Gelson: «Behrami und Petkovic sollten die Sache klären»

jar

8.8.2018

Gelson Fernandes hofft, dass sich Vladimir Petkovic und Valon Behrami aussprechen.
Getty Images

Valon Behrami lässt verlauten, dass ihn Vladimir Petkovic in einem 30-Sekunden-Telefonat aus der Nati geworfen hat. Der Trainer widerspricht. Was war wirklich geschehen? Jetzt meldet sich der ebenfalls zurückgetretene Gelson Fernandes zu Wort.

Kann es sein, dass Valon Behrami tatsächlich nach 13 Jahren und 83 Spieler für die Nati eiskalt in einem 30-sekündigen Anruf rausgeworfen wird? Oder hat der 33-Jährige nur etwas falsch verstanden und mit seinem Rücktritt überreagiert? Aussagen von Gelson Fernandes im Interview mit «Blick» lassen Letzteres vermuten.

«Nein, ich habe freiwillig so entschieden. Ich bin aus Respekt für unseren Verband und Liebe zu unserem Land zurückgetreten», antwortet Fernandes auf die Frage, ob er von Petkovic zum Rücktritt gezwungen wurde. «Ich kann noch laufen und kämpfen, aber jetzt muss man junge Spieler einbauen. Nun soll auf meiner Position Platz sein für Jungs wie Sow, Grgic, Edimilson, Bajrami oder Lauper.»

Den Fall Behrami könne er aber nicht beurteilen. Er hofft nur, «dass die beiden sich treffen und aussprechen können. Als Menschen sollten sie es klären», so der 31-jährige Frankfurt-Profi.

Wie geht es nun weiter mit der Nati? Ist der Trainer noch der richtige? Der Verband müsse mit dem Staff und den Spielern gemeinsam alles analysieren, damit die Nati endlich mal mehr erreichen kann als den Achtelfinal, so Fernandes. «Und gegebenenfalls Änderungen vornehmen, wenn es welche braucht. Kroatien hat die Hälfte der Einwohner wie wir und stand im WM-Final. Das muss das Vorbild sein.»

«Alle Frauen rissen sich um Magnin»

Gelson blickt noch einmal auf seine Karriere in der Nationalmannschaft zurück. Seit seinem Debüt im Jahr 2007 lief er 67 Mal für die Schweiz auf, erzielte dabei zwei Tore. Unvergesslich für ihn ist natürlich der Treffer im WM-Startspiel 2010 gegen Spanien. Es sei sein schönster Nati-Moment gewesen. Toll war aber auch «der WM-Achtelfinal in Sao Paulo gegen Argentinien, als Brasilianer uns unterstützt haben. Da waren viele Emotionen dabei».

An der WM in Südafrika erlebte Gelson auch den lustigsten Vorfall in seiner Zeit als Nati-Spieler: «Ich war nach einem Spiel mit Ludovic Magnin an einer Bar. Alle Frauen im Club rissen sich um ihn, und auch alle Männer wollten ein Foto mit dem Fussballer. Bei mir glaubten alle, ich sei Südafrikaner – und keine Frau interessierte sich für mich. Seither rufe ich Ludo nur noch 'Ave Cesar', wenn ich ihn sehe.»

Hatten auf und neben dem Platz Spass: Ludovic Magnin und Gelson Fernandes.
Keystone
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