Nächste Trophäe für Argentinien? Messi wird zum Glücksbringer ++ Di Marias Abschiedsspiel ++ Drake verspielt 300'000 US-Dollar

Syl Battistuzzi

10.7.2024

Copa América: Messi führt Titelverteidiger Argentinien erneut ins Finale

Copa América: Messi führt Titelverteidiger Argentinien erneut ins Finale

Der Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung bei der Copa América lebt bei Argentinien nach dem Finaleinzug weiter. Im Halbfinal wird Kanada 2:0 besiegt.

10.07.2024

Der Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung bei der Copa América lebt bei Argentinien nach dem Finaleinzug weiter. Im Halbfinal wird Kanada 2:0 besiegt.

Syl Battistuzzi

10.7.2024

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der amtierende Südamerika- und Weltmeister kann gegen Kanada noch einmal einen drauflegen. Argentinien wiederholt das Ergebnis des Eröffnungsspiels und zieht ins Finale ein.
  • Damit lebt der Traum für die Albiceleste von der Titelverteidigung bei der Copa América weiter. Das Endspiel könnte auch das letzte für Lionel Messi und Ángel Di María sein.
  • Bereits jetzt ist klar: Die beiden Routiniers haben es mit Argentinien geschafft, aus einer Verlierertruppe ein eingeschworenes Gewinnerteam zu formen.

Was heute fast unvorstellbar ist, war lange Zeit Realität. Argentinien war fast drei Jahrzehnte eine abgestürzte und notorisch erfolglose Fussballnation. Nach den Triumphen bei der WM 78 und 86 folgte nur noch der Sieg bei der Copa América 1993.

2005 debütierte dann im Alter von 18 Jahren ein gewisser Lionel Messi. Doch das in Barcelona ausgebildete Wunderkind blieb bei der Albiceleste viele Jahre glücklos. 

Im WM-Final 2014 mussten sich Messi & Co. Deutschland geschlagen geben, bei der Copa América 2007 war Brasilien zu stark, 2015 und 2016 behielt Chile im Endspiel der Copa América zwei Mal im Elfmeterschiessen die besseren Nerven. Nach der pechschwarzen Serie gab Messi – der seinen Penalty gegen Chile 2016 verschoss – im Alter von nicht einmal 30 Jahren seinen Rücktritt.

Auf den bitteren Abgang ...

«Ich habe mein Bestes gegeben», so Messi (via goal.com). «Es waren jetzt vier Endspiele, ich habe es nicht geschafft, eines davon zu gewinnen. Ich habe alles Mögliche versucht. Es schmerzt mich mehr als alle anderen, aber es ist offensichtlich, dass dies nichts für mich ist. Ich wünsche mir mehr als jeder andere, mit der Nationalmannschaft einen Titel zu gewinnen, aber leider hat es nicht geklappt.»

Heute ist aus dem Pechvogel ein Glücksbringer geworden. Zwar scheiterte man bei der WM 2018 und bei der Copa América 2019, danach ritt die so fussballverrückte Fussballnation auf einer Erfolgswelle, die bis in die Gegenwart anhält. Den Stein ins Rollen brachte der Sieg bei der Copa América 2021. Mit dem Triumph gegen Titelverteidiger Brasilien im berühmten Maracanã endete nicht nur eine 28-jährige Durststrecke, sondern steht er gleichzeitig für die Auferstehung von Messi. Im Sommer 2022 überrollte die Truppe von Lionel Scaloni im interkontinentalen Supercup Italien, ehe dann im Winter der grosse Siegeszug bei der WM in Katar folgte. Nun steht Argentinien wieder im Endspiel der Copa América.

Ángel Di María, Enzo Fernández, Lionel Messi und Nicolás Otamendi (v.l.n.r.) feiern den Finaleinzug. 
Ángel Di María, Enzo Fernández, Lionel Messi und Nicolás Otamendi (v.l.n.r.) feiern den Finaleinzug. 
KEYSTONE

... folgt die grosse Auferstehung

So liest sich auch Messis CV für die Landesauswahl deutlich besser: Er ist der erste Fussballer, der sein Team in sieben Finals führen konnte. Mit seinem Treffer in der 51. Minute beim 2:0-Sieg gegen Kanada übernahm der achtfache Weltfussballer den zweiten Platz in der ewigen Torschützenliste der Länderspiele von Ali Daei. Der Zauberfloh hat nun 109 Treffer (in 186 Partien) in seiner Karriere erzielt – nur Cristiano Ronaldo (130 Tore in 212 Partien) hat mehr Tore erzielt.

Während der 37-Jährige gegen Kolumbien oder Uruguay seinem nächsten Karrierehöhepunkt entgegen schreitet, hat sein portugiesischer Rivale in den letzten Jahren sportlich an Strahlkraft eingebüsst. Fast immer an Messis Seite war Ángel Di María, der nach dem Endspiel und 144 Länderspielen (31 Tore) zurücktreten wird. Es könnte das letzte grosse Finale sein, in dem der 36-Jährige und Messi gemeinsam für Argentinien auf dem Platz stehen.

«Das sind die letzten Schlachten», meinte Messi nach dem Halbfinal-Erfolg gegen die Kanadier. «Wir sollten alles geniessen, was wir als Nationalmannschaft erleben.»  Der emotional überwältigte Di María hielt fest: «Ich fühle Freude, nichts als Glück».

Di Maria und Messi haben in den letzten Jahren viel Grund zum Lachen.
Di Maria und Messi haben in den letzten Jahren viel Grund zum Lachen.
Imago

Drakes blauäugige Wette gegen Argentinien 

Ángel Di María weiter: «Ich bin noch nicht bereit für mein letztes Spiel in der Nationalmannschaft, aber es ist an der Zeit. Was auch immer im Finale passiert, ich denke, ich kann durch die Vordertür gehen. Ich habe alles gegeben. Ich habe immer mein Leben für dieses Trikot gegeben. Es gab Zeiten, in denen ich nicht dazu kam, aber in letzter Zeit habe ich es geschafft. Ich bin jedem dankbar, der mich unterstützt hat.»

Sicher nicht unterstützt hat ihn Drake. Der kanadische Rapper setzte schlappe 300'000 US-Dollar auf einen Sieg seiner Landsmänner. Neben dem finanziellen Schaden kam auch noch Spott vom argentinischen X-Kanal hinzu, die angelehnt an einen Song von Drakes Rap-Rivalen Kendrick Lamar titelten: «Not like us» (dt: Nicht wie wir).

In der Tat war es nicht sehr schlau, aktuell gegen Argentinien zu wetten. Argentinien hat in den letzten 5 Jahren nur zwei Pleiten kassiert. In 61 Partien haben Messi & Co. stolze 45 Siege und 14 Remis heraus gespielt. Mit einem einzigen weiteren Sieg wäre der Traum von der Titelverteidigung bei der Copa América perfekt. Der Final findet in der Nacht auf Montag (2 Uhr MEZ) statt.


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