Olympia-Ticker: BMX-Star stürzt im Training ++ Sechster Platz für Schweizer Turner ++ Van der Poel schimpft wegen Kursänderung ++ Ponti und Ugolkova schwimmen mit Schweizer Rekord in den Halbfinal

Redaktion blue/sda

26.7.2021

Tag 4 in Tokio: Im Ticker halten wir dich über die Geschehnisse bei den Olympischen Spielen auf dem Laufenden.

Redaktion blue/sda

26.7.2021


Schlagzeilen des Tages aus Schweizer Sicht

  • Mountainbike: Mathias Flückiger holt Silber, Nino Schurter auf Rang 4
  • Kunstturnen: 6. Rang und olympisches Diplom im Teamfinal für Schweizer Männer
  • Triathlon: Max Studer schwimmt, fährt und läuft in die Top 10
  • Beachvolleyball: Joana Heidrich/Anouk Vergé-Dépré nach zweitem Sieg vorzeitig im Achtelfinal
  • Schwimmen: Noè Ponti und Mario Ugolkova mit Schweizer Rekorden im Halbfinal
  • Segeln: Windsurfer Mateo Sanz Lanz nach 6 von 13 Läufen auf Medaillenkurs
  • Tennis: Belinda Bencic im Achtelfinal, Viktorija Golubic scheitert an Favoritin Noami Osaka
  • Judo: Nils Stumps Medaillentraum endet mit blutiger Lippe
  • Tischtennis: Rachel Moret im Sechzehntelfinal gegen die Weltnummer 1 ausgeschieden
  • Kanu: Thomas Koechlin verpasst Wildwasser-Final
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  • Olympia-Helfer verursacht bösen Sturz von BMX-Star

    Der holländische Medaillen-Anwärter Niek Kimmann stürzt im BMX-Training brutal. Er donnert in einen «Helfer», der die Strecke im dümmstmöglichen Moment überquert. In den sozialen Medien gibt der 25-Jährige später Entwarnung. Er habe Schmerzen im Knie, «aber ich werde mein Bestes tun, um am Donnerstag bereit zu sein». Dann findet das olympische BMX-Rennen statt. Der Weltmeister von 2015 zeigt sich zudem sportlich und schreibt in seiner Nachricht, dass er hoffe, dass es dem Ordner gut gehe.

  • In Tränen aufgelöst nach erstem olympischem Gold für die Philippinen

    Gewichtheberin Hidilyn Diaz holte zum ersten Mal überhaupt eine olympische Goldmedaille für den Inselstaat, und dies gleich mit olympischem Rekord. Da fliessen schon mal die Tränen.

  • Gestürzter Mountainbike-Star van der Poel schimpft wegen Kursänderung

    Der gescheiterte Top-Favorit Mathieu van der Poel übt nach seinem Sturz im olympischen Mountainbike-Rennen Kritik an der Kurssetzung. Der Niederländer beklagt bei Instagram, dass nach dem letzten Trainingslauf eine Rampe auf der Strecke in Izu nahe Tokio entfernt worden ist. Unter ein Bild, das jene Holzkonstruktion zeigt, schreibt er: «Ich konnte die Strecke mit geschlossenen Augen fahren, aber ich wusste nicht, dass sie diese Rampe am Renntag entfernen.» Der 26-Jährige kam an jener Stelle heftig zu Sturz, seine Hüfte wurde in einem Krankenhaus geröntgt.

    «Jeder, der mich gut kennt, weiss, wie hart ich für das hier gearbeitet habe und wie sehr ich das wollte», schreibt van der Poel. Der Enkel von Tour-de-France-Legende Raymond Poulidor hatte bei der Frankreich-Rundfahrt zuletzt sechs Tage das Gelbe Trikot getragen. Nach dem famosen Beginn verliess er die Tour aber vorzeitig, um in Japan Gold im Mountainbike zu gewinnen. Stattdessen aber konnte er das Rennen nicht beenden; den Sieg holte sich der Engländer Tom Pidcock vor dem Schweizer Mathias Flückiger.

