US Open Ticker: Paire hofft auf Federer-Triumph, glaubt aber nicht wirklich daran ++ Djokovic muss schon wieder einen Satz abgeben

Aus New York: Jan Arnet

30.8.2018

Benoit Paire bleibt gegen den Maestro chancenlos.
Bild: Keystone

Vorhang auf und Bühne frei für das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres. Wir halten Sie mit unserem Tages-Ticker über die Geschehnisse in Flushing Meadows auf dem Laufenden.


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Paire: «Für Federer wird es schwierig, das Turnier zu gewinnen»

Benoit Paire nahm Roger Federer zwar zweimal den Aufschlag ab, blieb am Ende aber doch nahezu chancenlos und schied klar in drei Sätzen aus (7:5, 6:4, 6:4 –> zum Spielbericht). Dennoch meint der Franzose nach der Partie, dass für ihn an einem besseren Tag durchaus mehr dringelegen wäre: «Ich bin etwas frustriert, weil ich weiss, dass ich heute nicht gegen einen Spieler von einem anderen Planeten gespielt habe.» Er habe das Gefühl gehabt, Federer heute in Schwierigkeiten bringen zu können.

«Ich glaube, dass es für Federer schwierig wird, das Turnier zu gewinnen», so Paire, der den überraschend langsamen Court anspricht. «Die Unterlage im Arthur Ashe (Center Court in New York, d. Red.) ist sehr langsam. Langsamer als gewöhnlich. Roger hat gegen mich nur fünf Asse geschlagen. Wenn er gegen einen Top-Gegner spielt, könnte das für ihn noch zum Problem werden.»

Paire sagt, dass er ein grosser Federer-Fan sei («für mich ist er der beste Spieler aller Zeiten») und man den Schweizer immer auf der Rechnung haben muss. «Federer kann immer gewinnen. Aber ich denke, dass es für ihn hier kompliziert wird. Nadal und Djokovic sind in Form. Und wie gesagt, erweist sich die langsame Unterlage für Roger als alles andere als günstig.»

Federer selbst äussert sich auf seiner Pressekonferenz zu den Bedingungen auf dem Court und gibt zu, dass ihm die Unterlage «etwas zu langsam» ist. Sehen Sie sich das Video an:

Federer: «Für mich ist es hier etwas zu langsam»

Federer: «Für mich ist es hier etwas zu langsam»

Roger Federer spricht nach seinem Sieg gegen Benoit Paire über die ziemlich langsame Unterlage an den US Open.

31.08.2018

Djokovic erneut mit Satzverlust

Als letzter der Favoriten zieht Novak Djokovic in New York in die 3. Runde ein. Der Serbe verliert zwar auch gegen Tennys Sandgren einen Satz, siegt aber 6:1, 6:3, 6:7 (2:7), 6:2.

Nach 2:46 Stunden Spielzeit hatte Djokovic sein Tageswerk vollbracht. Am Netz beendete der 31-Jährige aus Belgrad seinen ersten Auftritt in diesem Jahr in der Night-Session und setzte sich wie bereits zum Auftakt gegen Marton Fucsovics erst in vier Sätzen durch. «Ich habe zweieinhalb Sätze sehr stark gespielt und verlor danach die Konzentration. Das hat mich richtig genervt.» In Runde 3 trifft der Djoker auf Richard Gasquet.

Wozniacki gescheitert

Beim Frauenturnier ist nach der Weltnummer 1 Simona Halep auch die als Nummer 2 gesetzte Caroline Wozniacki ausgeschieden. Die Dänin unterliegt der Ukrainerin Lesja Zurenko (WTA 36) überraschend in zwei Sätzen 4:6, 2:6. 

Cilic verliert nur zwei Games

Die grossen Überraschungen im Männer-Turnier bleiben beim 50-Jahr-Jubiläum des Events in Flushing Meadows auch am Donnerstag aus. Mit Marin Cilic setzt sich ein weiterer ehemaliger US-Open-Champion souverän durch. Für den Sieg gegen den polnischen Qualifikanten Hubert Hurkacz (6:2, 6:0, 6:0) benötigt der Australian-Open-Finalist nur 79 Minuten.

Die wichtigsten Partien des Tages

Schiri fordert Kyrgios auf, endlich richtig zu spielen

Kuriose Szene beim Spiel zwischen Nick Kyrgios und Pierre-Hugues Herbert. Mitten im zweiten Satz verlässt Shiedsrichter Mohamed Lahyani seinen Stuhl und redet wild auf den Australier ein. Er fordert Kyrgios auf, endlich richtig zu spielen. «Ich will dir helfen. Ich weiss, dass das nicht du bist», so der Unparteiische.

