Olympia-Diskussionen im Schweizer Slalom-Team

Rochat: «Ich weiss nicht, was sie jetzt mit mir machen werden»

Von Marcel Allemann

22.1.2022

ABD0149_20220122 - KITZBÜHEL - ÖSTERREICH: Marc Rochat (SUI) am Samstag, 22. Jänner 2022, in Aktion im 2. Durchgang des Slaloms der Männer in Kitzbühel. - FOTO: APA/GEORG HOCHMUTH
Marc Rochat war in Kitzbühel die positive Schweizer Überraschung.
Bild: Keystone

Das Spitzenresultat von Marc Rochat in Kitzbühel wird die Olympia-Selektionäre beschäftigen, obwohl der Fall eigentlich klar ist. Der Waadtländer selbst gibt sich dabei ziemlich entspannt.

Von Marcel Allemann

22.1.2022

Die Schweizer Slalomfahrer werden an Podestplätzen gemessen und somit war der Slalom in Kitzbühel für sie mit keinem Ergebnis in den Top 6 ein Misserfolg. Wenn zudem gleich vier Fahrer im 2. Lauf die Segel streichen müssen und ausscheiden, dann ist wirklich vieles schief gelaufen.

Für Marc Rochat gilt das aber nicht, ihm gelang mit Rang 8 ein persönlicher Exploit. Nach dem 1. Lauf war er gar auf Position 5, fiel aber noch um drei Ränge zurück. Trotzdem zeigte sich der 29-jährige Westschweizer gegenüber SRF happy: «Ich hatte heute Spass. Der 1. Lauf war sehr gut, der 2. Lauf nicht mehr so sehr. Aber am Ende habe ich es ins Ziel geschafft und das war, was ich wollte. Mir fehlen drei Zehntel auf das Podest, das ist nicht so schlecht.»

Rochat sagt sich: «So ist das Spiel»

Durch seinen 8. Rang wird Rochat auch die Olympia-Frage nochmals neu befeuern, zumal seine Formkurve steil nach oben zeigt. Was man nicht von allen Schweizern behaupten kann. Faktisch hat Rochat die Selektionsrichtlinien mit dem geforderten einen Top-7-Platz oder zwei Top-15-Rangierungen knapp verpasst, im Gegensatz zu Daniel Yule (2. in Wengen), Ramon Zenhäusern (4. in Adelboden), Luca Aerni (5. in Adelboden) und Loic Meillard (6. in Adelboden, 7. jeweils in Wengen und Kitzbühel).

Yule ist mit seinem Podestplatz unumstritten. Meillard aufgrund seiner Konstanz wohl auch. Aber Rochat zeigte sich in den letzten beiden Rennen solider und letztlich auch formstärker als beispielsweise Aerni, der in Kitzbühel 13. wurde und Zenhäusern, der nach einem verpatzten 1. Lauf im 2. Durchgang ausschied.

«Ich weiss nicht was sie jetzt mit mir machen werden», sagte Rochat zur Situation. Er gab sich aber auch relativ entspannt: «Ob mit oder ohne Olympische Spiele – ich bin zufrieden mit meiner bisherigen Saison. In einem solchen Team, wie dem unsrigen, ist es eben auch extrem schwer, die Qualifikation zu schaffen. Wenn es nicht klappt, dann ist das so – so ist das Spiel.»

Für Aerni und Zenhäusern spricht die Erfahrung

Letztlich spricht auch gegen Rochat, dass Zenhäusern und Aerni viel mehr Erfahrungswerte an Grossanlässen mitbringen und auch an Olympia schon grosse Erfolge feiern konnten. Zenhäusern gewann 2018 in Pyeongchang Silber im Slalom und Gold mit dem Team und auch Aerni gehörte 2018 zur Schweizer Gold-Mannschaft im Team-Event.

Der Berner wurde auch schon Weltmeister in der Kombination – 2017 in St. Moritz – und ist auch in dieser Disziplin für Peking eine spannende Medaillen-Option. Deshalb ist davon auszugehen, dass Yule, Meillard, Zenhäusern und Aerni das Schweizer Slalomteam an den Olympischen Spielen stellen werden. 

Aerni sagte zur Thematik: «Bis jetzt habe ich nicht gross daran gedacht, aber ich denke, dass ich gezeigt habe, was für mich möglich ist.» Mit seinem 13. Rang in Kitzbühel war er natürlich nicht zufrieden: «Die letzte Präzision hat gefehlt, es gab auch einige Rutscher und dann fehlte mir das letzte Vertrauen.» 

Als präzises Schweizer Uhrwerk präsentiert sich derzeit Meillard mit seinen Rangierungen zwischen fünf und zehn. Was ihm derzeit aber noch abgeht, ist ein absolutes Topresultat. «Es wäre sicher mehr möglich gewesen, es ist weder gut, noch schlecht», befand der Romand zu seiner Leistung. Und zum Thema Olympia sagte Meillard: «Das muss Swiss Olympic entscheiden, aber meine Form passt.»