«Es war besser, in Liverpool zu bleiben anstatt nach Belgrad zu reisen»

S10B

14.11.2018

Xherdan Shaqiri schickt sich an, Liverpool zu erobern.
Bild: Getty

Xherdan Shaqiri versteht die Entscheidung seines Trainers Jürgen Klopp, ihn nicht mit nach Belgrad mitgenommen zu haben. So sei er frisch für Fulham gewesen. Ausserdem sei er den Druck gewohnt, der bei grossen Klubs herrsche.

Die Aufregung war gross, als Liverpool-Coach Klopp vor dem Auswärtsspiel in der Champions League gegen Roter Stern Belgrad verkündete, dass man Shaqiri nicht mitnehmen werde. Der deutsche Kulttrainer erklärte: «Ich will damit unnötige Hektik verhindern.» Und er fügte hinzu: «Wir wollen nichts provozieren, wir müssen die Situation beruhigen.»

Ursache für die Unruhe war der Doppeladler-Jubel von Xherdan Shaqiri (und Granit Xhaka) im WM-Spiel gegen Serbien – er erzürnte viele serbische Fans. So wäre es für den Schweizer mit kosovarischen Wurzeln wohl tatsächlich ein Spiessrutenlauf geworden. Die Fans sorgen im berühmt-berüchtigten Stadion Rajko Mitić, auch bekannt als Marakana von Belgrad, jeweils für mächtig Stimmung und haben schon manche Gäste eingeschüchtert.

Xherdan Shaqiri nahm nun im «Mirror» Stellung zu der Entscheidung seines Vorgesezten: «Es herrscht dort eine sehr heisse Atmosphäre. So war es sinvoller, zuhause zu bleiben und sich einfach auf den Fussball zu konzentrieren.»

Die Antwort auf dem Platz gegeben

Die Nicht-Berücksichtigung hat dem 27-Jährigen offenbar nicht geschadet. Der Offensivspieler findet, dass ihm die Zwangspause sogar geholfen hat, im Ligaspiel gegen Fulham zu glänzen. Dort erzielte er sein zweites Tor für den Verein und wirbelte wie zu seinen besten Zeiten durch die gegnerischen Abwehrreihen.  «Ich war frisch, ich blieb hier und trainierte mit einigen anderen Spielern. Es ändert sich nicht viel. Ich wollte eine gute Vorstellung geben und, ja, es war eine gute.»

Der neue Publikumsliebling der «Reds» stärkt in der Affäre – viele Leute kritiserten den Entscheid als feige – seinem Coach den Rücken: «Am Ende ist es die Entscheidung des Trainers, wer spielt. Wenn er sich entscheidet, dich von Anfang an spielen zu lassen, schön und gut. Und wenn du auf der Bank sitzt, musst du halt nach der Einwechslung versuchen, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Schliesslich können nur elf Spieler auflaufen. Wir haben ein grosses Kader. Jeder muss die Entscheidungen des Trainers akzeptieren. Bis jetzt ist es sehr gut gelaufen. Wir sind auf einem guten Weg.»

«Nichts Neues für mich»

Shaqiri hat schon bei nahmhaften Klubs (Bayern München, Inter Mailand) unter Vertrag gestanden. Er hat also Erfahrung darin, immer gewinnen zu müssen. «Ich habe in Bayern München mit Franck Ribéry und Arjen Robben gespielt, also kannte ich solchen Druck schon», so Shaqiri, «es war nichts Neues für mich.» 

Der Mann mit dem feinen linken Fuss hat mit Bayern München 2013 im Champions-League-Final mit Borussia Dortmund sogar die Truppe seines aktuellen Bosses besiegt. Er findet es schwierig, das damalige Siegerteam mit der aktuellen Liverpooler Mannschaft zu vergleichen.

«Es sind unterschiedliche Spielertypen, weil es andere Trainer gibt, die eine andere Art von Fussball spielen lassen. Aber natürlich ist die Intensität auf höchstem Niveau gleich, egal ob bei Bayern München oder Liverpool.
Wenn man ein Top-Team sein will, muss man auf höchstem Niveau sein, um seine besten Leistungen abzurufen.»

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