Löw: «Özil hat die Tür selbst zugemacht, ein Comeback ist ausgeschlossen»

DPA

5.9.2018

Joachim Löw wird vor dem Nations Cup erneut auf die Causa Özil angesprochen.
Bild: Getty Images

Joachim Löw schliesst eine Rückkehr von Mesut Özil in die deutsche Nationalmannschaft aus. Mittelfeld-Regisseur Toni Kroos erklärt den Vorfall auch für beendet und sieht seine Mannschaft vor dem Aufakt zur Nations League nun in einer «Bringschuld».

«Mesut Özil hat aus meiner Sicht klar seinen Rücktritt erklärt und die Tür damit selbst zugemacht. Ein Comeback ist daher überhaupt kein Thema», sagt der Löw nach der Pressekonferenz gegenüber der «Sport Bild».

Özil hatte sich nach dem WM-Debakel in Russland mit einem heftigen verbalen Rundumschlag aus der DFB-Auswahl zurückgezogen. Unter anderem hatte er DFB-Präsident Reinhard Grindel persönlich angegriffen. Der Arsenal-Spieler fühlte sich im Zuge der Affäre um Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan als Sündenbock für das sportliche WM-Desaster abgestempelt.

«Mesut hat sich für einen anderen Weg entschieden»

In einer mehrteiligen Botschaft in den sozialen Netzwerken erklärte der 92-malige Nationalspieler, er werde nicht mehr für Deutschland spielen, «solange ich dieses Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit verspüre». Damit hatte Özil zumindest theoretisch die Möglichkeit eines Comebacks im Nationaltrikot offen gelassen. 

Löw hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass ihn Özil nicht vorab über seinen Rückzug aus der Nationalmannschaft unterrichtet habe. «Mesut hat sich für einen anderen Weg entschieden», erklärte Löw. Mehrere Versuche seinerseits, «ihn ans Telefon zu bekommen», seien danach gescheitert, sagte der Bundestrainer irritiert und auch verärgert.

Ein totaler Philosophie-Wechsel wäre «kompletter Blödsinn»

Auch Real Madrids Toni Kroos äusserte sich zur Causa Özil: «Das war ein absoluter Einzelfall, ein spezieller Fall. Ich habe das schon betont. Der Rassismusvorwurf an den DFB und an den Präsidenten muss ich zurückweisen. Was sonst passiert ist, das habe ich nicht bewertet. Was den DFB betrifft, das habe ich zurückgewiesen. Das war in der Schärfe nicht in Ordnung. Wir waren beim DFB immer ein Vorbild und haben alle möglichen Spieler gerne integriert.»

Deutschland bestreitet am Donnerstag in München im Rahmen der Nations League gegen Weltmeister Frankreich das erste Länderspiel nach der desaströsen WM in Russland. Lesen Sie mehr dazu hier.

Löw kündigte taktische Veränderungen an, aber keinen totalen Philosophiewechsel. Das wäre «kompletter Blödsinn», sagte er. Die deutlichste Veränderung soll eine bessere Defensivarbeit sein. In der Mannschaft verspüre er den Willen zur Wiedergutmachung. «Wir sind in der Bringschuld», sagt Toni Kroos.

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