Hitzfeld kritisiert Sané: «In der heutigen Zeit ist das lächerlich»

16.8.2019 - 17:58, lbe

Ottmar Hitzfeld (rechts) kritisiert das Verhalten von Leroy Sané. 
Bild: Getty/Keystone

Zum Auftakt der neuen Saison empfängt der FC Bayern am Freitag Hertha Berlin. Trotz grossem Interesse aus München nicht mit dabei: Leroy Sané. Für sein Verhalten erntet der 23-Jährige nun Kritik von Ottmar Hitzfeld.

Am Freitagabend eröffnet der amtierende deutsche Meister die neue Bundesligasaison gegen die Hertha. Obwohl die Bayern vor der Sommerpause eine grosse Transferoffensive angekündigten – im Auftaktspiel dürfte die Stammformation wohl ausschliesslich aus bewährten Kräften der letzten Saison bestehen.



Lucas Hernández, der von Atéltico Madrid kam, dürfte nach seiner komplizierten Knieoperation noch nicht bereit sein. Der von Inter Mailand zu den Münchnern gestossene Ivan Perisic muss noch eine Gelbsperre aus der Serie A absitzen. Und Jann-Fiete Arp muss vorerst wohl auf der Bank Platz nehmen. Einzig Benjamin Pavard dürfte auflaufen.



Trotz grösstem Interesse gar nie in München angekommen ist Leroy Sané. Der Transfer des Flügelflitzers von Manchester City kam nach einem langen Hin und Her bisher nicht zustande. Ottmar Hitzfeld kann sich vorstellen, weshalb das so ist: «Man wollte Sané unbedingt verpflichten und das brachte Probleme mit sich. Wir reden von 100 Millionen Euro Ablöse plus weiteres. Da geht es im Poker dann nicht um eine Million, sondern um 20, 30 Millionen mehr oder weniger», sagt Hitzfeld in einem Interview mit «Blick». Ausserdem dürfte ein solcher Transfer auch intern für Diskussionen gesorgt haben: «Weil Sané das ganze Gehaltsniveau gesprengt hätte. Jeder Spieler hat dann das Gefühl, dass er unterbezahlt ist.»

Kritik an Sané

Für Hitzfeld hat sich der 23-jährige deutsche Nationalspieler selbst aber nicht korrekt verhalten. «Ich fand es von ihm nicht korrekt, dass er sich nicht bekannt hat. Weder zu Bayern noch zu Manchester City. In der heutigen Zeit ist das lächerlich, heute musst du dich auf einem der vielen Kanäle äussern und dich positionieren.» Trotz aller Widrigkeiten glaubt der ehemalige Schweizer Nati-Trainer aber, dass der Wechsel kurz vor dem Abschluss stand – bis zum Community Shield zwischen Liverpool und Manchester City, als sich Sané am Knie verletzte. «Für mich ist klar, der Deal wäre über die Bühne gegangen ohne die Verletzung.»

Deshalb gibt es vom 70-Jährigen auch in Richtung Pep Guardiola, Trainer bei Man City, kritische Töne. «Ich kann nicht verstehen, dass er ihn eingesetzt hat. Ich hätte es zumindest nicht getan. Wenn dein Verein vor dem Abschluss eines so grossen Deals steht, kannst du doch deinen Spieler in einem eher unbedeutenden Spiel nicht bringen. Aber er hat es nun bitter bezahlen müssen», sagt Hitzfeld und empfiehlt den Bayern, erst im nächsten Sommer einen neuen Anlauf zu starten.

«Ein Spieler mit dieser Verletzung ist ein halbes Jahr verletzt und braucht dann ein halbes Jahr, um wieder ranzukommen. Darum reicht es, ihn im nächsten Sommer zu holen.»

Auch ohne Sané ist Bayern im Auftaktspiel (20:30 Uhr) gegen Berlin der klare Favorit. Aber sind die Münchner auch Titelkandidat Nummer eins? Hitzfeld erwartet ein Kopf-an-Kopf-Rennen. «Die erste Elf ist bei Bayern einen Tick stärker, aber über das ganze Kader gesehen ist Dortmund ebenbürtig.»

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