PSG-Boss Al-Khelaifi: «Nicht fair, wenn andere Klubs mit unseren Spielern sprechen»

14.9.2018 - 12:22, Luca Betschart

Nasser Al-Khelaifi glaubt an die Ambitionen von Trainer Thomas Tuchel.
Bild: Keystone

PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi nimmt in der spanischen «Marca» Stellung zu seinem Traumduo im Sturm, dem neuen Trainer und den hohen Zielen in dieser Saison. Ausserdem erklärt er, warum ihm das Verhalten von Real Madrid gegen den Strich geht.

Für fast alle Klubs in Europa käme die Bilanz der letzten Saison von Paris Saint-Germain einem perfekten Jahr gleich: Vier Titelgewinne, darunter der vierte Triumph in Folge im französischen Cup sowie die Rückeroberung der Ligue 1, nachdem ein Jahr zuvor die AS Monaco französischer Meister wurde. Doch in der französischen Hauptstadt gelten andere Richtlinien und das frühe Achtelfinal-Out in der Champions League gegen den späteren Sieger Real Madrid schmerzte so sehr, dass Trainer Emery seinen Platz nach der abgelaufenen Saison räumen musste.

«Ein ambitionierter Trainer»

Neu steht ab dieser Saison der Deutsche Thomas Tuchel beim Starensemble an der Seitenlinie. Al-Khelaifi ist überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben. «Wir haben einen ambitionierten neuen Trainer, der motiviert ist, mit einer neuen Philosophie.» Tuchel habe neue Spieler und jetzt sogar Weltmeister im Team, weshalb der PSG-Präsi den lang ersehnten Champions-League-Titel in greifbarer Nähe sieht: «Wir brauchen noch ein bisschen mehr Glück. Wir müssen an uns glauben und das Maximum bis zum Ende jedes Spiels geben, denn in der Champions League zählen Details.»

Trotzdem darf man den Blick nicht zu weit in die Zukunft richten. «Wir müssen uns auf jedes Spiel fokussieren, immer von Tag zu Tag denken.» Dies wurde auch von Coach Tuchel an der Pressekonferenz vor dem Freitags-Spiel gegen St.-Étienne betont. «Ich hoffe, dass niemand an das Spiel vom Dienstag denkt (Anm. d. R. Champions-League-Auftakt gegen Liverpool). Für mich ist sehr, sehr wichtig, dass wir so arbeiten», mahnt der Deutsche in noch etwas brüchigem Französisch.

«Die besten Fussballer der Welt» im Sturm

Denkt der 44-jährige Al Khelaifi an seine offensive Abteilung, gerät er ins Schwärmen. Mit Kylian Mbappé und Neymar hat PSG in seinen Augen die zwei besten Spieler der Welt in den eigenen Reihen: «Mbappé ist schon jetzt einer der besten Spieler der Welt. Und Neymar. Um ehrlich zu sein, sind die beiden für mich die besten Fussballer der Welt. Wie WM in so jungen Jahren schon zu gewinnen und so zu spielen wie Kalian, ist unglaublich. (…) Ich finde, wir haben ein unglaubliches Team.» Mit solch einem Kader liegen die Saisonziele auf der Hand – zumindest für den Präsidenten: «Wir werden um jeden Titel kämpfen, weil es unsere Verpflichtung ist.»

Vorwürfe an Real Madrid

Was dem Präsidenten von Paris dagegen sauer aufstösst, betrifft das offensive Verhalten von Real Madrid im Neymar-Poker. Die Königlichen sollen mit dem Brasilianer direkt das Gespräch gesucht haben. «Es ist nich fair, wenn andere Klubs mit unseren Spielern sprechen. Wir mögen das nicht und haben mit Real darüber gesprochen. (…) Wenn es etwas gibt, wäre es besser, darüber zu reden (…), was uns gefällt und was nicht. Das erwarten wir von allen Klubs.»

Dass Paris Saint-Germain immer wieder Verstösse gegen die Financial-Fairplay-Regelung vorgeworfen wird, hat für Al Khelaifi einen einfachen Grund: «Das sind Gerüchte, die hauptsächlich aus Spanien kommen und wir alle wissen, wo sie herkommen.» Gut möglich, dass auch diese Worte gegen den Klub von Präsident Florentino Pérez gerichtet sind. Al Khelaifi betont aber, dass er sich nicht kümmert. «Wir wissen, was wir richtig gemacht haben und in Übereinstimmung mit dem Gesetz. Wir haben Spieler für Rekordsummen verkauft und die Wahrheit ist, dass wir uns auf uns fokussieren.» Und zwar schon heute Abend: Paris Saint-Germain empfängt um 20.45 Uhr St.-Étienne, bevor nächste Woche mit dem Duell gegen Liverpool auch die Champions-League-Saison beginnt.

Zurück zur Startseite

Weitere Artikel