Etwas überraschend nimmt der exzentrische Kyrgios, der sich sonst von niemanden etwas sagen lässt, den Vorwurf ruhig und nickend zur Kenntnis – und dreht dann auf. Zum Zeitpunkt der Konversation lag Kyrgios mit Break zurück 0:3, nachdem er bereits den ersten Satz verloren hatte. Doch dann kommt der Australier besser ins Spiel, holt sich Satz 2 schliesslich im Tie-Break und gewinnt die Partie am Ende in vier Sätzen (die ganze Story lesen Sie hier). 

Kyrgios ist übrigens der Drittrundengegner von Roger Federer.

Federer schlägt Paire klar

Roger Federer gewinnt auch das siebte Duell gegen Benoit Paire. Der Schweizer lässt dem Franzosen in knapp zwei Stunden keine Chance und erreicht ohne Satzverlust die 3. Runde, wo er auf Nick Kyrgios trifft.

Zverev erneut ohne Mühe

Im ersten Spiel gab Alexander Zverev nur fünf Games ab, im zweiten sind es doppelt so viele. Die deutsche Weltnummer 4 hat gegen den Franzosen Nicolas Mahut aber erneut überhaupt keine Probleme. In Runde 3 trifft Zverev mit Philipp Kohlschreiber auf einen Landsmann.

Federer bereit für Hitzeschlacht

Roger Federer steht heute in New York bereits zur Mittagszeit (13:15 Uhr Ortszeit, 19:15 Uhr Schweizer Zeit) im Einsatz. Gegen Benoit Paire werden dabei bis zu gefühlten 37 Grad erwartet. Der Maestro scheint aber auch darauf optimal vorbereitet.   

Beinahe 20 Jahre ist es her, als der damals 19-Jährige in Washington schlechte Erfahrungen mit der Hitze machte, weil er sich in einem Spiel gegen den Deutschen Björn Pau nach fünf Games kaum mehr bewegen konnte und das Spiel schlussendlich klar verlor. Kurz nach dieser Niederlage flog Federer mit seinem Coach Tony Roche nach Dubai, um dort ebenfalls bei glühender Hitze zu trainieren. «Ein Undercover-Training im September. Ich dachte: Wenn Tony als fast 60-Jähriger drei Stunden durchhält, schaffe ich es auch» erinnert sich Federer in einem Interview mit «Blick».

Seither weiss der Baselbieter, dass er sich im Training jene Härte aneignen muss, die es für Matches unter solch extremen Bedingungen braucht. Ob ihm das auch bei den diesjährigen Vorbereitungen als 37-Jähriger gelungen ist, wird heute schonungslos aufgedeckt. Unabhängig der Hitze geht Federer als klarer Favorit in die Partie: Alle bisherigen sechs Dirtekduelle hat der Schweizer für sich entscheiden können.   


Nachwuchs-Duell: De Minaur gegen Tiafoe 

Mit Spannung wird das Zweitrunden-Spiel zwischen dem Australier Alex De Minaur (19) und dem einheimischen Francis Tiafoe (20) erwartet. Der sprintstarke De Minaur gab in der ersten Runde gegen den Japaner Daniel Taro gerade mal drei Games ab, während sich Tiafoe gegen den starken Franzosen Adrian Mannarino in vier Sätzen durchsetzen konnte. Der Amerikaner wird nach seinem ersten gewonnenen Grand-Slam-Spiel auf heimischen Boden als leichter Favorit gehandelt. Die beiden Zukunftshoffnungen des Tennissports fordern sich heute ab 21:30 Uhr.

Duell der Zukunftshoffnungen: Alex De Minaur (links) fordert Francis Tiafoe.
Bild: Keystone

Französisches Erfolgsdoppel fordert Kyrgios und Zverev im Einzel

Vor knapp drei Monaten gewann das Doppel Herbert/ Mahut den dritten gemeinsamen Grand-Slam-Titel in Paris. Heute treten die beiden im Einzel als Aussenseiter zu ihrem Zweitrunden-Match an. 

Der routinierte Nicolas Mahut (ATP 131) bekommt es mit der aktuellen Nummer 4 der Weltrangliste Alexander Zverev zu tun. Ein Ausscheiden Zverevs gegen den 36-jährigen Franzosen käme einer Sensation gleich, obwohl Mahut in der Head-to-Head-Bilanz mit 1:0 führt.  

Ebenfalls als Favorit geht Nick Kyrgios (ATP 30) in sein Spiel gegen den ungesetzten Pierre-Hugues Herbert (ATP 75). Aber Achtung: auch Herbert führt im Direktduell! Die bisher einzige Partie zwischen den beiden in Wimbledon 2017 gewann der Franzose, als Kyrgios beim Stand von 3:6 4:6 aufgeben musste. Gibts heute die späte Revanche?

Pierre-Hugues Herbert (Mitte Links) gegen Kyrgios und Nicolas Mahut (Mitte rechts) gegen Zverev sind heute die klaren Aussenseiter.
Bild: Getty Images

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