Frei analysiert Situation beim FCB: «Wir brauchen ein Erfolgserlebnis»

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2.8.2018

Der FC Basel scheitert bereits in der 2. Runde der Champions-League-Qualifikation. Das Rückspiel gegen PAOK Saloniki verliert der FCB zuhause mit 0:3. Die Ernüchterung ist auch bei (Noch-)Interimstrainer Alex Frei gross. Er versucht aber zu erklären, warum auch vom FCB nicht jedes Jahr die Teilnahme an der Königsklasse erwartet werden kann.

«Wenn wir die beiden Spiele anschauen, haben wir es nicht verdient, in der Champions League zu spielen», sagt Alex Frei nach dem Spiel bei der Analyse gegenüber Teleclub. Eine Erklärung für die erneut schwache Vorstellung der Bebbi hat der Interimstrainer nicht. «Wir müssen schnellstens lernen, böser und erwachsener zu werden. Wir waren physisch unterlegen und naiv bei den Gegentoren.»

Es sei aber nicht unbedingt selbstverständlich das Ziel gewesen, in die Champions League zu kommen, sagt Frei: «Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir in den Europacup wollen. Und die Chance dazu haben wir immer noch, nur wird es jetzt ein längerer Weg.»

Teleclub-Experte Pascal Zuberbühler meint, mit dieser Leistung haben die Basler auch in der Europa League nichts verloren. Was braucht der Klub, um aus diese Negativspirale zu finden? Frei: «Wir brauchen ein Erfolgserlebnis. Jeder Spieler muss selbstkritischer werden.»

Rolf Fringer meint, dass dem FCB zurzeit einfach die Leaderfiguren fehlen. Alex Frei stimmt dem Teleclub-Experten zu: «Bei solchen Niederlagen erwarte ich, dass jüngere Spieler daran wachsen und in eine Führungsrolle reinwachsen.» Die Jungen dürften sich «nicht immer nur verstecken, sondern müssen auch Verantwortung übernehmen».

Wirtschaft vor sportlichem Erfolg?

Die Enttäuschung liegt in Basel nach der verpatzten Champions-League-Quali natürlich tief. Trotz der positiven Resultate der letzten Jahre versucht Frei, auf den Boden der Realität zurückzukehren. «Wir müssen lernen und endlich akzeptieren, dass die Schweizer Super League eine Ausbildungsliga ist. Du kannst nicht eine gewisse Stärke im Kader haben, Unterhaltung bieten wollen und meinen, Frau Holle schüttet das Geld vom Himmel. Du bist (in der Schweiz) auf Transfers angewiesen.»

Was Frei damit sagen will: Abgänge wie jene von Michael Lang, Tomas Vaclik und Mohamed Elyounoussi seien auch für den FC Basel nicht zu verhindern. «Und diese Transfers eins zu eins zu ersetzen, ist schwierig.» Auch, weil die Spieler um einiges teurer seien als noch vor fünf oder zehn Jahren. «Man muss natürlich alles dafür tun, um in die Champions League zu kommen. Aber Fakt ist, dass man als Schweizer Klub vor allem eines haben muss: eine gesunde schwarze Null.» 

Im Fussball können kleine Details über Sieg und Niederlage entscheiden, bekräftigt Frei seine Aussage: «Also frage ich mich: Setze ich mich dem Risiko aus, einen Spieler für 30 Millionen zu holen, um dann auswärts 0:0 zu spielen und zuhause 0:1 zu verlieren? Dann gute Nacht, dann gibst zu als Schweizer Klub bald mal den Schlüssel ab.»

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