Braucht die Welt wirklich einen Flugpassagier-Simulator?

Fabian Gilgen

14.11.2019 - 14:10

Bei «Airplane Mode» wird Langeweile mit Langeweile bekämpft.
Bild: AMC

Vom Kochen bis zum Stein: Im Simulator-Genre findet sich zu ziemlich jeder Tätigkeit oder Kreatur ein Spiel. Aber ein Flugpassagier-Game hat noch gefehlt. Mit «Airplane Mode» ändert sich das.

Hatte nicht schon jeder mal den Wunsch, Pilot zu werden? Wer sich mit der Rolle des Passagiers zufriedengibt, der wird wohl Gefallen an «Airplane Mode» finden. Völlig vom Pilotenstress befreit, sitzt man hier nicht im Cockpit, sondern einfach als Passagier im Flugzeug. Das jeweils während eines sechsstündigen Fluges über den Atlantik, in Echtzeit.

Der Trailer zu «Airplane Mode»

Video: Youtube

Es muss nicht immer Action sein

Wird man denn während des Fluges von Luftpiraten angegriffen oder passiert sonst etwas Aussergewöhnliches, damit für Action gesorgt ist? Nun, nein. Publisher AMC will dem Spieler das Dasein als Flugpassagier so realistisch und detailgetreu wie möglich näherbringen. Folglich kommen zufällige Ereignisse wie Turbulenzen, WLAN-Ausfälle oder Verspätungen «Nervenkitzel» wohl noch am nächsten. Solche Ereignisse sollen wiederum dafür sorgen, jeden Flug einzigartig zu machen.

Gegen die Langeweile stehen dem Passagier ein Magazin mit Kreuzworträtseln und Sudokus zur Verfügung, während er sich von der realistischen Geräuschkulisse – inklusive gelegentlichen Baby-Geschreis – berieseln lassen kann.

Mal ganz ehrlich: Warum?

In der Realität ist ein sechsstündiger Flug nicht allzu angenehm. Warum also würde man sich das auch in einem Spiel antun wollen? Nun, das Spiel ist wohl nicht ganz ernst zu nehmen. Darauf lässt allein schon die Spielbeschreibung auf Steam schliessen. Hier werden Features wie die Leselampe oder die Mahlzeiten – mit einer Fischoption, wohlbemerkt – übermässig euphorisch beworben.

Wahrscheinlich ist «Airplane Mode» eher als eine Hommage an «Desert Bus» von 1995 zu verstehen. Denn bei diesem Spiel geht es auch lediglich darum, als Buschauffeur auf einer achtstündigen Fahrt, wiederum in Echtzeit, durch die amerikanische Wüste zu fahren.

Weiter sollte man wissen, dass im Simulator-Genre gerne auch mal Spiele auftauchen, die sich über das Genre selbst lustig machen, so wie zum Beispiel ein Rasenmäher- oder Stein-Simulator. Dass diese eher als Gag gemeint sind, sieht man den Spielen jedoch auch an. «Airplane Mode» macht dagegen mit der Grafik grundsätzlich einen guten Eindruck.

Der erste Trailer zu «Airplane Mode» wurde im Charity-Stream «Desert Bus for Hope» gezeigt. Seit dem 8. November wird auf diesem Stream «Desert Bus» gespielt. Dies mit der Absicht, Spenden für die Organisation Child’s Play zu sammeln. Bisher haben Zuschauer insgesamt über 600'000 Dollar für den guten Zweck gespendet.

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