Wenger: «Özil befindet sich in einer Komfortzone»

SB10

19.2.2019

Arsène Wenger glaubt, dass die Entscheidung von Arsenal, Mesut Özil im vergangenen Jahr einen langfristigen Vertrag anzubieten, den Deutschen in eine «Komfortzone» geführt haben könnte.

Mesut Özil beendete die Spekulationen über seine Zukunft im vergangenen Jahr, als er bei Arsenal einen bis zum Sommer 2021 dotierten Vertrag unterschrieb. Damals hatte notabene noch Arsène Wenger das Zepter bei den Londonern inne. Seither verdient der Deutsche pro Woche 350'000 Pfund und ist damit der Top-Verdiener des Klubs. Doch der Spielmacher ist unter Wengers Nachfolger Unai Emery in Ungnade gefallen. So hat Özil seit dem Boxing Day (26. Dezember) nur noch ein Spiel in der Premier League absolviert.

Wenger sprach in Monaco – dort wurde der Franzose bei den Laureus World Sports Awards mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet – unter anderem auch über die Gefahr von langjährigen Verträgen anhand vom Beispiel des 92-fachen deutschen Nationalspielers: «Ich denke, dass die Dauer des Vertrages normalerweise nichts mit der Auswahl der Mannschaft zu tun hat. Aber manchmal gibt es Sonderfälle. Die meiste Zeit denken wir heutzutage, wenn wir einen Spieler für fünf Jahre unter Vertrag nehmen, haben wir einen guten Spieler für fünf Jahre verpflichtet.»

Der 69-Jährige führt aus: «Aber das bedeutet nicht unbedingt, dass sie auch so trainieren und im Spiel ihr Bestes zeigen. Sie könnten es sich eben auch in ihrer Komfortzone bequem gemacht haben. Er hat einen Vertrag, aber das Problem ist, dass, wenn man einen Spieler wie ihn kaufen will, 100 Millionen Pfund ausgeben muss. Und um den Wert des Spielers zu erhalten, unabhängig vom Fall Özil, geht es eher um die Fussballstruktur. Wenn du heute Spieler mit Spitzenqualität kaufen willst, brauchst du 100 Millionen Pfund. Die Entscheidung, die du also treffen musst, ist, ob du dem Spieler den Vertrag verlängerst, was uns nichts kostet, oder ob wir das Geld haben, einen neuen Spieler zu kaufen.»

Mesut Özil ist bei Arsenal zwar der Top-Verdiener, aber oft nur zweite Wahl.
Bild: Keystone

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