Salah trifft nach langer Durststrecke wieder – und lässt seinen Frust über den VAR raus

SB10

1.2.2021

Mo Salah reihte sich wieder unter die Torschützen ein.
Bild: Getty

Der FC Liverpool hat zum zweiten Mal binnen einer Woche einen Auswärtssieg in London gefeiert und sich damit im Rennen um die Meisterschaft zurückgemeldet. Matchwinner Mo Salah zeigt sich zwar erleichtert, hat aber trotzdem noch ein kritisches Statement abzugeben.

Am Sonntag schlugen die Reds West Ham mit 3:1. Die Ausgangslage war dabei nicht einfach: Zur bereits stattlichen Absenzenliste um Virgil van Dijk, Fabinho, Joe Gomez, Diogo Jota, Naby Keita und Joel Matip gesellte sich auch noch Saido Mané. Der Senegalese sollte immerhin bald wieder fit sein. Und Roberto Firmino sass zu Beginn auf der Bank.

Die Last in der Offensive lag also auf Mo Salahs Schultern. «Eine grosse Verantwortung», gestand er. Zumal der Ägypter in der Liga zuletzt vor Weihnachten erfolgreich war. Doch er zeigte sich dem Druck gewachsen. Salah (57./68. Minute) per Doppelpack und Georginio Wijnaldum (84.) sorgten für den nächsten verdienten Auswärtserfolg der Reds. Salah beendete im London Stadium also seine längere Torflaute (sechs Ligaspiele) mit einem Ausrufezeichen.



Konstanz auf höchstem Niveau

In 21 Saisonspielen für Liverpool hat der Stürmer nun 15 Tore geschossen. Damit hat der 28-Jährige einerseits die Führung in der Torschützentabelle übernommen (auf Rang zwei liegen die Tottenham-Stürmer Harry Kane und Heung-min Son mit je 12 Treffern), andererseits auch eine persönliche Bestmarke aufgestellt. Seit seinem Transfer im Sommer 2017 von der AS Roma zu Liverpool skorte Salah in jeder Saison wettbewerbsübergreifend mindestens 20 Tore. Nur Vereinsikone Ian Rush ist in dieser Statistik noch vor ihm (der Waliser hat es sechs Jahre hintereinander geschafft).



Seine beiden Tore waren zudem kleine Kunststücke. Bei seinem ersten Treffer zirkelte er den Ball trotz viel Verkehr im Strafraum in den Winkel. Und bei seinem zweiten Streich zeigte er, dass auch sein rechter Fuss über viel Gefühl verfügt. Die «grossartige Vorlage» (Zitat Salah) von Xherdan Shaqiri nahm er im vollen Lauf mit einem Ballkontakt runter und chippte danach den Ball kaltblütig über den gegnerischen Goalie. 

Im Siegerinterview zeigte sich der ehemalige FCB-Spieler erleichtert über das Ende seiner Tor-Dürre. Doch der Flügelflitzer erinnerte den Reporter an das Spiel unter der Woche gegen Tottenham (3:1-Sieg), wo sein Treffer zurückgenommen wurde, weil Firmino den Ball zuvor mit der Hand gespielt hatte. «Ich mag den VAR nicht. Er macht den Fussball kaputt. Ich will mich nicht beschweren, weil ich sonst eine Strafe bekomme, aber ich mag ihn einfach nicht», hält Salah fest. Ausserdem würden die Verantwortlichen in England im Gegensatz zu anderen Ländern oder Wettbewerben übergenau sein, monierte er. 

Sein Boss Jürgen Klopp lobte seinen Matchwinner ausführlich: «Heute Abend hat er ein super Spiel gemacht.» Sein Team verbesserte sich mit dem Sieg auf den dritten Tabellenplatz – hinter Spitzenreiter Manchester City und Man United.

Die kurze Krise scheint vergessen. «Diese Jungs sind wirklich eine tolle Gruppe», schwärmte der 53-jährige Klopp. «Die sind nicht glücklich, wenn sie nicht erfolgreich sind, wenn sie nicht gewinnen, aber sie haben immer die richtige Einstellung.» Das Meisterrennen ist also wieder voll lanciert.

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