Mittels Headset: Petkovic kommuniziert direkt mit Assistenten auf der Tribüne

bam/dpa

2.3.2018

Vladimir Petkovic war in Russland, um die neuen Richtlinien anzuhören.
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Für die Fussball-WM 2018 hat man die eine oder andere Neuerung vorgenommen. Die Trainer dürfen nun mit einem Headset mit dem Assistenten kommunizieren.

Vladimir Petkovic reiste in den vergangen Tagen nach Sotschi, um sich dort über einige Abläufe und Änderungen der Weltmeisterschaften informieren zu lassen. Eine wichtige Neuerung ist beispielsweise, dass die Trainer mit einem Headset mit dem Assistenten auf der Tribüne verbunden sein dürfen. 

«Die technische Innovation hält im Fussball auch auf der Bank Einzug. Das ist eine Neuerung, die uns Trainern mehr Möglichkeiten gibt», sagte Jogi Löws Assistent Thomas Schneider zum «Kicker». So können beispielsweise auch Screenshots von strittigen Szenen an den Spielfeldrand geschickt werden. Der Vorteil: Man kann alles direkt besprechen und muss nicht bis zur Halbzeitpause warten.

Gelbe und Rote Karten für die Trainer

Wie die «Times» schreibt, überlegt sich die International Football Association Board (IFAB) zurzeit, ob man die Trainer mit Gelben und Roten Karten verwarnen will. Bei Junioren- und Frauenturnieren wurde diese Massnahme bereits erfolgreich getestet. Ebenfalls wurde darüber diskutiert, ob man bei einer Verlängerung einen vierten Spieler aus- beziehungsweise einwechseln darf. 

Nach erfolgreichen Tests könnten auch diese Massnahmen den Weg ins Regelhandbuch finden. 

Infantino will Videobeweis an der WM: «Es ist unsere Pflicht»

Besprochen wurde auch der Videobeweis an der WM. So viele Emotionen er bei Spielern, Trainern und auch Fans regelmässig hervorruft, so gibt es an der dauerhaften Einführung der Videoschiedsrichter schon jetzt praktisch keine Zweifel mehr. 

«Wir müssen Entscheidungen auf der Basis von Fakten treffen, nicht auf der Basis von Gefühlen. Die Fakten sind, dass in fast 1000 Spielen die korrekten Entscheidungen der Schiedsrichter von 93 auf fast 99 Prozent gestiegen sind», sagt Fifa-Präsident Gianni Infantino vor der Entscheidung über den Videobeweis in der Zentrale des Weltverbandes.

Die Fifa sagt, man habe aus der Testphase gelernt. Auch in der Bundesliga benötigte man fast die ganze Hinrunde, um die schlimmsten Verwirrungen zu beseitigen. Die Leitlinien scheinen simpel. Wichtig ist eine klare Beschränkung auf vier Spielszenen: Torentscheidung, Rote Karte, Abseits und Spielerverwechslung sowie die klare Beschränkung auf einen Eingriff des Videoassistenten nur bei offensichtlichen Fehlentscheidungen des Referees in solchen Fällen.

Am Samstag wird bei der Fifa darüber entschieden. Infantino hat sich mit seinem Wunsch nach einem Einsatz der technischen Hilfe bei der WM so weit voran gewagt, dass das IFAB fast gar keine andere Wahl mehr treffen kann, ohne den Top-Funktionär zu brüskieren. «Wenn wir oder ich etwas tun können, um sicher zu sein, dass die WM nicht durch einen Schiedsrichter-Fehler entschieden wird, dann denke ich, dass es unsere Pflicht ist, dies zu tun», sagte Infantino.

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