Australian Open

Zverev beklagt fehlende Anerkennung: «Das nehme ich schon persönlich»

Luca Betschart

12.2.2021

Steht bei den Australian Open im Achtelfinal: Alexander Zverev.
Steht bei den Australian Open im Achtelfinal: Alexander Zverev.
Bild: Keystone

Selten spielte sich Alexander Zverev an einem Grand-Slam-Turnier so leicht in die zweite Turnierwoche. Das Selbstvertrauen beim Deutschen steigt spürbar.

In beeindruckender Manier stellt Alexander Zverev in der Nacht auf Freitag seinen Achtelfinal-Einzug bei den Australian Open sicher. Gegen Adrien Mannarino verliert der Deutsche übers gesamte Match nur sieben Games. «Die letzten Male war es gegen Adrien immer ein sehr langes, hartes Spiel. Ich bin glücklich über den schnellen Sieg heute», zeigt sich die aktuelle Weltnummer sieben erleichtert.

Den entscheidenden Erfolgsfaktor sieh er in der offensiveren Spielweise: «Ich habe aggressiv gespielt, meine Chancen gut genutzt und ihn nicht so viel spielen lassen», so Zverev. Zum dritten Mal in Folge übersteht er bei den Aussie Open damit die dritte Runde.



Auffallend findet Zverev, dass die Unterlage beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres noch schneller ist als sonst. «Dieses Jahr ist es extrem schnell, die haben die Plätze wie Eis gemacht», sagt der Deutsche im TV-Interview mit «Eurosport», bevor er klarmacht, dass der Belag für ihn ohnehin nicht entscheidend sei.

Eine viel höhere Bedeutung geniessen die Fans, die in Melbourne vorerst in die Stadien zurückkehren können. Ab Samstag ist das aber Geschichte – wegen eines Corona-Ausbruchs in einem Flughafen-Hotel. «Es war sehr spannend und schön, wieder vor Zuschauern zu spielen. Wir werden sie schon vermissen», sagt Zverev. Allerdings hofft er auf eine baldige Rückkehr: «Der Lockdown geht ja nur bis Mittwoch. Dann wird es hoffentlich wieder besser sein.»

Zverev: «Ich bekomme das alles mit»

Trotz der bisher starken Auftritte Down Under gehört Zverev bei zahlreichen Tennis-Experten aber nicht zum engsten Favoritenkreis. Ein Umstand, der dem 23-Jährigen ganz und gar nicht passt. Im Gegenteil: «Ich bekomme das alles mit. In letzter Zeit werde ich nicht als Favorit gesehen. War ich auch nicht bei den US Open, bin ich hier wieder mal nicht», meint er etwas angesäuert.



Damit aber nicht genug. Zverev klagt: «Die sehen ganz andere Spieler als Favoriten – obwohl ich finde, dass ich besser spiele als diese Spieler. Ich nehme das schon persönlich, irgendwo.» Genau dies sei aber auch ein zusätzlicher Ansporn.

«Das gibt mir schon irgendwo Feuer. Ich liebe es irgendwie, Leute eines Besseren zu belehren. Mal schauen, wie weit ich kommen kann. Am Ende des Tages ist es völlig egal, wer auf der Favoritenliste ist», sagt der Deutsche. Ganz so gleichgültig kann es ihm aber offensichtlich nicht sein.

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