Handy-Markt Europa 2018: Samsung stockt, Nokia ist eindrücklich zurück

16.5.2018 - 13:06, dj/pal

Welches ist die Lieblings-Marke der Europäer für Smartphones? Und welche Features sind den Kunden bei neuen Geräten wichtig? Eine neue Marktstudie gibt verblüffende Aufschlüsse.
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Der Smartphone-Markt in Europa ist im Umschwung. Vor allem Handys von Samsung und Apple sind dieses Jahr weniger gefragt. Doch es gibt auch Gewinner: Sie heissen Huawei, Xiaomi – und Nokia.

Der europäische Smartphone-Absatz ist im ersten Quartal 2018 laut der Marktforschungsfirma Canalys um 6,3 % gegenüber dem Vorjahrsquartal gesunken. Das ist der grösste Einbruch in der Smartphone-Geschichte.

Damit ist offiziell: Auf dem ehemaligen Wachstumsmarkt findet jetzt ein Verdrängungskampf statt. Innerhalb Europas gibt es aber Unterschiede:

Europa: Unterschiede zwischen Ost und West

So ist Zentral- und Osteuropa weiterhin ein Wachstumsmarkt, mit einem 12,3 prozentigen Plus. In Westeuropa (inklusive Schweiz) zeigt der Trend in die andere Richtung, mit einem Minus von 13,9 %. Vor allem Grossbritannien verzeichnet mit -29,6% einen dramatischen Einbruch. Europa folgt damit einem weltweiten Trend. Es gibt einfach immer mehr gesättigte Märkte.

In Westeuropa ist der Smartphone-Absatz eingebrochen, während der Osten sich weiterhin fleissig mit neuen Handys eindeckt. Vor allem Russland legt dieses Jahr nochmal 25% zu.
Canalys

Die Gewinner und Verlierer: Nokia ist zurück!

Grosser Absatz-Verlierer ist Samsung. Mit 15,2 Millionen Smartphones haben die Koreaner 15,4 % weniger Handys verkauft als im Vorjahresquartal. Ein Silberstreifen am Horizont für Samsung: Da das Flaggschiff Galaxy S9 noch im ersten Quartal 2018 in den Verkauf ging, hat sich zumindest der durchschnittliche Verkaufspreis von Samsung-Smartphones erhöht, so dass der Umsatz-Einbruch nicht ganz so dramatisch sein sollte.

Mit einer breiten Palette an Modellen meldet sich die Marke Nokia zurück. Alle Smartphones von Nokia laufen auf einer reinen Android-Oberfläche. Das überzeugt scheinbar viele Käufer.
HMD Global

Apple muss ebenfalls Einbussen verkraften, minus 5,4 % auf 10,2 Millionen Geräte. Aber auch hier ist der durchschnittliche Verkaufspreis dank teurer Smartphones wie dem iPhone X gestiegen. Grosse Gewinner sind aber die Chinesen. Auf Platz drei landet Huawei mit einem satten Plus von 38,6 % auf 7,4 Millionen Geräte. Die Landsleute von Xiaomi verzeichnen gar ein Plus von 999 % und landen mit 2,4 Millionen verkauften Smartphones quasi aus dem Nichts auf dem vierten Platz. Sie punkteten mit innovativen Geräten, etwa einem der ersten randlosen Smartphones, das «Bluewin» getestet hat:

Die Top 5 rundet ein alter Bekannter unter neuem Management ab: Nokia, mit 1,6 Millionen Handys. Der Lizenznehmer HMD Global konnte mit einer breiten Palette von Smartphones in allen Preisklassen und einem puren Android-Erlebnis die Kunden überzeugen.

Das ist die europäische Top 5.
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Darauf achten die Käufer bei neuen Smartphones

Was genau zeichnet denn die heute verkauften Smartphones aus? Hier lassen sich einige gemeinsame Trends erkennen. Beispiel Arbeitsspeicher: Smartphones mit mehr als 4 GB RAM hatten ein Wachstum im letzten Jahr von 82,7 %, während solche mit weniger als 4 GB um 19,6 % schrumpfen. Beispiel Kamera: Hier geht der Trend eindeutig zu solchen mit doppelter oder, wie beim Huawei P20 Pro, gar dreifacher Linse. 13 Millionen solcher Smartphones wurde im ersten Quartal 2018 verkauft, ein Plus von 155 %.

Auch dem Nichts hat sich auch ein neues Bildschirmformat etabliert. Wurde im ersten Quartal 2017 kein einziges Smartphone mit einem 18:9 Seitenverhältnis verkauft, waren es im Q1 2018 schon 7,3 Millionen Geräte. Da immer mehr Inhalte in einem vertikalen Format konsumiert werden, macht ein solch steiles Seitenverhältnis durchaus Sinn. Auch Handys mit Dual-SIM erobern langsam Europa, ihre Verbreitung ist um 8% gestiegen.

Diese Trends sind bei Smartphones zu erkennen.
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