstrittener Stammspieler und führt mit seinem Team die Championship, Englands zweithöchste Liga, an.

Wen Petkovic sonst noch aufstellen wird, hängt wohl davon ab, auf welche Formation er vertraut. Im ersten Duell gegen die Belgier setzte der Nati-Coach auf das neue 3-5-2-System, das er schon beim Freundschaftsspiel gegen England testete. Zwar gab es in beiden Spielen eine knappe Niederlage, doch die Schweiz zeigte mit ansprechenden Leistungen, dass dieses System in Zukunft  – vor allem gegen Top-Teams – durchaus greifen kann. 

Die Schweizer Nati muss gegen Katar und Belgien auf einige Stammkräfte verzichten.
Bild: Keystone

Das Pech von Embolo, der mit einem Fussbruch mehrere Wochen ausfällt, könnte das Glück von Christian Fassnacht sein. Der Rechtsaussen von YB durfte in den letzten beiden Spielen zweimal für wenige Minuten Nati-Luft schnuppern und hofft nun auf einen längeren Einsatz. Aufgrund der vielen Abwesenheiten spricht aber mehr für die Variante mit einem defensiveren Spieler auf der rechten Aussenbahn, also Michael Lang oder Kevin Mbabu.

Wer auch immer am Sonntag auf dem Platz stehen wird, es braucht vom ganzen Team eine perfekte Leistung, um diese Belgier zu schlagen und den Vorstoss ins Finalturnier der Nations League zu schaffen. Es ist selbstredend auch die grosse Chance für Petkovic und sein Team, all die Querelen um die Nati, mit dem enttäuschenden WM-Aus und der Doppeladler-Debatte, vergessen zu machen. 

Am Mittwoch hat die Schweiz im Testspiel gegen Katar (Anpfiff um 19:00 Uhr in Lugano) nochmals 90 Minuten Zeit, um sich auf den «Final» vorzubereiten.

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