Apple entschuldigt sich für Tastatur-Fiasko

dj

28.3.2019 - 12:01

Der Butterfly-Mechanismus im MacBook erzeugt nichts als Ärger.
Apple

Auch die vermeintlich neu entwickelten MacBook-Tastaturen haben wieder mit Ausfällen zu kämpfen, wie selbst Apple nun eingestehen musste.

Apple hat eingeräumt, dass auch die Tastaturen in den neuesten MacBook Pros und MacBook Airs technische Probleme haben. Davon sei allerdings nur eine «kleine Anzahl» der Nutzer betroffen,  bei denen man sich entschuldige. Die «überragende Anzahl» der Kunden hätte jedoch ein positives Erlebnis mit den Tastaturen.

Apples Eingeständnis folgt einem vernichtenden Beitrag im «Wall Street Journal» mit der Überschrift «Appl Still Hasn’t Fixd Its MacBook Kyboad Problm». Um das Problem zu verdeutlichen, verzichtete Autorin Joanna Stern in ihrem Text einfach auf die Buchstaben «E» und «R» — Tasten, die auf ihrem MacBook nicht mehr richtig funktionieren. Stern listet die Fülle an Problemen auf, die bei Apple-Tastaturen seit der Einführung des sogenannten Butterfly-Mechanismus in 2015 auftraten.

Apple lange auf Tauchstation

Der Butterfly-Mechanismus wurde von Apple entwickelt, um die Tasten kompakter zu machen. Er ähnelt Schmetterlingsflügeln und bekam daher seinen Namen. Die Tastatur ist aber offenbar ähnlich sensibel wie ein Insekt und schon winzige Staubpartikel können einer Taste den Garaus machen. Da die Tasten alle miteinander verbunden sind, hilft in solchen Fällen meistens nur ein teurer Austausch der gesamten Tastatur.

Einer breiten Öffentlichkeit wurde das Problem 2017 mit einem Artikel in «The Outline» bekannt. Selbst danach weigerte sich Apple zunächst beharrlich, das Problem anzuerkennen — ein Verhalten, das sich jüngst übrigens mit Displayausfällen beim MacBook Pro wiederholte. Erst nachdem mehrere Sammelklagen eingereicht wurden, startete Apple in Juni 2018 ein kostenloses Tastatur-Reparaturprogramm für betroffene Besitzer von zwischen 2015 und 2017 lancierten MacBooks.



Neudesign gescheitert

Bei dem im Juli 2018 lancierten MacBook Pro wurde der Butterfly-Mechanismus dann überarbeitet — dieses neue Design kommt inzwischen auch beim MacBook Air zum Einsatz. Eine dünne Silikonmembran unter jeder Taste soll das Eindringen von Staubpartikeln verhindern. Doch offensichtlich ist auch dieser Lösungsversuch gescheitert.

Alle verkauften MacBook mit der neuen Tastatur unterliegen derzeit noch der gesetzlichen Gewährleistung, sollten also kostenlos repariert werden. Es bleibt abzuwarten, um Apple auch hier wieder ein erweitertes Reparaturprogramm auflegt. Dass Apple jedoch eingestehen wird, mit seiner Butterfly-Tastatur einen fundamentalen Designfehler begannen zu haben, darauf sollte man nicht hoffen.

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