«Remnant: From the Ashes»: Schmerzhafte Wurzelbehandlung mit Schiesseisen

Pascal Wengi

24.8.2019

In «Remnant: From the Ashes» wurzelt das Böse tief.
Bild: Pixelz

Mit «Remnant: From the Ashes» versprach Gunfire Games im Vorfeld ein forderndes Third-Person-Survival-Action-Adventure - oder in ihren eigenen Worten ein «Dark Souls mit Knarren». Wir haben das Game schon durchgespielt und verraten, ob das Versprechen eingehalten werden konnte.

«Remnant: From the Ashes» spielt in einer nahen Zukunft. Die Welt wurde von wurzelartigen Kreaturen, den Root, überrannt und grösstenteils zerstört. Menschen finden Zuflucht in Bunkeranlagen, sogenannten Wards, welche Schutz vor der Aussenwelt und den Root bieten. Der Ward 13 dient dabei als Heimatbasis und Ausgangsort unserer Abenteuer.

Der Trailer zu «Remnant: From the Ashes»

Video: YouTube

Beim Welt- und Dungeon-Design hebt sich «Remnant: From the Ashes» klar von anderen Spielen ab. Denn die Oberwelt und die Dungeons werden zufällig generiert und variieren von Spieler zu Spieler. Gewisse Weltbosse oder Ereignisse sind fest vorgegeben und sind für jeden Spieler fester Bestandteil des Fortschritts, der Rest ist vom Zufall bestimmt. Somit wird jedes Abenteuer in gewissem Mass einzigartig und der Wiederspielwert wird erhöht.

Der Schwierigkeitsgrad von «Remnant: From the Ashes» ist sehr stark an «Dark Souls» und anderen Survival-Action-Adventures angelehnt. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Heilung, beim Tod wird man am letzten Checkpoint wiederbelebt und alle Gegner sind wieder quicklebendig. Mit der Wahl der Waffen ändert «Remnant: From the Ashes» aber etwas die Herangehensweise. Während man sich bei Spielen wie «Dark Souls», «Nioh» oder «Sekiro» mit Schwertern, Äxten und Ähnlichem den Gegnern vor allem im Nahkampf stellt, kann man bei «Remnant: From the Ashes» mit Schrotflinten, Sturmgewehren oder Armbrüsten die Gegner auf Distanz halten.



Typische Rollenspiel-Klassen sucht man bei «Remnant: From the Ashes» vergeblich. Zwar gibt es zu Beginn drei Archetypen, aus denen man wählen kann. Diese unterscheiden sich zu Beginn vor allem durch ihre passiven Fähigkeiten, Waffen, Rüstungen und Verbesserungen, welche aber später für jede andere Klasse auch zugänglich sind. So kann man beispielsweise als Jäger starten, danach aber direkt die Scrapper-Schrotflinte und die Heilungs-Verbesserung des Kultisten kaufen.

Wer es trotz des hohen Schwierigkeitsgrades schafft, ans Ende der Story zu gelangen, ist noch lange nicht fertig. Durch den zufallsgenerierten Aufbau der Welten und Dungeons, hat man in einem einzelnen Durchgang noch nicht alles im Spiel gesehen. Das erhöht den Widerspielwert, was nicht jeder selbsternannte «Dark Souls»-Klon hinbekommt.



Fazit

«Remnant: From the Ashes» macht vieles richtig und ist ein solider Action-Adventure-Titel mit einigen netten Ideen. Die zufällige Generierung der Welten ist eine der stärksten Eigenschaften des Spiels aber auch eine grosse Schwäche. Durch die zufällig generierten Welten erreicht man nie diese stimmigen Momente aus «Dark Souls», womit man sich vergleichen möchte.

Wer ein Spiel mit der Story und stimmigen Welt der «Dark Souls»-Franchise erwartet, den müssen wir enttäuschen. Denn da hat «Remnant From the Ashes» sein Versprechen nicht eingehalten. Wer aber ein knackiges Action-Adventure mit grossem Wiederspielwert und der Möglichkeit dies mit zwei Freunden zusammen zu spielen sucht, wird bei «Remnant: From the Ashes» fündig.

«Remnant: From the Ashes» ist erhältlich für PC, PS4 und Xbox One.

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