Transfermarkt

Rummenigge: «Dieses ‹immer teurer, schneller, mehr› wird gestoppt»

dpa/bam

3.4.2020

Karl-Heinz Rummenigge glaubt, dass die Corona-Krise eine Veränderung auf dem Transfermarkt bewirken könne. Diesen Effekt erhofft sich auch ein Bundesliga-Trainer.

Karl-Heinz Rummenigge erwartet durch die Corona-Krise Auswirkungen auf den Transfermarkt. «Jede Krise beinhaltet aber auch eine Chance. Seit langer Zeit entwickeln sich Ablösesummen und Gehälter der Spieler in ungesunder Grössenordnung. Das Coronavirus und die daraus resultierende weltweite Krise wird dazu führen, dass dieses ‹immer teurer, schneller, mehr› zumindest gestoppt wird», sagt der Vorstandschef des deutschen Meisters im Mitgliedermagazin «51». «Nachfrage und Angebot werden den Transfermarkt regulieren und neu ausbalancieren.»



Im Vorwort des Magazins weist Rummenigge erneut auf den sorgsamen gesellschaftlichen Umgang mit der aktuellen Situation hin. «Es findet eine Entschleunigung des Lebens statt. Und der Fussball muss auch damit vorbildlich und diszipliniert umgehen. Jeder, der unseren Sport liebt, wünscht sich natürlich, dass es möglichst bald wieder auf den Rasen geht», sagt der 64-Jährige. Wann das sein werde, könne keiner seriös voraussagen.

«Wenn es soweit ist – natürlich in enger Abstimmung mit der Politik – kann der Fussball hoffentlich dazu beitragen, dass wir langsam und behutsam in die Normalität zurückfinden», so Rummenigge. Derzeit stünde aber eben das Thema Gesundheit über allem.



Rummenigge weist auf die schwierige wirtschaftliche Situation des Fussballs hin. «Im Moment sind die Einnahmen aller Klubs praktisch auf null zurückgefahren. Das betrifft auch den FC Bayern. Wir haben nur das grosse Glück, dass wir uns in den vergangenen Jahren gewisse Reserven schaffen konnten», sagt der Vorstandsvorsitzende. «Und gerade dieser Fakt ermöglicht, dass wir in dieser grossen Krise solidarisch zusammenstehen. Die starken Schultern müssen die schwächeren Schultern stützen.»

Bundesliga-Trainer erhofft sich den gleichen Effekt

Julian Nagelsmann hofft ebenfalls, dass die Preise auf dem Transfermarkt wieder auf ein Normalmass reduziert werden. Doch es fällt ihm schwer zu glauben, es könne sich was verändern. «Vielleicht gibt es mal ein Regulativ, vielleicht wird die Branche gesünder. Aktuell kann ich mir das noch nicht hundertprozentig vorstellen, da bin ich ehrlich, aber irgendwann vielleicht, je nachdem wie lange das alles noch so anhält», sagt Nagelsmann in der MDR-Sendung «Sport im Osten» und ergänzt: «Vielleicht gibt es dann gar keinen anderen Weg, als gewisse Dinge anders zu machen und gesünder zu wirtschaften.»



Ergebnisse sollen bald präsentiert werden

Der 30. Juni gilt bei vielen Vereinen und Profis als Vertragsende. Zurzeit ist noch unklar, ob die Saison überhaupt fertig gespielt werden kann und wie die Vertragssituation mit jenen Spielern anschliessend aussieht. In Holland wurden über 60 Spielern die Verträge vorzeitig gekündigt, um eine automatische Verlängerung zu den gleichen Bedingungen zu verhindern. Laut FIFA-Präsident Gianni Infantino soll es aber bald Lösungen zur Transferdebatte geben. «Wir haben eine Task Force, die bereits arbeitet und in Kürze Vorschläge zum Schutz der Vereine und Spieler unterbreiten wird», wird der Schweizer auf «Transfermarkt» zitiert. 

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