Lüthi: «Federer hat es nicht nötig, jetzt schon ins Training einzusteigen»

SB10

29.5.2020 - 13:13

Ein erfolgreiches – und geduldiges Gespann: Roger Federer und Severin Lüthi.
Bild: Getty

Roger Federer macht derzeit eine Trainingspause. Dies ist ganz im Sinne seines Trainers Severin Lüthi. 

Roger Federer hat in der langen Pause wegen der Coronavirus-Pandemie keine Lust zu trainieren. Sobald wieder Wettkämpfe anstehen, werde er aber «super motiviert» sein, erklärte der 38-jährige Basler kürzlich in einem Online-Chat mit dem ehemaligen French-Open-Sieger Gustavo Kuerten.

Sein Trainer Severin Lüthi sieht die ganze Sache ebenfalls ganz gelassen, wie er im Gespräch mit Paul Annacone, mit dem er von 2010 bis 2013 Federer zusammen coachte, auf «Tennis Channel» verriet: «Roger muss sich keinen Stress machen, um ins Training einzusteigen. Er hat es nicht nötig, jetzt schon Bälle zu schlagen.» 



Der 20-fache Grand-Slam-Champion fühlt sich nach seiner Knie-Operation wieder fit. In einem Instagram-Video bewies Federer, dass er nicht von seiner Klasse eingebüsst hat.

Nach Federers Einschätzung könnte es noch lange dauern, bis wieder Wettkämpfe stattfinden werden. Wenn wieder Turniere in Sichtweite sind, bleibt gemäss Lüthi «immer noch genügend Zeit», den Maestro in Form zu bringen.

Gemäss Peter Lundgren, der von 2000 bis Ende 2003 Trainer der Tennis-Legende war, liess es der junge Federer aber an Trainingsfleiss mangeln: «Roger war zu dieser Zeit zwar sehr talentiert, aber auch ein bisschen faul. Er hatte Konzentrationsprobleme und war körperlich nicht bereit.» Trotzdem habe Federer Erfolg gehabt, weil er ein grosses Potenzial und auch Selbstvertrauen besass. «Aber die Wahrheit ist, dass es schwierig war, mit ihm zu arbeiten», so der Schwede.

Deutlich leichter hatten es dafür offenbar später Annacone und Lüthi. Denn auch ein mit reichlich Talent gesegneter Profi wie Federer kommt ohne Schweiss und Tränen nicht an die Spitze – und bleibt vor allem dort so lange.


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