  • Beachvolleyball: Heidrich/Vergé-Dépré vorzeitig im Achtelfinal

    Das Schweizer Beachvolleyball-Duo Joana Heidrich/Anouk Vergé-Dépré steht nach dem zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel vorzeitig im Achtelfinal. Die Zürcherin und die Bernerin wehrten gegen die jungen Niederländerinnen Katja Stam/Raisa Schoon im ersten Durchgang fünf Satzbälle ab und setzten sich am Ende 22:20, 21:18 durch. Nun geht es im letzten Gruppenspiel am Donnerstag gegen die Weltmeisterinnen Sarah Pavan/Melissa Humana-Paredes aus Kanada noch um den Gruppensieg und damit (mutmasslich) einfachere Gegnerinnen im Achtelfinal.

  • Kunstturnen: Sechster Platz für die Schweizer im Team-Final

    Die Schweizer Kunstturner erreichen im Team-Final den hervorragenden 6. Platz. Pablo Brägger, Eddy Yusof, Benjamin Gischard und Christian Baumann lassen die Ukraine und Deutschland klar hinter sich. Die Schweizer boten im Ariake Gymnastics Centre einen taktisch nahezu perfekten Wettkampf. Sie dosierten das Risiko, wo nötig, und nahmen im Vergleich zur Qualifikation das eine oder andere schwierige Element raus. Die Rechnung ging auf, dem Team unterlief kein einziger grösserer Fehler.

    Den packenden Dreikampf um Gold entschied der amtierende Weltmeister Russland knapp für sich. Nikita Nagorni behielt bei der letzten Übung des Abends am Boden die Nerven und sicherte den Russen den ersten Team-Olympiasieg seit 1996. Silber ging an den Gastgeber Japan, China musste sich mit Bronze begnügen.

    Starker letzter internationaler Auftritt: Pablo Brägger
    Starker letzter internationaler Auftritt: Pablo Brägger
    Bild: Keystone
  • Schwimmen: Ponti und Ugolkova mit Schweizer Rekord im Halbfinal

    Die Schweizer Schwimmer Noè Ponti und Maria Ugolkova erreichen ihre Halbfinals jeweils mit nationalem Rekord auf überzeugende Weise. 

    Ponti verbesserte in 1:55,05 seinen eigenen Schweizer Rekord um 13 Hundertstel und schwamm die fünftbeste Zeit der Vorläufe. Der 20-jährige Tessiner darf damit in der Nacht auf Dienstag sogar vom Finaleinzug träumen. Dafür müsste er seine Bestleistung wohl noch einmal senken. Den alten Rekord (1:55,18) hatte er erst im Mai im EM-Final von Budapest (5.) aufgestellt.

    epa09367442 Noe Ponti of Switzerland competes in the men's 200m Butterfly Heats during the Swimming events of the Tokyo 2020 Olympic Games at the Tokyo Aquatics Centre in Tokyo, Japan, 26 July 2021. EPA/Patrick B. Kraemer
    Noè Ponti befindet sich in Topform.
    Bild: Keystone

    Wenige Minuten später schlug Maria Ugolkova in ihrer Paradedisziplin 200 m Lagen nach 2:10,04 an und stellte damit ebenfalls die fünftbeste Zeit aller Schwimmer in den Vorläufen auf. Ihren eigenen nationalen Rekord aus dem Jahr 2019 verbessert Die 32-jährige Wahl-Zürcherin um 68 Hundertstel.

    Wie Ponti liegt auch für die gebürtige Moskauerin ihre erste Finalqualifikation bei Olympia drin. Letztmals ging ein Olympia-Final der Schwimmer 2008 in Peking mit Schweizer Beteiligung (Dominik Meichtry) über die Bühne.

