Xherdan Shaqiri

Shaqiri: «Wegen mir gibt es in der Schweiz viele Liverpool- und Stoke-Fans»

jar

13.4.2020

Xherdan Shaqiri ist stolz auf das, was er in seiner Karriere bislang erreicht hat.
Bild: Getty

In einem Interview auf der Website des FC Liverpool spricht Xherdan Shaqiri über seine bisherige Karriere und verrät, wer in der Kindheit sein grosses Idol war. 

Hätte das Coronavirus Europa nicht erreicht, wäre Liverpool höchstwahrscheinlich bereits jetzt als englischer Meister festgestanden. 25 Punkte Vorsprung haben die «Reds» auf die Verfolger, wegen des gestoppten Spielbetriebs muss Liverpool aber noch weiter auf den ersten Meistertitel seit 30 Jahren warten. Früher oder später – sofern die Saison nicht komplett abgebrochen wird – ist es dann aber bestimmt soweit und Xherdan Shaqiri darf seinen schon jetzt prall gefüllten Trophäenschrank mit der nächsten Errungenschaft schmücken.

Auch wenn Shaqiri gewiss nicht den grössten Anteil an Liverpools aktuellem Erfolg hat, kann ihm niemand seine gewonnenen Titel absprechen: Der Premier-League-Triumph wäre für den Schweizer bereits der 18. Titel. Entsprechend kann Shaqiri bereits mit 28 Jahren auf eine glorreiche Karriere zurückblicken.

Dies macht der Nati-Spieler auf der Liverpool-Website und gewährt den Fans einen Einblick in seine Gedanken. «Um ehrlich zu sein, hätte ich niemals gedacht, dass ich so eine Karriere hinlegen werde. Manchmal sage ich meiner Familie: ‹Schaut, wo ich schon überall gespielt habe und wie viele Trophäen ich bereits gewonnen habe›. Es ist einfach unglaublich», sagt Shaqiri.

Und weiter: «Es gibt nicht viele, die behaupten können, zweimal mit zwei verschiedenen Teams die Champions League gewonnen zu haben. Dazu wurde ich zweimal Klubweltmeister und habe viele Titel in Deutschland mit Bayern geholt und auch in der Schweiz mit Basel. Es ist wie in einem Traum, den ich durchlebe.» Er geniesse die Zeit als Fussballprofi einfach und sei froh, dass er auch nach all den Erfolgen am Boden geblieben sei.  

Der brasilianische Ronaldo als grosses Idol

Shaqiri ist zwar ein Flügelspieler und mehr für die Assists zuständig, als fürs Toreschiessen selber. Als sein grosses Idol bezeichnet der Basler aber einen der besten Torjäger der Geschichte: Ronaldo, Brasiliens WM-Held von 2002. «Wie er gespielt hat, seinen Stil, hatte ich als Kind sehr gemocht. Er war mein grosses Vorbild», so Shaq. «Ich hatte 2002 sogar seine Frisur nachgemacht, das Dreieck. In der Schule waren alle schockiert, als ich mit diesem Haarschnitt auftauchte.»

Unvergessen: Ronaldos Frisur während der WM 2002.
Bild: Keystone

Der Schweizer sagt, er habe nicht versucht, Ronaldo zu kopieren, da er andere Qualitäten und Talente hatte als der Stürmerstar. Er genoss es einfach, dem Brasilianer zuzusehen. «Ich habe ihn so sehr geliebt und liebe ihn immer noch. Ich wünschte, ich könnte ihn mal treffen. Als er 1998 mit Brasilien den WM-Final gegen Frankreich verlor, habe ich zuhause geweint. Er war mein grosses Idol.»

«Wegen mir gibt es in der Schweiz sogar viele Stoke-City-Fans»

Heute ist Shaqiri selbst ein Idol für viele Kinder. Der 28-Jährige spricht im Interview auch über den Respekt, den er auf der ganzen Welt spürt. «Die Leute erkennen, was ich erreicht habe. Wo ich auch hingehe, wissen die Menschen, wer ich bin, wo ich gespielt und was ich gewonnen habe. Das schätze ich sehr», sagt er. 

Der Linksfuss glaubt, dass er viele Schweizer auch dazu bewegen konnte, Liverpool-Fan zu werden. «Es gibt überall viele Liverpool-Anhänger. Speziell in der Schweiz haben wir viele, aber auch in Albanien und im Kosovo – die Leute drehen durch. Als ich zu Liverpool kam, wurden es noch viele mehr. Wohin ich auch wechselte, wurden die Leute (aus meinen Land) zu Anhängern dieser Mannschaft. Wegen mir gibt es in der Schweiz sogar viele Stoke-City-Fans.»

Shaqiri spricht von diesem unbeschreiblichen Gefühl, viele Leute in verschiedenen Ländern stolz machen zu können: «Jeder will so viel erreichen wie nur möglich, aber ich bin schon jetzt glücklich mit dem, was ich bis hierhin erreicht habe. Ich komme aus einem kleinen Land, habe das Fussballspielen auf der Strasse gelernt – ich kann mich nicht beschweren. Ich versuche immer, am Boden zu bleiben und mich selbst zu bleiben.»


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