Ski Alpin

Die Parallel-Rennen ernten erneut viel Kritik: «Das ist eher eine Show als ein Rennen»

bam

27.11.2020

Lara Gut-Berahmi fährt in Lech-Zürs im Parallel-Riesenslalom aufs Podest.
Lara Gut-Berahmi fährt in Lech-Zürs im Parallel-Riesenslalom aufs Podest.
Keystone

In Lech-Zürs messen sich die Skifahrer bei den ersten Parallel-Riesenslaloms der Saison. Freude über dieses Format sieht anders aus. Es gibt erneut viel Kritik.

Mann gegen Mann, Frau gegen Frau. Tönt nach Spektakel, doch der Schein trügt. Seit der Weltverband FIS die Parallelrennen in den Weltcup integriert hat, kommt Widerstand von allen Seiten. Loïc Meillard kritisierte letzte Saison als Sieger der kleinen Kristallkugel die geringe Anzahl der Rennen. Alexis Pinturault fühlt sich als Marionette des Skizirkus. Und Justin Murisier hat sich erst kürzlich über die Tor-Abstände beschwert. 

In Lech-Zürs kommt es zum ersten Mal zu den engeren Radien zwischen den Toren. Und die Frauen, die ihr Rennen am Donnerstag hatten, zeigen sich ebenfalls wenig begeistert. «Für die Zuschauer soll es spannend sein. Ich sehe es aber eher als Show denn als Rennen. Aber vielleicht bin ich ja altmodisch», sagt Lara Gut im «ORF» nach ihrem dritten Rang.



Andrea Ellenberger akzeptiert die Wettkampfbedingungen. Sie sagt zu «Blick»: «Es gibt die Rennen nun mal. Also fahre ich sie auch. Für mich sind sie eine Chance.» Doch Freude sieht anders aus. 

Gisin zieht Konsequenz

Wie haben die Parallel-Rennen so einen schlechten Ruf bekommen können? Eigentlich hätte der direkte Vergleich von zwei Fahrern Potenzial für Spektakel. Doch vor zehn Jahren überraschte die FIS den Skizirkus mit dem neuen Format, ohne zuvor einen soliden Aufbau in den unteren Rennserien durchzuführen. Das hatte zur Konsequenz, dass die Fahrerinnen und Fahrer schlicht überfordert waren.

Nicht nur mit den ungleichen blauen und roten Kursen mussten die Athleten zurechtkommen. Auch ein passender Ski hat es für diese Rennen bisher nicht gegeben. «Es sind keine Slalom-Ski und keine Riesenslalom-Ski», sagt Michelle Gisin zu «Blick». Für die Allrounderin kommt ein Parallel-Event deshalb nicht mehr infrage. Sie zieht für sich die Konsequenz und sagt ganz klar: «In diesem Leben fahre ich wohl keine Parallel-Rennen mehr.»


Den Parallel-Riesenslalom der Männer sehen Sie mit blue TV live auf SRF ab 17:40 Uhr. Mit Semyel Bissig und Gino Caviezel überstanden zwei der sieben Schweizer Starter die Qualifikation.



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