  • Windsurfen: Sanz Lanz auch bei windigen Bedingungen auf Kurs

    Der Windsurfer Mateo Sanz Lanz steht nach dem zweiten Wettkampftag auf dem hervorragenden 2. Rang. Trotz auffrischender Brise gelingen dem spanisch-schweizerischen Doppelbürger drei sehr solide Läufe. «Schon als wir am Morgen in den Hafen kamen, war klar, dass der Wind stärker als gestern und auch stärker als in der Vorhersage sein würde. Zudem galt es, jederzeit aufmerksam zu bleiben und die Winddreher richtig einzuschätzen. Ich bin froh, dass mir das so gut gelungen ist», analysierte der 27-Jährige nach den Läufen 4 bis 6, die bei schwierigen Windbedingungen durchgeführt wurden.

  • Flückiger gewinnt Silber! Schurter undankbarer Vierter

    Mathias Flückiger verpasst im olympischen Mountainbike-Rennen die angepeilte Goldmedaille, gewinnt aber Silber hinter dem überragenden Briten Thomas Pidcock. Nino Schurter wird Vierter. Pidcock setzte sich nach vier von sieben Runden von der Spitzengruppe ab. Einzig Flückiger konnte das Tempo des 21-Jährigen eine Weile lang einigermassen mitgehen, aufschliessen konnte der Berner aber auch nicht mehr.

    Im Kampf um Bronze musste Nino Schurter dem Spanier David Valero Serrano knapp den Vortritt lassen. Mathieu van der Poel, mit Flückiger der meistgenannte Gold-Anwärter, schied durch bereits nach weniger als zehn Minuten aus dem Kampf um den Sieg aus. Der Niederländer stürzte bei einem Sprung spektakulär mit einem Highsider, handelte sich einen Rückstand von rund einer Minute ein und gab in Runde 5 auf.

    Matthias Flückiger jubelt über Olympia-Silber (Archiv)
    Matthias Flückiger jubelt über Olympia-Silber.
    Bild: Keystone
  • Ägyptischer Fechter feiert Sieg mit Ronaldo-Jubel

    Der ägyptische Degenfechter Mohamed Elsayed hat sich in der ersten Runde sensationell gegen den französischen Topfavoriten Yannick Borel durchgesetzt – und den grössten Sieg seiner Karriere so gefeiert, wie Fussballstar Cristiano Ronaldo seine Tore jeweils bejubelt: Nach dem entscheidenden Treffer zum 15:11 setzte der 18-jährige Elsayed zu einem Jubellauf an, riss sich den Helm vom Kopf und feierte den Einzug in die Achtelfinals mit dem ikonischen Sprung und dem lang gezogenen «Siiiiiii».

  • Tennis: Favoritensterben bei den Frauen geht weiter

    Nach zwei Runden sind im olympischen Frauenturnier nur noch vier Top-Ten-Spielerinnen im Feld. Nach der Weltranglistenersten Ashleigh Barty scheiterten auch die Belarussin Aryna Sabalenka (WTA 3) und die Polin Iga Swiatek (WTA 8). Die Topfavoritin Naomi Osaka, Jelina Switolina und Wimbledon-Finalistin Karolina Pliskova sind dabei alle in der unteren Tableau-Hälfte, in derjenigen von Belinda Bencic ist einzig die Nummer 9 Garbiñe Muguruza, eine mögliche Halbfinal-Gegnerin, übrig. Sabalenka verlor im Tiebreak des dritten Satzes gegen die Kroatin Donna Vekic, Swiatek scheiterte in zwei Sätzen an der Spanierin Paula Badosa.

  • Tischtennis: Moret scheitert an Weltnummer 1

    Für die Waadtländer Tischtennisspielerin Rachel Moret geht der erste olympische Wettkampf im dritten Match, in den Sechzehntelfinals, zu Ende. Die 31-Jährige aus Morges, Nummer 86 der Weltrangliste, konnte gegen die topgesetzte Weltnummer 1 Chen Meng aus China erwartungsgemäss nichts ausrichten. Sie verlor die Partie in 21 Minuten mit 0:4 Sätzen und insgesamt 18:44 Punkten. Am besten glückte ihr der vierte Satz, den sie mit 7:11 abgab.

