Was sonst aufgefallen ist Kein einziges Wort zu Epstein – Demokrat Green (schon wieder) abgeführt

Petar Marjanović

25.2.2026

SOTU: Hier wird Abgeordneter Al Green abgeführt

SOTU: Hier wird Abgeordneter Al Green abgeführt

Bei der Rede zur Lage der Nation kam es zu einem Protest im Saal. Der demokratische Abgeordnete Al Green hielt ein Schild mit der Aufschrift «Schwarze Menschen sind keine Affen» hoch.

25.02.2026

Donald Trump sprach in seiner Rede zur Lage der Nation über viele Themen. Doch zu den Epstein-Akten schwieg er – trotz lauter Proteste vor dem Kongress und deutlicher Kritik aus den Reihen der Demokraten.

Petar Marjanović

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Bei Trumps Rede zur Lage der Nation kam es zu Protesten von Demokraten im und vor dem Kapitol.
  • Mehrere Abgeordnete brachten Überlebende des Missbrauchs durch Jeffrey Epstein als Gäste mit und forderten die vollständige Veröffentlichung der Ermittlungsakten.
  • Trump erwähnte den Fall Epstein in seiner Ansprache nicht.

Bei der Rede zur Lage der Nation setzte der demokratische Abgeordnete Al Green ein sichtbares Zeichen. Als Präsident Donald Trump an ihm vorbeiging, hielt Green ein Schild mit der Aufschrift «Schwarze Menschen sind keine Affen» hoch.

Er blieb still stehen, ohne Zwischenrufe. Sicherheitskräfte führten ihn daraufhin aus dem Saal. Trump erwähnte den Vorfall in seiner Ansprache nicht. Greens Protest bezog sich auf ein kurz zuvor veröffentlichtes Video, in dem Trump eine rassistische Karikatur zeigte.

Al Green dürfte in Kauf genommen haben, aus dem Saal entfernt zu werden. Bereits im vergangenen Jahr war er bei einer Rede Trumps wegen lautstarken Protests abgeführt worden.

Al Green demonstrierte gegen den rassistisch auftretenden Trump: «Schwarze sind keine Affen».
Al Green demonstrierte gegen den rassistisch auftretenden Trump: «Schwarze sind keine Affen».
KEYSTONE

Mehr als 40 demokratische Abgeordnete und Senatoren blieben der Rede fern. Sie schlossen sich Demonstrationen vor dem Kapitol an. Andere wählten eine andere Form des Protests: Sie luden gezielt Gäste ein, um Kritik sichtbar zu machen.

Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, brachte laut mehreren Medien eine Überlebende des Missbrauchs durch Jeffrey Epstein mit. Auch weitere demokratische Mitglieder des Kongresses luden Betroffene ein. Schumer sagte vor Trumps Auftritt im Kapitol: «Trump sagt, er werde heute Abend eine lange Rede halten, aber es gibt eine Sache, über die er nicht sprechen will: die Epstein-Akten.»

Rund ein Dutzend Frauen, die Epstein sexuellen Missbrauch vorwerfen, sassen auf der Tribüne. Sie wollten auf Trumps frühere Kontakte zu Epstein und auf den Umgang der Regierung mit den Ermittlungsakten aufmerksam machen.

Hier wird der Parlamentarier aus Texas abgeführt.
Hier wird der Parlamentarier aus Texas abgeführt.
KEYSTONE

Trump sprach über Wirtschaft, Sicherheit und Migration – doch den Fall Epstein erwähnte er nicht. Dabei taucht sein Name in den vom Justizministerium veröffentlichten Unterlagen tausendfach auf. Ein persönliches Fehlverhalten konnte ihm bisher nicht nachgewiesen werden.

Das Justizministerium veröffentlichte die Akten in mehreren Etappen, zuletzt Ende Januar in grossem Umfang. Ein Gesetz vom November 2025 verpflichtete die Behörden zur Herausgabe aller unklassifizierten Dokumente. Die Freigabe verzögerte sich und viele Stellen blieben geschwärzt. Das Ministerium verwies auf den Schutz der Opfer.

Vor der Rede forderten mehrere Betroffene unabhängige Ermittlungen gegen alle einflussreichen Personen, die in den Akten genannt werden. Sie verlangten die vollständige Veröffentlichung der Unterlagen. Auch darauf ging Trump nicht ein.