Reich mit E-Sport? Michael Jordan muss es wissen

Martin Abgottspon

29.9.2020 - 11:03

Michael Jordan gilt als reichster Sportler aller Zeiten.
Michael Jordan gilt als reichster Sportler aller Zeiten.
Bild: Getty Images

Michael Jordan hatte ein Händchen fürs Körbewerfen. Heute hat er ein Händchen für Geldanlagen. Aber E-Sport? Ja, E-Sport!

E-Sport gilt als Sportmarkt mit den grössten Wachstumschancen. Immer öfter fragen mich Leute deshalb, was da wirklich dran ist. Spielt in der Welt der kompetitiven Videospiele tatsächlich die Musik oder droht die Bubble irgendwann zu platzen?

Ich glaube an E-Sport. Ob ich mein Geld darauf setzen würde? Würde ich, habe ich. Aber wer bin ich schon? Ich verweise lieber auf namhaftere Investoren. Wie zum Beispiel Michael Jordan.

Ein Tausendsassa ist definitionsgemäss eine Person mit zahlreichen Begabungen. Und auf kaum eine Person passt der Beschrieb besser als auf «His Airness», wie Michael Jordan auch gerne genannt wird. Er gilt als der grösste Basketballer aller Zeiten. So majestätisch wie Roger Federer sein Racket schwingt, flog «Air Jordan» durch die Lüfte.

Was Jordan macht, er macht es richtig

Bereits während seiner Aktivzeit versuchte sich Jordan auch als Schauspieler. Die Kritiker mögen «Space Jam» im Jahr 1996 verrissen haben, dem Erfolg hat das trotzdem nicht geschadet. Der Streifen war ein Kassenschlager und gilt bis heute als der populärste Basketball-Film aller Zeiten. Ähnlich verlief sein Ausflug ins Baseball-Geschäft. Vielleicht war er nicht der begnadetste Spieler, neue Zuschauer-Rekorde hatten die Miami Merlins trotzdem der legendären Nummer 23 zu verdanken.

Für alle, bei denen beim Film «Space Jam» nichts klingelt, hier eine kurze Auffrischung.

Bild: Youtube

Was Jordan auch machte, er machte es richtig. Was er anfasst, wird zu Gold. Das gilt im Übrigen auch für sein privates Vermögen. Gemäss Forbes sitzt Jordan auf einem Geldberg von rund 1,8 Milliarden Dollar.

Den Reichtum hat Michael Jordan aber nicht bloss seiner erfolgreichen Sportler-Vergangenheit und seinem Lebzeit-Vertrag mit Nike zu verdanken. Wäre es so, gäbe es schliesslich einige Sport-Milliardäre mehr. Leider verfolgen andere Legenden aber nicht selten einen weitaus weniger glamourösen Weg neben dem Scheinwerferlicht. Liebe Grüsse an dieser Stelle an Lance Armstrong und Tiger Woods.

Statt mit Lügenkonstrukten beschäftigt sich Michael Jordan heute lieber mit Geschäften. Den Grundstein für seine Karriere als Businessman legte er schon im Jahr 2010 als er das NBA-Team der Charlotte Hornets für 275 Millionen aufkaufte. Keine schlechte Investition, wenn man heute zurückschaut. Der Wert des Teams wird auf 1,5 Millarden geschätzt.

Schlecht geführte Organisationen und schwarze Schafe

Im Verlauf der letzten Jahre festigte Michael Jordan sein Standing als Geschäftsmann mit weiteren Investitionen im zweistelligen Millionenbereich. Neben Sportdatenfirmen, Kopfhörerhersteller oder einem eigenen Nascar-Team gehört auch ein E-Sport-Team zu seinem Portfolio. Rund 26 Millionen liess sich Jordan das Abenteuer kosten, als er 2018 in Team Liquid investierte. Ein E-Sport-Team, das in mehreren Videospielen wie «League of Legends», «Fortnite», «CS:GO» und etlichen weiteren Titeln um die grossen Trophäen spielt.

Ganz offensichtlich hat Michael Jordan mit dieser Investition auch andere Weltstars inspiriert. Will Smith, David Beckham oder Drake sind nur drei Beispiele einer Liste von Promi-Investoren, die auf die Karte E-Sport setzen.

Man könnte also fast meinen, es sei ein Selbstläufer, sein Geld aktuell in den aufstrebenden Markt zu stecken. Das ist es nicht. Wie überall gibt es auch hier schlecht geführte Organisationen und schwarze Schafe, an denen man sich auch schnell die Finger verbrennen kann.

Das hat Michael Jordan aber natürlich nicht vor. Schliesslich ist er ein Tausendsassa und Team Liquid mittlerweile die drittwertvollste E-Sport-Marke der Welt. Ich für meinen Teil besitze übrigens seit Jahren ein Aktienpaket des Spieleentwicklers Blizzard, dessen Wert sich inzwischen verdoppelt hat. Bis zur ersten Milliarde dauert es trotzdem noch eine Weile.

Regelmässig gibt es werktags um 11:30 Uhr und manchmal auch erst um 12 Uhr bei «blue News» die Kolumne am Mittag – es dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.

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