    Rachel Moret muss sich der Weltnummer 1 geschlagen geben.
    Bild: Keystone
  • Kanu: Thomas Koechlin verpasst den Wildwasser-Final

    Der Genfer Thomas Koechlin, vor vier Jahren Silbermedaillengewinner an der Europameisterschaft, verpasst im Kanu-Slalom als 13. den Final. Im Halbfinal hätte Koechlin fünf Athleten hinter sich lassen müssen. Aber nur der Pole Grzegorz Hedwig und der Ire Liam Jegou bewältigten den anspruchsvollen Kurs im wilden Wasser weniger schnell. Thomas Koechlin unterliefen drei Fehler, was zu sechs Strafsekunden führte. Am Ende fehlten ihm 3,38 Sekunden zu Platz 10. Aber selbst ohne die Strafsekunden fehlten Koechlin, wie schon in den zwei Läufen der Qualifikation, rund fünf Sekunden zu den Besten.

  • Tennis: Golubic gegen Osaka chancenlos

    Viktorija Golubic kann sich in Tokio ab sofort auf das Doppelturnier konzentrieren. Die 28-jährige Schweizerin verliert gegen Naomi Osaka (WTA 2) trotz gutem Beginn 3:6, 2:6. Mehr dazu hier.

  • Tennis: Bencic ohne Mühe in den Achtelfinals

    Belinda Bencic (WTA 12) darf in Tokio weiter auch von einer Einzelmedaille träumen. Nach dem 6:2, 6:4 über die Japanerin Misaki Doi (WTA 94) steht die 24-jährige Ostschweizerin in den Achtelfinals. Mehr dazu hier.

    Belinda Bencic darf weiter von einer Olympia-Medaille träumen.
    Bild: Keystone
  • Judo: Blutige Lippe und Auftaktniederlage für Stump

    Der olympische Wettkampf endet für Judoka Nils Stump in der Startrunde. Nach einem Freilos unterliegt der Zürcher dem Europameister Akil Gjakova mit Ippon.

  • Schwimmen: Halbfinal-Out von Antonio Djakovic und Lisa Mamié

    Antonio Djakovic verpasst im Halbfinal über 200 m Crawl den Vorstoss in den Olympia-Final der besten acht nur knapp. Djakovic knackte im Tokyo Aquatics Centre über 200 m Crawl zwar in 1:45,92 erstmals die 1:46er-Grenze. Doch damit fehlten dem 18-jährigen Thurgauer, der über die doppelte Distanz in Japan Neunter geworden war, zur im Idealfall möglichen Finalteilnahme 0,22 Sekunden.

    Auch für Lisa Mamié war im Halbfinal über 100 m Brust Endstation. Die 22-jährige Zürcherin blieb als 15. in 1:07,41 gleich um acht Zehntel über ihrem letztjährigen Schweizer Rekord. Hätte sie diesen unterboten, wäre Mamié in den Final vorgestossen. Dennoch ist ihr erster Olympia-Auftritt als gelungen zu bezeichnen.

  • Triathlon: Studer läuft bei grosser Hitze in die Top 10

    Max Studer klassiert sich im olympischen Triathlon bei grosser Hitze in den Top 10. Als Neunter verpasst Max Studer das olympische Diplom um sechs Sekunden, dennoch hält sich sein Ärger in Grenzen. Andrea Salvisberg belegt Rang 22. Gold sichert sich der Norweger Kristian Blummenfelt.

    Max Studer zeigt im Triathlon eine starke Leistung.
    Bild: Keystone
  • Badminton: Sabrina Jaquet erneut chancenlos

    Sabrina Jaquet bleibt an olympischen Badminton-Turnieren ohne Erfolgserlebnis und auch im zweiten von drei Spielen absolut chancenlos. Die 34-jährige Jaquet unterlag der in China geborenen Französin Qi Xuefei, die ihr erstes Spiel in Tokio ebenfalls klar verloren hatte, in 38 Minuten mit 10:21, 14:21. Damit gewann die Schweizerin gegen die wohl schwächste Vorrundengegnerin nur vier Punkte mehr als im Startspiel am Samstag gegen Tai Tzu-Ying, die Nummer 1 der Welt aus Taiwan.


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