Weltmeisterin! Diese Frau stellt die eSports-Welt auf den Kopf

Martin Abgottspon

3.11.2019 - 16:19

VKLiooon ist die beste «Hearthstone»-Spielerin der Welt.
Bild: Blizzard Entertainment

Die 23-jährige Chinesin VKLiooon Xiaomeng «VKLiooon» Li sorgt an der Blizzcon für Novum. Erstmals holt eine Frau den prestigeträchtigen eSports-Titel im Sammelkarten-Spiel «Hearthstone».

Obwohl sich immer mehr Frauen für eSports interessieren, wird die Szene noch von Männern dominiert. Mit ihrem Sieg an der «Hearthstone»-WM im Rahmen der Blizzcon macht Xiaomeng «VKLiooon» Li nun aber allen jungen Mädchen Mut, ihren Traum ebenso auszuleben, wie sie es selber gemacht hat.



Es war eine mehr als beindruckende Vorstellung, welche die Chinesin am Wochenende an der Blizzcon ablieferte. Im Final liess sie ihrem Gegner «bloodyface» überhaupt keine Chance und entschied die Best-of-Five-Serie gleich mit 3:0 für sich und holte damit nicht nur den WM-Titel, sondern auch ein Preisgeld von 200'000 Dollar. 

Bis zu diesem Wochenende war «VKLiooon» wohl sogar für die meisten Fans noch ein unbeschriebenes Blatt. Zwar hat sie bei Gold Open Tianjin ihre Gegner schon in Grund und Boden gespielt, auf der grossen Bühne hat man sie aber noch selten gesehen.

Chance am Schopf gepackt

In einem Interview mit Blizzard sagte sie im August nach ihrer Qualifikation, jetzt hätte sie das erste Mal die Chance, sich weltweit einen Namen zu machen als Vertreterin von China. Das wäre die beste Art, es allen zu zeigen, die an ihr zweifelten, nur weil sie ein Mädchen ist. Das ist ihr definitiv gelungen.



Wie so viele andere Mädchen musste sie sich immer wieder anhören, dass sie hier nichts zu suchen habe. Für all diese Kritiker hatte sie in ihrem Siegerinterview dann auch die passende Nachricht: «An alle Mädchen da draussen, die von einer Karriere im eSports träumen: Lasst euch nichts ausreden. Wenn ihr an euch glaubt, folgt euren Träumen und macht euch keine Gedanken über euer Geschlecht!»

An der Uni neue Karriere lanciert

VKLiooon kommt aus einer kleinen Stadt im Nordwesten Chinas. Ihre Eltern liessen sich scheiden, als sie 9 war. Danach lebte sie bei ihrer Mutter, einer Lehrerin. Sie studiert Politik- und Rechtswissenschaften in China. In der Uni verliebte sie sich in «Hearthstone».

Die meiste Zeit spielt sie gegen ihren Freund, der ebenfalls Profi ist. Diesen hält sie übrigens auch für den besten Spieler Chinas. Ob das nun immer noch so ist?

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