«Jetzt gibt's fett Pizza aus Italien»

tbz

26.11.2021

Die beiden Schweizer Torschützinnen Coumba Sow, links, und Ana-Maria Crnogorcevic freuen sich über den Sieg gegen Italien.
Bild: KEYSTONE

Pizza und Bier, was denn sonst? Nach dem Sieg über Italien herrscht Freudenstimmung bei der Schweizer Frauen-Nati. Da darf auch mal ein Bier aufgemacht werden.

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26.11.2021

Was die Schweizer Fussballer können, können die Fussballerinnen noch lange. Auch die Frauen-Nati düpiert Italien in der WM-Qualifikation. Im Gegensatz zu den Männern gelingt der Truppe von Nils Nielsen aber sogar der Sieg in der Direktbegegnung – und dann auch noch auswärts in Palermo. Das muss natürlich gefeiert werden. Mit Pizza und Bier.

«Jetzt gibt's fett Pizza aus Italien. Und vielleicht auch ein Bier», lacht Torschützin Coumba Sow nach dem Spiel bei «SRF» und fragt dann laut in die Kamera, ob sie das überhaupt sagen darf. 

Darf sie – bestätigt Nati-Coach Nils Nielsen kurze Zeit später im Interview. «Hat sie das wirklich gesagt? Dann will ich auch», grinst der Däne. «Coumba darf heute entscheiden, was wir essen.»



Den Sack zu gemacht

Die Erleichterung und Freude ist dem Team nach der Partie anzusehen. Dabei überrascht der Sieg anhand der Geschehnisse auf dem Platz überhaupt nicht. Die Eidgenossinnen dominieren die Gastgeberinnen und hätten durchaus höher gewinnen können. Auch wenn es am Schluss noch einmal eng wird.

«Eigentlich hätten wir das dritte Tor am Anfang der zweiten Hälfte erzielen müssen. Dann wäre fertig gewesen. Vielleicht sind wir nicht reif genug», analysiert Nils Nielsen und schiebt sich die Schuld an der hektischen Schlussphase sofort selbst in die Schuhe.

«Am Schluss wurde es unruhig und wir haben nicht richtig kommuniziert, das müssen wir lösen fürs nächste Mal. Das war mein Fehler», so der 50-Jährige.

«Am Schluss sind wir hektisch geworden», weiss auch Torschützin Sow. Aber Sieg ist Sieg, selbst wenn die Gegnerinnen Sekunden vor Abpfiff noch einmal das Torgehäuse treffen. «Wir haben den Sack zu gemacht, wir haben gewonnen. Das tut einfach gut.»

Die Schweizerinnen beeindrucken gegen Italien und gewinnen auswärts 2:1.
Bild: KEYSTONE

Die Schweizerinnen in der Favoritenrolle?

Insgesamt hatten die Schweizerinnen in Palermo ein deutliches Chancenplus. Das lag teils an der Taktik, teils daran, dass sich die Nati vielleicht sogar absichtlich die Rolle des Aussenseiters auferlegte.

«Wir haben gesagt, dass es wichtig ist, kompakt zu stehen und miteinander zu reden. Wir wussten, dass die Löcher aufgehen, weil sie hinten lagen», so Sow. Auch bei Trainer Nielsen war der Plan klar. «Wir wollten sehr gerne über die Seite spielen. So damit Italien gegen sein eigenes Tor laufen und verteidigen muss. Das hat sehr gut geklappt.»

Und wie das geklappt hat. So sehr sogar, dass die Schweizerinnen beim nächsten Aufeinandertreffen womöglich als Favoritinnen in die Partie gehen könnten. Sollten sie zu Hause nämlich noch eine Schippe drauflegen, muss Italien wahrlich über sich hinauswachsen, wenn das noch etwas werden soll mit der direkten WM-Qualifikation.